„Neue Idee für Einheitsdenkmal: Wippe vor dem Bundestag?“

08.06.2018   Berliner Morgenpost

 

Eigentlich ist das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin endlich auf den Weg gebracht. Doch ein Verein hat einen neuen Vorschlag.

Neue Idee für das in Berlin geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal: Nach Meinung des Berliner Vereins Historische Mitte sollte die sogenannte Einheitswippe auf der Wiese vor dem Reichstag statt am wiederaufgebauten Berlin Schloss entstehen.

Der Platz der Republik sei momentan „schrecklich leer“, an dem vorgesehenen Standort zwischen Schloss und Spreekanal hingegen sei es insbesondere bei Großveranstaltungen viel zu eng, sagte die Vereinsvorsitzende Annette Ahme dem „Tagesspiegel“.

Unterstützung kommt von der Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten Eva Högl: „Das ist eine sehr charmante Idee“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Das Einheitsdenkmal würde sich ihrer Ansicht nach gut einfügen in die Planungen für den Platz der Republik, wo ein neues Besucherzentrum für den Bundestag entstehe und ein Bürgerforum geplant sei. „Das könnte ganz gut passen.“ Dass das Denkmal, das an die friedliche Revolution in der DDR erinnern soll, dann im früheren Westteil Berlins liegen würde, sei aus ihrer Sicht wegen der Nähe zur früheren Mauer am Reichstag kein Problem.

Beschluss zum bestehenden Standort gilt weiterhin

Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verwies auf dpa-Anfrage darauf, dass es zum Standort des Denkmals einen eindeutigen Beschluss des Bundestages gebe. „Der gilt weiterhin.“ Auch Högl räumte ein, das die Planungs- und Genehmigungsverfahren abgeschlossen seien, sie wolle sich nicht auf den Weg machen, das alles wieder aufzurollen. Es handele sich vielmehr um einen Denkanstoß: „Ich freue mich, dass darüber diskutiert wird.“

Über das Projekt eines Einheits- und Freiheitsdenkmals wird schon mehr als ein Jahrzehnt diskutiert. Der Bundestag hatte den Bau 2007 beschlossen und das Votum 2008 nochmals bekräftigt. Dennoch stoppte der Haushaltsausschuss das Projekt 2016, nachdem die Kosten von 10 auf 15 Millionen Euro gestiegen waren. Im vergangenen Jahr entschied der Bundestag dann, das Denkmal doch zu bauen. Inzwischen sind für die Umsetzung des Wippen-Entwurfs von Johannes Milla (Stuttgart) am Schloss gut 17 Millionen Euro veranschlagt.

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 08.06.2018

 

12 Kommentare zu “„Neue Idee für Einheitsdenkmal: Wippe vor dem Bundestag?“

  1. Man kann alles, wenn der Wille der Vernunft und die Stimme des Volkes erhört werden, um über eine sinnvolle Lösung für den Standort der Einheitswippe nachzudenken. Noch ist es nicht zu spät ,das Umfeld des Humboldforums sein altes würdevolles Gesicht zu geben . Der Platz der Republik wäre ebenso würdevoll, vom Namen und von der nahen Lage zur ehemaligen Mauer und dem Zentrum der deutschen Wiedervereinigung.
    Hier wäre der ideale Platz für das Einheitsdenkmal, an einem Platz dessen aussehen dann von der Wiedervereinigung geprägt wäre.

  2. Endlich kommt er, der längst überfällige und vernünftige Vorschlag vom Verein Historische Mitte für den einzig richtigen Standplatz des Einheitsdenkmals. Hier wurde die Einheit zwar nicht geschaffen, aber schließlich durch ein eindrucksvolles Zeremoniell vollendet. Auf der Freifläche vor dem Reichstag ist viel Platz und im Umfeld auch moderne Bebauung. Hierhin passt die „Wippe“ also in Dimension und Stil. Könnte der Bundestag seine einmal getroffene Entscheidung zugunsten einer sehr viel besseren nicht doch revidieren? Wir, das Volk, würden es ihm danken.

  3. Neu ist die Idee bestimmt nicht, aber geht in die richtige Richtung. Die Verantwortlichen sollten sich auch mal über die Wartung der Wippe Gedanken machen. Ich würde die Firma Milla für zehn Jahre mindestens vertraglich verpflichten für Wartung und deren Kosten aufzukommen.

  4. Das zum Gedenken dieses tollen Tages in der Deutschen Geschichte ein Denkmal aufgestellt werden soll, das ist doch selbstverständlich; doch wo nicht! Ich denke, da, wo das Volk vertreten wird (vor dem Bundestag), gehört es hin.

  5. Frau Högl sollte sich auf den Weg machen das Planungs-und Genehmigungverfahren wieder neu aufzurollen.Das kann doch nicht zu schwer sein! Herr Thierse schein der einzige zu sein der dem Bau
    der Wippe noch zustimmt!

  6. Man sollte die Kosten für das Einheitsdenkmal von mindestens 15 Millionen Euro zurückstellen und für die Fassade verwenden, wenn nicht genügend Spenden bis 2019 eingehen. Die Euros die dann ggf. übrigbleiben, könnten dann für die Wippe vor dem Reichstag Verwendung finden. Die Kulturministerin Frau Grütters sollte sich auch noch überlegen ob die Abweisung von 5 Millionen Euro für die Fassade aus Baden Württemberg sehr klug war. Ich denke da wäre eine Entschuldigung bei dem Ministerpräsidenten Herrn Kretschmann angebracht.

  7. Der Vorschlag von dem Verein Historische Mitte mit ihrer Vorsitzenden Frau Annette Ahme ist goldrichtig. Warum sollte man eine einmal getroffene Entscheidung für einen Standort nicht ändern und korrigieren können, wenn es eine bessere und sinnvollere Idee gibt, solange es dafür noch Zeit gibt? Um die Idee zu untermauern, sollte man vielleicht mal eine öffentliche Umfrage unter den Berlinern durchführen und dann der Volkesstimme. folgen. Dort, wo die Wippe nach heutiger Planung plaziert werden soll, passt sie nämlich nicht hin.

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