Die Preisträger des Architekturwettbewerbs 2008
Wir stellen Ihnen hier die prämierten Entwürfe des Architektenwettbewerbs:
Wiedererrichtung des Berliner Schlosses –
Bau des Humboldt-Forums
vor.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann: “Juryentscheidung zum Humboldt-Forum ist eine gelungene Umsetzung des Bundestagsbeschlusses.”
Nach zweitägiger Beratung hat sich das Preisgericht des Wettbewerbs für die “Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt-Forums im Schlossareal Berlin” für den Entwurf des Architekten Francesco Stella aus Vicenza (Italien) entschieden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nahm als Sachpreisrichter an der Preisgerichtssitzung teil.
Er würdigte den Siegerentwurf als schlüssiges und tragfähiges Gesamtkonzept zur Schaffung eines neuartigen Zentrums kultureller und wissenschaftlicher Begegnung von internationaler Bedeutung: “Der Entwurf besticht durch eine kluge architektonische Verknüpfung von Alt und Neu, von moderner Nutzung und der Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses. Der 1. Preis wird in optimaler Weise dem Beschluss des Deutschen Bundestages gerecht, der die Wiedererrichtung der barocken Fassaden der Nord-, West- und Südseite sowie von drei Fassaden innerhalb des Schlüterhofes und eine Rekonstruktion der historischen Kuppel vorsieht.”
Bernd Neumann betonte weiter: “Die Einstimmigkeit der Preisrichter spricht für die Stärke des Siegerentwurfs und bildet eine gute Ausgangslage für die rasche Umsetzung dieses größten Kulturbaus des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Berlins historische Mitte erhält ein architektonisches Glanzstück zurück. Nun ist es an uns, mit der zügigen Realisierung zu beginnen. Neben der baulichen Ausgestaltung des Entwurfs muss nun die Konkretisierung der kulturellen Inhalte des Humboldt-Forums voranschreiten. Hier soll in direktem inhaltlichen Zusammenhang mit der Museumsinsel ein Ort des Dialoges der europäischen Kulturen entstehen, an dem Geschichte erlebbar und durch neue Werkstätten des Wissens erfahrbar werden. Dabei kommt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), deren außereuropäischen Sammlung den größten Teil der Fläche des Humboldt-Forums einnehmen, eine herausragende Bedeutung zu.”
Auf insgesamt rund 40.000 m² Nutzfläche werden drei Einrichtungen das Humboldt-Forum im Berliner Schlossareal bespielen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) wird mit den außereuropäischen Sammlungen – Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) – einen Großteil der Fläche nutzen. Sie wird mit der Humboldt-Universität (HU) und der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) zusammenarbeiten. Neben den Ausstellungsbereichen, die von SPK und SMB genutzt werden, werden die Werkstätten des Wissens als zentraler Kooperationsbereich von SPK, SMB, HU und ZLB ein Ort der kulturellen Bildung und der wissenschaftlichen Arbeit sein. Darüber hinaus ist die Agora als gemeinsamer Eingangs- und Veranstaltungsbereich des Humboldt-Forums vorgesehen.
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Die Preisträger
1. Preis: Wettbewerbs-Nr. 1128, (mit 15:0 Stimmen)
Architekt:
Francesco (Franco) Stella, Vicenza, Italien
Leitidee:
Durch die Disposition und Architektur (der Baukörper des Weiterbaus) schaffen sie alte und neue, offene und gedeckte Stadtplätze: (…) den Schlüterhof, das neue Schlossforum (…), die neuen, glasgedeckten Plätze und Wege der Agora, das neue Loggien- und Treppenhaus, ein öffentliches Belvedere (…). Die “Nahtstellen” zwischen rekonstruierten und neuen Bauteilen sind auf wenige, notwendige Anschlüsse reduziert.
Grundsätzliches
Stella rekonstruiert originalgetreu die drei barocken Stadtfassaden des Schlosses. die drei barocken Fassaden des Schlüterhofs und die historische Schlosskuppel. Er erhält die Fragmente der originalen Schlosskeller im Westen des Schlossgrunds. Die östlichen Keller wurden bereits mit dem Bau des Palastes der Republik im Jahre 1973 vernichtet.
Die Ostfassade wird zurückhaltend in Form einer offenen Loggia mit Belvedere neu entworfen, ebenso die Westwand des Schlüterhofs, die bis zur Sprengung als Ostwand des alten Quergebäudes im Neo-Renaissance-Stil aus der Zeit Kaiser Wilhelms I. gestaltet waren und im unschönen Gegensatz zu den Schlüterfassaden stand.
Die Entwurfsplanung zeigt noch ohne Probleme zu behebende Mängel: Sie ist zu teuer, in erster Linie durch die Planung auch der Eosanderfassaden des Großen Schlosshofs und eine um 2000 m² größere Nutzfläche als gefordert.
Nachgebessert werden sollen die Risalite des Schlüterhofs, die nach einem Votum des Preisgerichts wieder die Struktur der historischen Treppenhäuser aufnehmen sollen.
Für die Ausführungsplanung wird ein Zeitraum von neun Monaten erwartet.
Modellansichten
| Das neue Schloss von Westen zu den Linden hin | Das neue Schloss von Osten (Spreefassade) |
Fassadenansichten
Grundrisse
Ansichten des neuen Schlosses
Aus den Entwürfen Stellas von Eldaco, Berlin in unserem Auftrag entwickelte neue Ansichten des Schlüterhofs
Wettbewerbsansichten Stellas
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Wir erarbeiten z.Zt. dreidimensionale Ansichten des Schlosses nach dem Entwurf Stellas. Wir werden diese baldmöglichst hinzufügen!
Weitere, vom Preisgericht ausgezeichnete Entwürfe
2. Preis (wurde nicht vergeben)
3. Preise (Es wurden vier 3. Preise vergeben)
Wettbewerbs-Nr. 1113 (mit 10:5 Stimmen)
Architekten: Prof. Kollhoff Generalplanungs GmbH
Leitidee:
Unser Entwurf zielt auf eine ganzheitliche physische Präsenz des wiederhergestellten Schlosses….
Jede Kontrastierung von Historie und Erfindung wird vermieden zugunsten einer lustvollen Aktualisierung der Überlieferung bzw. Historisierung des Zeitgeistigen.
| Schlüterhof Westwand (ehem Quergebäude) |
Wettbewerbs-Nr. 1118 (mit 10:5 Stimmen)
Architekten: Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten
Leitidee:
Geist des Ortes und Entdeckungslust.
| Neue Spreefassade | Schnitt neue Westwand zum Schlüterhof | Schnitt West-Ost |
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| Schlüterhof mit Lichteinlässen zum Untergeschoss | Museumsräume |
Wettbewerbs-Nr. 1122 (mit 10:5 Stimmen)
Architekten: Prof. Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt
Leitidee:
Die Leitidee des Entwurfs ist die Verbindung der Rekonstruktion des Schlosses und des Humboldt-Forums zu einer neuen, ästhetischen Einheit. Nicht ein Kontrast zur rekonstruierten barocken Architektur wird gesucht, sondern ein Weiterbau im Sinne Schlüters mit den Mitteln unserer Zeit.
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| Eosanderhof | Agora |
Wettbewerbs-Nr. 1127 (mit 12:3 Stimmen)
Architekten: Maria Grazia Ecceli e Ricardo Campagnola Architetti, Verona in ARGE mit Michele Caja und Silvia Malcovati, Milano
Leitidee:
Die Richtlinien unseres Entwurfs für die Wiederherstellung des Schlosses entwickeln sich aus einer Betrachtung seiner genetischen, fast schon mythischen Elemente, welche seine Erfahrung und die Wiedergabe der “Materie”, in der sich die barocke “Fassung” eingeschrieben hat, bilden die Beziehung zum Wasser und die typologische Definition.
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| Eosanderhof | Agora – Galerie | Galerie |
Sonderpreis
Wettbewerbs-Nr. 1115
Architekten: Kuehn Malvezzi, Berlin
Leitidee:
Leitidee des Entwurfs ist ein erweiterter Begriff der Agora. Eine Raumfolge, die Außen- und Innenräume integriert, verbindet das Humboldt-Forum fließend mit der Stadt. Der überkuppelte Eosnderhof ist öffentlicher Empfangsraum.
Dieser Entwurf sieht die Vollendung der Schlossfassaden in drei Phasen vor: Ziegelmauerwerk, Portale und schließlich alle Elemente der historischen Fassaden.
| 1. Phase | 2. Phase | 3. Phase |
| Eosanderflügel, mit einem Glasdach als Empfangsraum |
Angekaufte Entwürfe
Wettbewerbs-Nr. 1103
Achitekten: nps tchoban voss Architekten, Berlin
Leitidee:
Leitidee des Entwurfs zur Errichtung des Humboldt-Forums ist die Vollendung des Stadtschloss-Außenkörpers mit Aufnahme und Weiterentwicklung der stadtraumbildenden Barockfassaden und die Einfügung eines geschlossenen, modernen Raumkubus an den Schlüterhof.
Wettbewerbs-Nr. 1104
Architekten: Rainer Herbst & Partner, Berlin
Leitidee:
Leitidee des Entwurfs ist es, mit dem Bau des Humboldt-Forums den städtebaulichen Raum entsprechend des historischen Vermächtnisses wieder herzustellen und den Dialog mit den angrenzenden Strukturen wiederaufzunehmen. Das Eingangshaus im Ostflügel nimmt die Volkshausidee der früheren Geschichte auf.
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Blick aus dem Apothekerflügel (Eingangshaus) zur Museumsinsel



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