So kommt Ihre Spende zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses!

Bericht über unsere Arbeit von 1992 bis 2013, Übergang unserer Leistungen und der Spenden an den Bauherrn

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Der Förderverein Berliner Schloss e.V. hat sich seit seiner Gründung 1992 für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses mit seinen historischen Fassaden eingesetzt. Nicht zuletzt durch seine beharrliche Arbeit, die mit dem Bau der Schloss-Simulation 1993/94 begann und seine darauf folgende, kontinuierlich-konsequente Öffentlichkeitsarbeit,  ist es ihm gelungen, eine politische Mehrheit für den Wiederaufbau des Schlosses in Berlin im Deutschen Bundestag zu gewinnen.

Nach den Beschlüssen des Deutschen Bundestags und der Bundesregierung wird das Schloss als Humboldtforum nun gebaut. Der Baubeginn war bereits im Sommer 2012 mit der Aufnahme der Erdarbeiten. Die Grundsteinlegung erfolgt Mitte Juni 2013.

Im Februar 2013 wurde der Firma Hochtief – Solutions, Hannover, der Rohbauauftrag erteilt. Dieser soll bis zum Sommer 2015 vollendet sein, sodass dann das Richtfest erfolgen kann. Das Humboldtforum im Schloss soll 2017 bezugsfertig sein, die Eröffnung ist aus heutiger Sicht für das Jahr 2019 vorgesehen.

Dieser Erfolg wurde  nur möglich, weil zahlreiche Spender uns mit den nötigen Finanzmitteln ausstatteten, ohne die unsere Arbeit und die damit verbundenen ersten Rekonstruktionsmaßnahmen nicht möglich gewesen wären. Hierfür möchten wir uns  herzlich bei all denen bedanken, die uns auch in schwieriger Zeit die Treue gehalten haben und mit uns an den Erfolg unserer Arbeit geglaubt haben.

Ohne diesen wirklich selbstlosen Einsatz wäre der Wiederaufbaus des Berliner Schlosses sicherlich gescheitert!

Diese großartige Unterstützung wurde uns auch gewährt, weil wir die Qualität der Ergebnisse unserer Arbeit zum obersten, nachprüfbaren Gebot gemacht hatten. Dabei war der Wunsch der Spender und Mitglieder unseres Vereins nach einer möglichst originalgetreuen Rekonstruktion der Schlossfassaden oberste Richtschnur unserer Arbeit. Dieses Ziel wurde mit dem Baubeginn 2012 erreicht und durch die vollständige Übernahme der von uns rekonstruierten Baupläne und zahlreicher Fassadenmodelle im Maßstab 1:1 durch den Bauherrn, die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, eindrucksvoll bestätigt.

Ziel der Arbeit des Fördervereins bleibt die äußere, originalgetreue Wiedererrichtung des Äußeren des Berliner Schlosses. Unser Aufgabengebiet hat sich aber verändert, wir sammeln nun ausschließlich Spenden für die Verwirklichung dieses Ziels, die wir dem Bauherrn für die Rekonstruktion des Schlossäußeren zur Verfügung stellen.

Der Grundsatzbeschluss des Deutschen Bundestags  vom 4. Juli 2002, der eine moderne Westwand des Schlüterhofs und eine neue Ostfassade vorsieht, wird von uns akzeptiert. Ohne diese Konzession wäre der Wiederaufbau des Schlosses politisch nicht mehrheitsfähig geworden.

Von Anfang an galt und gilt auch weiterhin für die Rekonstruktion der historischen Schlossfassaden die folgende Grundlage für unsere Spendensammlung:

Die Planung der Schlossfassaden, die Herstellung der Modelle und Prototypen sowie der endgültigen Ausführung der verschiedenen Fassadenelemente in Sandstein müssen in ihrer Qualität so weit wie irgend möglich dem Original entsprechen.
Dies erfordert die gleiche, hochwertigste Qualität wie sie die historischen Bauten im Umfeld des Schlosses haben. Diese würden entwertet, wenn wir nur einen simplen Abklatsch des historischen Schlosses zulassen würden. Niemand würde sein Geld für eine schlecht gemachte Schlosskopie geben.

Die hohen Erwartungen nach möglichst großer Originalgetreue der äußeren Fassaden und des Schlüterhofs, setzten eine akribische, detaillierte Recherche in den historischen Archiven voraus. Deren Ergebnisse wurdem von unserem Architekten, dem Büro Stuhlemmer & Stuhlemmer, Berlin,  in die Planung umgesetzt . Hier hatte man die nötigen historischen Kenntnisse und vor allem auch eine große Sensibilität bei der Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Planung. Die Planungsarbeiten des Büros erfreuen sich inzwischen großer Anerkennung in allen mit dem Schloss befassten Fachkreisen. Der Juniorchef, York Stuhlemmer, arbeitet beratend mit seinem ganzen Knowhow im Team des Architekten Prof. Franco Stella beratend mit, mit dem Schwerpunkt der künstlerischen und architekturhistorischen Qualitätssicherung bei der Rekonstruktion der Fassadenelemente.

Es gibt erfreulicherweise eine ausreichende Anzahl von Steinbildhauern, die die nötige Bildung und das erforderliche Einfühlungsvermögen in die große Kunst der Schlüterschen Bildhauerwerkstatt und ihres großen Meisters haben. Solche begnadeten Künstler  hatten wir schon früh gefunden und unter

Andreas Schlüter: Kartusche aus dem Portal I des Berliner Schlosses
Rekonstruktion des Bildhauers Eckart Böhm, Potsdam

Vertrag genommen und konnten so die bildhauerische Qualität der von uns entwickelten Fassadenmodelle gewährleisten. Der Planungs- und Wiederaufbauprozess und die Umsetzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse begannen schon 2004. Unsere Forschungsarbeiten zum Berliner Schloss reichen weit in die Neunziger Jahre zurück.

Sie bezogen sich vorrangig auf die Auswertung, Digitalisierung und fotogrammetrische, CAD-gestützte, maßhaltige Vermessung von über 3000 Schlossfotos als Grundlage für die Rekonstruktion der schon im 18. Jh. verschollenen Baupläne des Schlosses.

Darüber hinaus wurden fast 4000 Bauakten aus allen Bauperioden am Schloss gesichtet und ausgewertet. Diese jahrelange, akribische, investigative Arbeit hat den von uns beauftragten Architekten und Künstlern einen erheblichen Wissensvorsprung gegeben, der nun bei der Realisierung des Bauvorhabens auf den Bauherrn übertragen wurde.

Die in unserem Auftrage geschaffenen Aufmaßpläne der drei Barockfassaden und des Schlüterhofs des Schlosses, mit einer Abweichung von unter 1 % zum Original, waren die Grundlage für den  Architekturwettbewerb “Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt-Forums”, der Ende 2008 entschieden wurde. Inzwischen sind unsere Baupläne Grundlage für die Entwurfs- und Ausführungsplanung des Architektenteams um Prof. Franco Stella, dem Sieger des Wettbewerbs, der nun endgültig mit dem Bau des Berliner Schlosses und Humboldtforums beauftragt wurde.

Die staatliche “Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum”, Berlin, ist der Bauherr des Schlosses und unser Partner bei der Spendensammlung

Zum Bauherrn und Eigentümer des Schlosses und Humboldt-Forums wurde die 2009 gegründete, gemeinnützige und privatrechtliche Stiftung  “Berliner Schloss-Humboldtforum” von der Bundesregierung eingesetzt. Sie als Bauherr setzt bei der Auftragsvergabe die Maßstäbe für die beim Schlossbau vom Staat erwartete eindeutige, integrierte Qualität, Gewährleistung und Produkthaftung der beauftragten Firmen und Handwerker für den gesamten Bau. Dies gilt auch für die von ihr beauftragten Architekten als Gesamtplaner.

Eine solche Haftung kann der Förderverein schon aus Gründen seines fehlenden Eigenkapitals nicht übernehemen. Deswegen sind wir glücklich über die Möglichkeit, unsere bisherige Verantwortung auf die Stiftung übertragen zu haben und sehen mit Freude, wie unsere zahlreichen Vorarbeiten von ihr akzeptiert und mit Lob an uns übernommen wurden.

Die Art der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses ist ohne Beispiel.  Die Bundesregierung und das Land Berlin übertrugen die Grundstücke und  statten die Stiftung mit den Investitionsmitteln für den Bau aus. Die Nutzer stellen ihr später die Mittel für die Einrichtung der Museen und den Betrieb zur Verfügung.

Die gemeinnützige Stiftung ist unser alleiniger Partner und erhielt alle unsere Leistungen. und Geldmittel. So wurden Baupläne und Fassadenmodelle im Wert von fast 10 Millionen Euro übergeben – und mehr als 10 Millionen Euro in Geld (Stand Juni 2013) . Es wurde verbindlich vereinbart, dass alle Spendengelder, die der Förderverein an die Stiftung überträgt, ausschließlich für die Rekonstruktion der historischen Fassaden verwendet werden müssen.

Die Stiftung hat im Sommer 2011 in Berlin-Spandau eine Bildhauerwerkstatt eingerichtet, die die bisherigen Arbeiten des Fördervereins weiterführt. In dieser Schlossbauhütte entstehen nun nach und nach alle 1:1 Modelle des Schlossfassaden in einer authentischen, hinreißend schönen Qualität. Den bisherigen, von uns beschäftigten Fachleuten, gesellten sich weitere hinzu. Der Förderverein ist wegen seines Knowhows und der Verantwortung gegenüber den Ansprüchen der Spender in der Abnahmekommission vetreten, die die Qualität der einzelnen Werkstücke beurteilt.

Alle Möglichkeiten des Fundraising sollten ausgenutzt werden

Großspender, die aus Gründen Ihres Ansehens lieber die Stiftung als Partner anstelle des Fördervereins bevorzugen würden, können ihre Spende auch unter Vermittlung von uns direkt an die Stiftung leisten. Beide Institutionen ziehen an einem Strang und arbeiten äußertst vertrauensvoll zusammen!

 

 

Allen geht es immer nur um den Gesamterfolg des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses als Humboldtforum. Diesem Ziel haben sich alle Anstrengungen unterzuordnen.