„Berliner Humboldt Forum soll etappenweise eröffnen“

21.11.2018 rbb Inforadio

Kann Berlin Großbaustellen? Das Humboldt Forum im Berliner Schloss will das beweisen. Bisher lag alles im Kosten- und Zeitrahmen. In den vergangenen Wochen aber hatten Medienberichte Zweifel daran aufkommen lassen.

Von Nadine Kreuzahler

Der Stiftungsrat des Humboldt Forums hat am Dienstag getagt und bekräftigt: Alles läuft nach Plan. Geplant ist jetzt offiziell eine Eröffnung in Etappen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), gleichzeitig Stiftungsratsvorsitzende, ist gut gelaunt, als sie am frühen Dienstagabend aus dem Kronprinzenpalais kommt: „Da alles einstimmig und einvernehmlich beschlossen worden ist, waren wir wirklich sehr schnell fertig und insofern kann ich nur sagen: Diese Sitzung war von einem sehr schönen Geist der Gemeinsamkeit geprägt.

Beschlossen wurde, was schon länger diskutiert worden war: die Eröffnung des Humboldt Forums in Etappen. Pünktlich zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt am 14. September 2019 soll das Gebäude fertig sein. Ende des Jahres soll die Eröffnungsfeier im Humboldt Forum steigen. 2020 eröffnen dann nach und nach die Dauer- und Sonderausstellungen.

Die Sammlungen des Ethnologischen Museums mit den großen Südseebooten und des Museums für Asiatische Kunst sind frühestens im Frühjahr 2020 wieder zu sehen. „Wir wollen das Gebäude auf diese Weise nach und nach erlebbar machen und die Neugier auf das, was man schrittweise geboten bekommt, wachhalten“, so Grütters.

Zeitplan ist eng gesteckt

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Zeitungen über mögliche Baumängel und fehlende Zeitpuffer berichtet. Zuletzt hatte es Probleme mit der Lüftungstechnik gegeben. Ventile waren offenbar zwar richtig bestellt, aber falsch geliefert worden.

Es gäbe im Moment keine Mängel, so Grütters. In einer Stellungnahme zur Sitzung teilt der Stiftungsrat mit: Fertigstellung, Einrichtung und Inbetriebnahme des Hauses seien komplexe Prozesse. Bei allen Terminen zur Eröffnung handle es sich um Richtwerte. Zwischen den Zeilen gelesen bedeutet das: Der Zeitplan ist eng gesteckt. Jetzt darf nichts mehr schiefgehen.

Stiftungsratsmitglied: „Zeitpuffer ist aufgebraucht“

Monika Grütters beteuert zwar: „Sowohl bei den Finanzen gibt es Puffer als auch beim Zeitplan. Die Eröffnung ist aus unserer Sicht nicht gefährdet.“ Stiftungsratsmitglied Hartmut Ebbing, für die FDP im Bundestag, gibt aber zu bedenken, dass der Zeitpuffer aufgebraucht sei. „Das ist ein Zusammenspiel von vielen Sachen, nicht nur der Bau.“ Denn parallel zum Bau müssten die Exponate eingebaut werden, so Ebbing. „Da braucht nur irgendwas schieflaufen. Bautechnisch sind wir in einer kritischen Phase. Weil das, was immer am meisten Zeit kostet, ist der Innenausbau mit all den Kleinigkeiten, die noch zu tun sind.“

Gleichzeitig hat Ebbing aber ebenfalls keinen Zweifel daran, dass die Eröffnung wie geplant stattfinden kann. „Die Zeitachse wird zunehmend enger, aber ich habe da keinen Deut gehört, dass sie nicht zu halten ist. Die möchten das Ding zum Erfolg führen und wir möchten letztendlich auch alle zeigen, dass man auch ein Bauvorhaben in der Größenordnung fertig bekommt in der Zeit, die geplant ist.“ Es gebe eine kreative, positive Stimmung. „Da ist keiner da, der irgendwas verhindern möchte“, so Ebbing.

Der Ehrgeiz ist groß zu beweisen, dass Berlin eben doch Großbaustellen kann. Im Moment stehen die Zeichen dafür noch gut.

 

Quelle: rbb Inforadio, 21.11.2018

 

2 Kommentare zu “„Berliner Humboldt Forum soll etappenweise eröffnen“

  1. Immer die Fixierung auf konkrete Eröffnungstermine! Das gab es so früher nicht. Wenn es ein paar Monate später wird, ist es auch nicht schlimm. Außerdem handelt es sich um eine Bundesbaustelle, nicht eine reine Berliner Baustelle!

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