„Besucher müssen für Berlin-Ausstellung zahlen“

23.05.2019  Berliner Morgenpost

Der Zugang zum Humboldt Forum wird kostenlos sein. Aber ausgerechnet für die Berlin-Ausstellung sollen die Besucher zahlen.

Von Isabell Jürgens
Der Eintritt in die Berlin-Ausstellung im Humboldt Forum wird kostenpflichtig sein. Bund und Berlin haben sich nicht auf eine Kompensation der Einnahmeverluste für das Land Berlin einigen können, wie aus der noch unveröffentlichten parlamentarischen Anfrage des grünen Abgeordneten Daniel Wesener (Grüne) hervorgeht, die der Berliner Morgenpost exklusiv vorliegt.

Mit der Entscheidung von Kultursenator Klaus Lederer (Linke), für die Ausstellung Eintritt zu verlangen, wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ihr Versprechen, dass der Zugang zum Humboldt Forum auf dem Schloßplatz in den ersten drei Jahren gratis sein soll, nur noch eingeschränkt einlösen können. Grütters hatte im Januar mitgeteilt, man wolle mit diesem bislang einmaligen Pilotprojekt testen, wie sich der freie Eintritt auf die Publikumsströme im Schloss selbst sowie auf die Museen auf der benachbarten Museumsinsel auswirke.

Der Streit geht um eine Million Euro im Jahr

Doch hinter den Kulissen war bereits kurz darauf ein Streit zwischen dem Land Berlin und dem Bund ausgebrochen, wie die dreijährige Testphase finanziert werden soll. Dabei ist die Summe, um die es geht, überschaubar: Man rechne mit „Einnahmen für Ausstellungs- und Veranstaltungstickets sowie kostenpflichtige Vermittlungsangebote von etwa je eine Million Euro für 2020 und 2021“, teilte Berlins Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert in der Beantwortung der Anfrage mit.

Nach der schrittweisen Eröffnung des rund 600 Millionen Euro teuren Gebäudes ab November dieses Jahres sollen einmal mehr als 20.000 Objekte aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien zu sehen sein. Dazu kommen in der Berlin-Schau rund 100 Objekte anhand derer die „Weltgeschichte von Berlin“ erzählt werden soll.

Aus der Bugetplanung für das Haus geht hervor, dass die Stiftung Humboldt Forum – Berliner Schloss für den Unterhalt und den technischen Betrieb des Gebäudes im kommenden Jahr einen Betrag von rund 17 Millionen Euro ansetzt.

Grütters bedauert die Entscheidung

Von den insgesamt 40.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Humboldt Forum nutzt das Land 4000 Quadratmeter, also ein Zehntel für die Berlin-Schau. Zudem muss es für 1000 Quadratmeter zahlen, die die Humboldt-Universität (HU) für ihren Ausstellungsbereich nutzen wird.

„Ich bedauere es sehr, dass das Land Berlin sich nicht dazu durchringen konnte, den Berlinern sowie den Besuchern aus Deutschland und aller Welt die Berlin-Etage im Humboldt Forum für die ersten drei Jahre ohne Eintritt anzubieten“, sagte Kulturstaatsministerin Grütters der Berliner Morgenpost.

Eintritt soll etwa sieben Euro betragen

Noch ist über die Höhe des Eintritts nicht entschieden. Sie soll sich aber an den Preisen anderer Einrichtungen orientieren hieß es aus der Kulturverwaltung. Im Märkischen Museum, in dem das Stadtmuseum Berlin Ausstellungen und Objekte zur Geschichte der Stadt präsentiert, beträgt der Eintritt sieben, ermäßigt vier Euro.

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 23.05.2019

 

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