„Humboldt-Forum: Bauarbeiten laufen nach Plan“

22.12.2017   rbb Inforadio

 

Das Berliner Stadtschloss ist die größte Kulturbaustelle Europas – und mittlerweile auch nicht mehr zu übersehen. Doch wie geht es auf der Baustelle voran? Wie steht es um die Vorhaben der künftigen Nutzer für das Humboldtforum, das hier entstehen soll? Kulturreporterin Barbara Wiegand ist diesen Fragen nachgegangen und hat der Großbaustelle einen Besuch abgestattet.

Inforadio-Kulturreporterin Barbara Wiegand begleitet Hans-Dieter Hegner, den Chef der Schlossbaustelle, bis hinauf auf das Dach des großen Gebäudes. Hier gibt es einen schönen Ausblick und Überblick über die Dimensionen: Das Areal umfasst die Größe dreier Fußballfelder, es ist drei Stockwerke hoch. „Man kann bei guter Sicht schauen bis zum Teufelsberg, und das mitten in Berlin. Das ist schon einmalig“, schwärmt Hegner.

Spies geht es um die „Vernetzung der Welt“

Vor großen logistischen Herausforderungen stehen die Planer des Humboldt-Forums, wenn es darum geht, die vielen Kunstobjekte aus Dahlem nach Mitte zu transportieren. Deutlich wird das an Südseebooten, die im ersten Stock ihre neue Heimat finden sollen. Dort wurde ein Loch in der Wand ausgelassen, durch das locker ein Omnibus käme. Paul Spies, seit 2016 Museumsdirektor der Stiftung Stadtmuseum Berlin, legt viel Wert auf den globalen Charakter des Humboldt-Forums: „Das Stadtmuseum wird weniger lokal, mehr global. Mir geht es um die Vernetzung mit der Welt, hier gibt es Anlass dafür. Wir konzentrieren uns auf globale Verbindungen einer Stadt. Und Berlin ist ja auch gerade wegen der Migration gewachsen“, betont er.

Höhepunkt kommt im Frühjahr

Aber auch Berliner Ausstellungsstücke finden natürlich Platz im Stadtschloss. So hängen Lampen aus dem Palast der Republik, dem Vorgängerbau, in bestimmten Räumen. „Das ist unsere moderne Seite“, freut sich Spies. Zu finden ist auch eine Vase aus dem „Weißen Saal“ des Palastes der Republik, „das gleicht einer Osterei-Suche. Insgesamt sind 30 Objekte aus dem Palast im ganzen Haus zerstreut“, erzählt Baustellenchef Hegner.

Die Bauarbeiten gehen derweil nach Plan weiter. Noch fehlen 29 Millionen Euro aus den Spendengeldern für die barocken Fassaden. Doch bislang steht der für 2019 geplanten Eröffnung nichts im Weg. Und schon bald nähern sich die Bauarbeiten ihrem Höhepunkt: Im Frühjahr 2018 wird an der Kuppel weitergebaut, sagt Hegner: „Die Laterne mit dem Kreuz kommt ganz zum Schluss, gerade läuft dafür die Ausschreibung. Spätestens im Mai 2019 werden wir dann die Laterne mit einem großen Kran aufsetzen.“

 

Quelle: rbb Inforadio, 22.12.2017