„Schlossneubau – Onkel Humboldts Hütte“

16.01.2018   Berliner Kurier

Von Ulrich Paul

Die Arbeiten am neuen Berliner Schloss kommen voran. Deutschlands größter Kulturneubau soll unter dem Namen Humboldt Forum im nächsten Jahr fertig werden. Am Montag führte Bau-Chef Hans-Dieter Hegner über die Baustelle.

Das Projekt sei „trotz Risiken im Zeit- und Kostenplan“, sagte Hegner. Wann der Museumsbau eröffnet, stehe aber noch nicht fest. Das soll erst nach den technischen Abnahmen entschieden werden. Das großzügige Foyer ist jedenfalls schon fast fertig.

Das rekonstruierte Innenportal unter der Kuppel erstrahlt in neuem Glanz. Über das Foyer werden die Besucher das Humboldt Forum betreten. Rund drei Millionen Gäste werden pro Jahr erwartet.

Schloss soll modernes Kulturzentrum werden

Das neue Schloss entsteht nach Plänen des italienischen Architekten Franco Stella an der gleichen Stelle, an der die Überreste des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Schlosses 1950 gesprengt worden waren. An der Nord-, West- und Südseite sowie im Schlüterhof werden die Barockfassaden nach historischem Vorbild rekonstruiert.

Die Ostseite am Spreeufer entsteht in moderner Architektur. Sie ist bereits fertiggestellt. Wie die rekonstruierte Barockfassade einmal aussehen soll, ist an der Seite zum Lustgarten zu sehen. Dort wurden die Baugerüste zum Teil bereits abgebaut. Der Rest soll bis Mitte des Jahres folgen. Das neue Schloss soll ein modernes Kulturzentrum werden. Hauptnutzer wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), die hier ihre außereuropäischen Sammlungen zeigen will.

Ein „Meilenstein“ bei den Arbeiten in diesem Jahr werde der Umzug der Südseeboote und Südseehäuser aus den Dahlemer Museen der SPK auf die Schloss-Baustelle sein, sagt Bau-Chef Hegner. Dies sei von Ende Mai bis August geplant. Die Ausstellungsobjekte müssen aufgrund ihrer Größe schon jetzt ins neue Schloss gebracht werden, weil es später nicht mehr geht.

Im Foyer wurden an zwei Seiten große Öffnungen vorbereitet, durch die die Ausstellungsstücke angeliefert werden. Danach werden die Öffnungen zugemauert. Das neue Schloss soll zwar Ende 2019 „betriebsbereit“ sein, das bedeute aber nicht, dass dann schon jede Fläche fertig ist, sagt Bau-Chef Hegner. Das Restaurant auf dem Dach werde möglicherweise erst ein paar Monate später fertiggestellt.

Klarer ist der Stand der Spendensammlung. Von den benötigten 105 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Barockfassaden, der Kuppel und der Innenportale sind laut Johannes Wien 71,3 Millionen Euro eingegangen. Die Sammlung laufe „sehr gut“. Er sei zuversichtlich, das Ziel zu erreichen. Das offizielle Budget für das neue Schloss beläuft sich auf 595 Millionen Euro. Mit allen Extras sind es rund 620 Millionen Euro.

In diesem Jahr sollen die Berliner mit Ausstellungen, Konzerten und Filmen auf das Humboldt Forum eingestimmt werden. Am 22. März eröffnet in der Humboldt Box die Ausstellung „Laut: Die Welt hören“.

Quelle: Berliner Kurier, 16.01.2018

 

 

 

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