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Wilhelm von Boddien


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(2746)
(2446) Hagen
Wed, 30 March 2011 18:47:29 +0000

@ Kathi: Was stimmt Sie traurig daran, daß sich die Menschen nach Ihrer Geschichte, Ihrer Tradition und Ihren architektonischen Zeugnissen sehnen?

Traurig finde ich den fatalen Misch aus bewußter Geschichtsverachtung, Hingabe zum bewußt banalen und die Erhebung des Unästhetischen zur Leitkultur in dem irren Glauben an eine Pseudomoderne.

Der "Palast" der Republik war in seiner banalen und betonierten Brutalität Gestalt gewordenes Zeugnis eines zutiefst menschenverachtenden Systems. Freiheit wurde hier nur ganz kurz und eher aus einem Zwang heraus geatmet. Wenn man schon mit Begeisterung die gesamte Architektur der Nazis zerstört, warum dasselbe nicht für die roten Faschisten? Davon steht noch viel mehr!

Das Schloß steht für eine gewaltige Epoche deutscher Geschichte unter dem Banner von Freiheit, Recht und Brüderlichkeit! Deshalb haben ihn die Kommunisten ja auch gesprengt. Das zu heilen ist allein schon Pflicht genug!


(2445) Kreuzberger
Tue, 29 March 2011 22:59:21 +0000

Es ist schon merkwürdig, daß jemand schaurigste architektonische Entgleisungen zu konservieren bereit wäre, nur um sich wehmütig an den Untergang der Verursacher eben dieser architektonischen Verirrungen erinnert zu fühlen.

(2444) Ernst Ludwig
Tue, 29 March 2011 21:20:03 +0000

Ach, Kathi, 20 Jahre Diskussion sind an Ihnen offenbar spurlos vorübergegangen.
Es kommt immer darauf an, wo man Geschichte beginnt. Das Schloß stand in seinen ältesten Teilen 500 Jahre; der "Palast d.R." war gerade mal 16 Jahre in Funktion, die Jahre des nutzlosen Herumstehens nicht mitgerechnet.
Womit verbindet sich wohl mehr Geschichte?

(2443) Kathi
Tue, 29 March 2011 20:50:52 +0000

"Ich will auf dieser Seite endlich lesen, daß das Schloß mitsamt der Kuppel gebaut wird - ohne wenn und aber!
Wir wollen unsere historischen Stadtzentren zurück ! ! Wir wollen ein Stück Geschichte zurück."
Solche Sätze stimmen mich traurig. Ein Stück deutscher Geschichte wurde zerstört für dieses Schloß. In dem PdR wurde die Wiedervereinigung und die Auflösung der DDR beschlossen und es gab Freiheit für über 17Mio Menschen. Dieses Gebäude hätte erhalten werden müssen, auch wenn es Städtebaulich nicht reinpasst. Schloß hin oder her, Touristen hätten den PdR bestimmt genauso besucht. Und was der Abriss des PdR und Neubau des Schloßes an Geld kostet, ist noch ein anderes Thema....

(2442) Dominik Dietz
Sat, 26 March 2011 20:31:31 +0000

@Hagen: Vielen Dank! Sie sprechen mir aus der Seele!!!!

(2441) Hagen
Fri, 25 March 2011 17:10:58 +0000

Ich will auf dieser Seite endlich lesen, daß das Schloß mitsamt der Kuppel gebaut wird - ohne wenn und aber!
Der Kommentar von Nikolas Schall sagt dazu alles. Nur einer Aussage muß ich widersprechen: Die Moderne hat keine beeindruckenden Zeugnisse, sondern zu 99% absolute Armseligkeit hinterlassen. Primitivarchitektur für Nutzmenschen. Davon will kein Mensch mehr etwas sehen.

Wir wollen unsere historischen Stadtzentren zurück ! ! Wir wollen ein Stück Geschichte zurück und damit ein Stück unserer Seele!

Ich bin die Kommentare zu Krieg und Schuld leid! Man kann wieder aufbauen und Wunden heilen. Nur Nestbeschmutzer und Ewiggestrige wollen eine fortwährende Bestrafung mit sogenannter "moderner Architektur". Mit dieser Gesinnung muß endlich Schluß sein!
Daher baut das Schloß, am besten mit einer historischen Fassung wie in Dresden! Die Touristen werden es den Berlinern danken!



(2440) Nicolas Schall
Tue, 22 March 2011 17:06:47 +0000

Wenn man die Straße "Unter den Linden" Richtung Schlossplatz entlangläuft wird man von sovielen schönen Gebäuden überwältigt und kommt aus dem Staunen kaum heraus, lediglich an der Schlossbrücke spürt man, dass der krönende Abschluss verloren gegangen ist. Die Geschichte hat uns hier ein Ensemble hinterlassen, das unersetzlich ist und unbedingt nach seiner Vollendung verlangt!

Gerade in Berlin hat moderne Architektur soviel Platz bekommen wie in kaum einer anderen "alten" internationalen Metropole und sie hat hier auch beeindruckende Zeugnisse hinterlassen. Jahr für Jahr bekommt sie neue Chancen an allen Ecken und Enden dieser Stadt, aber an dieser historischen Stelle braucht die Stadt keine Moderne.

Das Ensemble Unter den Linden/Schloss muss wieder vervollständigt werden, die historische Mitte muss wiederhergestellt und der Museumsinsel und dem mächtigen Dom muss sein historisches Gegenstück gegenüber gestellt werden.
Ich bin sicher, steht das Schloss erstmal und belebt mit der tollen Idee des Humboldt-Forums die alte Mitte wieder, dann werden sich alle Diskussionen in Wohlgefallen auflösen, nur das Schloss wird dem Schlossplatz gerecht.

(2439) BergischerBembel
Fri, 18 March 2011 07:48:13 +0000

Ich befürchte das bei einem Wahlsieg von rot-grün, das Thema Stadtschloss politisch motiviert torpediert und schlussendlich gestrichen wird und wir anstatt einer Barockfassade, "modernen Stahlbeton" gegönnt bekommen. Ich hoffe ich habe unrecht!!!

(2438) Kreuzberger
Wed, 2 March 2011 23:07:00 +0000

Die Grünen sähen an diesem zentralen Ort sicherlich lieber eine repräsentative Moschee und die Linke wird für den Fall ihrer Machtübernahme bereits Wiederaufbaupläne für den Palast der Republik in der Schublade haben.
Man sollte sich davon aber nicht beirren lassen. Es ist ja keiner gezwungen, diese Parteien zu wählen.

(2437) Kralle
Wed, 2 March 2011 19:44:33 +0000

Die Grünen zeigen sich mal wieder von ihrer "fortschrittlichen" Seite. Sie werden wohl Wahlkampf gegen das Schloss machen.

Die TAZ berichtet:

Die Koalitionäre SPD und Linke sind sich beim Themenkomplex Schloss-Rekonstruktion und Humboldtforum so uneins wie nie. Das freut vor allem die grünen Schlossgegner: Alles auf Anfang, fordern sie
VON ROLF LAUTENSCHLÄGER

Beim Thema Wiederaufbau des Berliner Schlosses stimmt ein halbes Jahr vor der Abgeordnetenhauswahl im September in der rot-roten Regierungskoalition nichts mehr. In der Debatte über das umstrittene Bauvorhaben setzte sich die Linke am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses klar von der SPD und dem gemeinsamen Senatsbeschluss aus dem Jahr 2007 ab. Darin hatte sich die rot-rote Koalition für den Wiederaufbau des Stadtschlosses und die Beteiligung des Landes am Humboldtforum ausgesprochen.
Während Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) das zukünftige Humboldtforum als Standort für die Außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin gestern verteidigte, griff die Linke das Projekt in ungewöhnlicher Schärfe an. Einer Rekonstruktion fehle "die Akzeptanz in der Stadt", sagte Thomas Flierl, bis 2006 selbst Kultursenator. "Die Diskussion über das Projekt läuft schlecht", es mangele an einer "inhaltlichen Präzisierung" über ein Konzept.



(2436) kater
Sun, 20 February 2011 22:56:29 +0000

Ja, das Verhältnis zum Kulturerbe ist in Deutschland immer noch schlecht, wenn man das mit anderen Ländern vergleicht - da hätte sích in über 60 Jahren Abstand zum GröFaZ-Reich mehr tun müssen...Es ist ja gerade wichtig, seine Zukunft auf die positiven Traditionen zu gründen, die es zweifelsohne bei der Kulturnation Deutschland gibt !
Tja ,ich freue mich schon auf eine Woche Prag im April und beneide die Tschechen glühend um ihre schöne historische Hauptstadt - da gibt es doch tatsächlich ein Schloss (Hradschin), welches keine italienische Hochgarage als Ostfassade hat, oh Wunder...

(2435) BergischerBembel
Fri, 18 February 2011 05:22:11 +0000

Vielleicht liegt es daran, dass unser Volk aus "Bessermenschen" und "Moralaposteln" besteht, die in allem "Alten" faschistische Merkmale sehen. Und das vor Allem in Berlin!

(2434) Koenig
Thu, 17 February 2011 22:46:31 +0000

mir will nicht einleuchten,wieso bei der Rekontruktion historischer Gebäude in
Deutschland immer Kopromisse eingegangen werden müssen.Warum muß die Ostfassade des Berliner Schloßes modern gestaltet werden,oder das Quergebäude des Schlüterhofes.Diese Mischung aus alt und neu passt einfach nicht zusammen.Es sind architektonische Mißbildungen.Schlimmes Beispiel ist das neue Treppenhaus des Neuen Museums in Berlin.Die Berliner sollen sich ein Beispiel an den Potsdamern nehmen,
die ihr wiederaufzubauendes Schloß zumindest äußerlich komplett nach historischem Vorbild neu gestalten.
König

(2433) kater
Wed, 26 January 2011 18:12:41 +0000

Leider fällt mir da auch nur die Bildsuchfunktion bei google ein, da ist einiges zu Monbijou zu finden - ansonsten hat die Nicolaische Verlagsbuchhandlung im Jahre 2005 ein Buch herausgebracht: "Thomas Kemper - Schloss Monbijou - Von der königlichen Residenz zum Hohenzollern-Museum" - 336 Seiten und reich bebildert - wenn es noch zu haben ist, kostet es inzwischen unter 20 Euro. Viel Fotomaterial auch zu alten Städten findet man unter www.bildindex.de

Gruss,
Kater

(2432) MitteinsHerz
Mon, 24 January 2011 11:16:18 +0000

@ kater:

Sehr interessant, Ihre Anführungen über das ehem. Stadtzentrum. Können Sie hier mal entspr. Bildseiten verlinken? Bin spez. an Fotomaterial vom Monbijou händeringend interessiert. Habe bisher im www leider nur wenig anschauliches Fotomaterial über den Namensgeber des Parks gefunden. Als vorweggenommene Gegenleistung, hier mal ein seeehr schöner Link: http://www.digitour.de/home/berlin/
Überhaupt, wer hier Links geben kann, ich freu mich über alles in dieser Richtung. Gern auch aus anderen schönen alten Stadtzentren, wie das alte Frankfurt, Leipzig oder Hamburg.

Gruß
MiH

(2431) kater
Sun, 23 January 2011 12:19:01 +0000

Naja ,ich würde "Maus" nicht nur negativ sehen, denn man kann ja durch sachliche Auseinandersetzung den eigenen Standpunkt bekräftigen und das schadet m.E. "Maus" mehr, als dass es ihr/ihm nützt...
Ich habe mich gerade wieder mit der Berliner Architekturgeschichte beschäftigt und gesehen, wie eine ursprünglich im Stadtzentrum durchaus ansehnliche Stadt seit der Kaiserzeit verpfuscht wurde. Dies wurde spätestens seit den 20er jahren auch kritisiert, aber extreme Ideologien und Kriege vollendeten das Zerstörungswerk.
Solche vermeidbaren Verluste wie das Reichspräsidentenpalais, Schloss Monbijou, Villa Kameke usw. , die der Stadt noch mehr von ihrem Gesicht nahmen, sollten geradezu eine Verpflichtung darstellen, wenigstens das Schloss so originalgetreu wie möglich wiederaufzubauen, denn irgendwelche Beton-/Glas-/Stahlmonster, die auch in Dallas oder Denver stehen könnten, sind ja wohl das Letzte...
Ich hatte vor einigen Jahren mal mit Sorge die Planungen beim Wiederaufbau der St.Georgenkirche in der Hansestadt Wismar verfolgt - die 1961 gesprengte NO - Kapelle sollte "modern" wieder aufgebaut werden, aber glücklicherweise ist sie dann doch originalgetreu wieder hergestellt worden, sehr zum Nutzen des Gesamtbildes der Kirche...

(2430) Mäusefänger
Sun, 16 January 2011 17:04:06 +0000

Es ist nicht zu fassen. Unser Mäuse-Troll hat es wieder geschafft, einige Leute ins Diskutieren zu verwickeln. Na, dann viel Spaß beim immer gleichen Drehen der immer gleichen Gedanken.

(2429) kater
Sun, 16 January 2011 15:31:31 +0000

Habe mir gerade den Link über v.Butlars Erzeugnis durchgelesen - interessant, wie er den polnischen Professor Zachwatowicz zitiert, der an sich einen "Horror" vor Rekonstruktionen hatte,sich aber dennoch dazu entschliessen musste, denn sonst hätte eine Stadt wie Warschau vollends ihre identität verloren.
Natürlich ist es besser, Originalsubstanz zu erhalten, wo immer es geht, aber Krieg und 2. Zerstörung haben nuneinmal vieles getilgt und warum sollte da nicht gerade im ebenfalls hart betroffenen Deutschland ebenfalls Pragmatismus a la Zachwatowicz herrschen ? Auch wir brauchen mehr denn je Identitätsstiftendes und das kann sich nur so nahe wie möglich am ehemaligen Original orientieren, ohne dass da irgendwelche schwachmatige Moderne reinpfuscht !
Von Butlar ist für mich überhaupt nicht überzeugend ,wenn er da Polen eher "vergibt", denn in Deutschland sind ja so gut wie alle grösseren Städte zerstört worden und haben ebenfalls viel Identität eingebüßt. Ich kenne übrigens den zitierten Bau Neuer Markt 5 in Potsdam - für das Glasteil kann ich mich nicht erwärmen, denn es bringt irgendwie kalte "Businessatmosphäre" in einen der schönsten Potsdamer Plätze - ich hoffe, dass sich das bei weiteren geplanten Leitbauten in Potsdam nicht wiederholt...
Kater

(2428) kater
Sun, 16 January 2011 12:03:20 +0000

An Maus: Irgendwie ist das doch alles übles Schmierentheater - es liegen ja schliesslich genügend Fälle guter Rekonstruktionen im In-und Ausland vor,die auch entsprechend angenommen werden und von denen man lernen kann.
Das Berliner Schloss war nun einmal ein sehr bedeutendes Kunst-und Geschichtsdenkmal und verdiente schon deshalb eine möglichst getreue Rekonstruktion der gesamten Aussenhülle und von allem historisch bedeutsamen Interieur.Für mich gibt es 3 Hauptfehler beim gesamten Vorhaben:
1. Die viel zu kurz angesetzte Bauzeit - man kann die ruhig auf Jahre und evtl. Jahrzehnte ansetzen und dann entsprechend in kleinen,überschaubaren Raten finanzieren - so z.B. geschehen im gewiss nicht reichen Polen
2. Natürlich sind Beiträge des Fördervereins gut, aber er kann wirklich nur einen relativ kleinen Teil der Finanzierung beitragen, alles andere ist Illusion
3. Von Brüchen haben wir ja nun wirklich genug in Deutschland und schlimmer als im Berliner Stadtzentrum geht es wohl kaum - postmoderne Architektenergüsse haben am Schloss wirklich nichts zu suchen - wahrscheinlich agiert da aber wieder eine mächtige Lobby, für die es ein fetter Brocken wäre, sehr zu Ungunsten des Endergebnisses...

Kater

(2427) Kreuzberger
Fri, 14 January 2011 22:03:38 +0000

Hier wird wohl niemand etwas dagegen haben, von "authentischen" Rekonstruktionen doch lieber abzusehen.
Wir setzen uns ja auch für eine authentische Rekonstruktion ein, ohne Gänsefüßchen.

(2426) Maus
Fri, 14 January 2011 15:28:56 +0000

Sparsam sind die Nachrichten, die die Öffentlichkeit derzeit über den Stand der Dinge zum Humboldt-Forum erhält. Offenbar vermeidet man eine Thematisierung, nicht zuletzt im Zusammenhang mit den anstehenden Wahlen, und dem Wissen um die außerordentlichen Reaktionen bei Bekanntgabe des Sparpaketes im vergangenen Jahr, bei denen die Kanzlerin konstatieren mußte, dass der Humboldt-Forum-Rekonstruktionsbau nicht vermittelbar sei.

Zum Thema Rekonstruktion möchte ich für den Leser eine interessante Buchvorstellung verlinken:


"DEENKMALPFLEGE STATT ATTRAPPENKULT"
von Adrian von Buttlar


Warum wir auf "authentische" Rekonstruktionen verlorener Baudenkmäler verzichten sollten.


http://www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal/sonderthemen/standpunkte/tui1210_denkmalpflege_statt_attrappenkult/


(2425) Oli
Fri, 14 January 2011 13:48:09 +0000

Man hört nach langer Zeit endlich mal wieder, daß es voran geht, auch fordert man "eine" Kuppel, vor allem Kulturst. Naumann. Dies sei bereits beim Reichstag kontrovers diskutiert worden.
Bei mir schrillen alle Alarmglocken: Nun spricht man von "einer" Kuppel, nicht von "der" (ursprünglichen, in Form und Architektur). Der olle Eierbecher, den nur wenige Modernisten schick finden und der wie eine billige Plexiglashaube wirkt (Baumarkt auf klassischer Architektur), hat ja auch schon die Gemüter gespalten.
Will man beim Berliner Schloß nun denselben Fehler wiederholen? Wieder so ein "symbolträchtiger" Bruch? Reicht nicht schon diese Hochgaragenplatte zur Spreeseite (einst die schönste Seite des Schlosses)? Wer findet das schön?
Ich sitze wie viele in den Startlöchern und bin bereit zu spenden, aber nur für ein Schloß mit originaler Kuppel. Plexiglaskuppeln finde ich bei jedem Baumarkt, das will ich an einem solchen Gebäude nicht sehen.
Wie steht es mit den potentiellen Spendern für die Kuppel?

(2424) Ferry Ohlsen
Tue, 4 January 2011 23:26:22 +0000

Mich zieht es alle paar Monate wieder auf diese Seite und ich möchte einfach kurz danke sagen - danke für die großen Mühen die Sie auf sich nehmen, danke für die ständigen Diskussionen, das hin und her, und die etlichen Anläufe trotz kleinerer und größerer Rückschläge! Lassen Sie sich bitte nie entmutigen!
Soviele sachliche, kulturelle/historische, aber auch städtebauliche Argumente für den wiederaufbau mir auch einfallen mögen - letzten Endes ist und bleibt das Schloss für mich eine Herzensangelegenheit!

Weiter so - Danke!

Ferry Ohlsen (25)

(2423) Kreuzberger
Sun, 19 December 2010 23:56:54 +0000

Erfreulich, daß Mäuse Winterschlaf halten. Aber müssen sich gleich alle anstecken lassen?

Hallo!?

(2422) Eike Gramsch
Sat, 4 December 2010 09:33:43 +0000

Aloha,
Gruesse aus dem Paradies, ( Hawaii )
deutsche Freunde schickten mir ein Gratisexemplar " Berliner Extrablatt",dessen Inhalt von dem Vorhaben des Wiederaufbau des Berliner Schlosses berichtet. Ich bin zu lange (55 Jahre) im Ausland und habe von tuten und blasen keine Ahnung. Ich weiss ,dass Berlin 2 Unis hat. Die Aeltere ist die Humbodt Uni. Jetzt steht auf Seite 4
des oben erwaehnten Blattes etwas vom Forum und auf Seite 3 eine Simulation einer Humboldt- Box. Wollen Sie eine Box,ein Forum oder ein Schloss bauen? Ich bin scheinbar zu dumm. Als Mitglied der Kriegsgraeber Fuersoge gehen Spenden auf ein Konto in den US. Haben Sie etwas aehnliches ? Mit freundlichem Gruss Eike Gramsch ( Herr)

(2421) MitteinsHerz
Wed, 1 December 2010 10:08:14 +0000

Welch wunderbare Info. Gibt es dazu verlinkbare Seiten mit mehr Hintergrundinfo? Klasse!
Welche Räume werden eigentlich nach derzeitigem Stand der Dinge wiedererrichtet? Habe was von dem barocken Treppenhaus im Portal und weißem Saal gehört. Gibt es dazu schon mehr gesicherte Erkenntnisse?

Vorfreudige Grüße

(2420) Oli B.
Tue, 30 November 2010 20:38:02 +0000

Das sind ja großartige Nachrichten - es scheinen sich 2 potentielle Spender für die prächtige alte Kuppel gefunden zu haben. Damit wird das Schloß erst zum Schloß!
Ich hatte nach all den Hiobsbotschaften und letztlich dem Entfallen der Kuppel aus Kostengründen nicht mehr spenden wollen.
Sobald die Kuppel in der historischen Form beschlossen wurde und dies festgeschrieben ist, werde ich auch wieder spenden. Ich denke damit wird ein Bann gebrochen, die Kuppel ist der Schlüssel zum Schloß!
Respekt vor Herrn Boddien für seinen Einsatz und seine Beharrlichkeit!

(2419) Kreuzberger
Thu, 25 November 2010 22:28:37 +0000

Das scheint schon eine ganz besondere Generation zu sein. Eine Generation kulturell Degenerierter.
Aber vielleicht sollte man Matze auch nicht all zu ernst nehmen, denn der Wiederaufbau des Stadtschlosses wird generationsübergreifend begrüsst!

(2418) Linde
Wed, 24 November 2010 18:30:27 +0000

"Ich kenne niemanden aus meiner Generation, der Stadtschloss wieder haben möchte. "

Süß!

(2417) BergischerBembel
Wed, 24 November 2010 17:57:23 +0000

@Matze: Also ich bin 28. Und Sie? Pro Stadtschloss!!!!

(2416) Matze
Wed, 24 November 2010 16:09:59 +0000

Ich kenne niemanden aus meiner Generation, der Stadtschloss wieder haben möchte.
500 Millionen € könnte man auch sinnvoller investieren, und zwar dort wo es nötig ist.
Anscheinend neigt man aber in Deutschland eher zu Symbolpolitik und Prestigebauten.
Wenn ihr das »Ding« nur auf Grundlage von Spenden aufbauen wollt, könnt ihr das gerne tun.
Aber nicht von meinem süß verdientem und sauer abgegebenem Steuergeld.
Sonst komme ich noch auf die Idee, das was ich bezahlt habe, würde mir auch gehören.


(2415) BergischerBembel
Wed, 24 November 2010 12:52:27 +0000

Hallo Webmaster,

die Berliner MoPo schreibt soeben," ....Die Zahl der Spenden für die Fassade steigt. Ein Großspender finanziert das Portal V. Gleich zwei Anwärter wollen die 15 Millionen Euro für die Kuppel finanzieren...". Stimmt das??? Das wäre der Durchbruch!!!

(2414) Johann M.
Sun, 21 November 2010 17:52:52 +0000

Warum werden die freigelegten Kellerräume des Stadtschlosses nicht vor Regen und Schnee geschützt? Bei den kürzlich wiederentdeckten Fragmenten des alten Rathauses hingenen wird es einen Wetterschutz geben.

Nimmt man den schleichenden Substanzverlust in Kauf, weil man das erhaltene Untergeschoss eh lieber beseitigen würde, um zusätzliche Baukosten zu sparen?

(2413) camgirl werden
Sun, 21 November 2010 16:03:27 +0000

Super Seite die ihr hier aufgebaut habt und ich freue mich auch auf das schloss!

(2412) berlinfreund
Thu, 18 November 2010 16:37:09 +0000

an Rolf: Fragen Sie den Architekten Stella, der ist dafür verantwortlich und nicht der Förderverein.

(2411) Rolf
Sat, 13 November 2010 14:55:27 +0000

An den Verein: Beiträge 2404 und 2411 bitte beantworten !!!

(2410) Agora
Sat, 13 November 2010 01:58:04 +0000

Im Großen Schlosshof ist eine Agora geplant, die wetterunabhängig nutzbar sein soll; der Hof wird daher überdacht.
Um den Raum auch im Winter nutzen zu können, muss es aber einen vollständigen Raumabschluss geben.
Womit werden die drei Durchgänge des Hauptportals (Westfassade) geschlossen, Glas?

(2409) MitteinsHerz
Fri, 5 November 2010 09:49:55 +0000

...Schlimm genug, daß er?...sie?...es! sich hier gebetsmühlenartig selbst die hanebüchensten Links um die Ohren schlägt, die oft den Klick nicht wert sein dürften, den es braucht, um sich in ihre merkwürdige kleine Betonwürfelwelt voller stilverachtender Ansichten zu befördern...
Decken wir des lieben Friedens Willenvorzugsweise den Mantel des Schweigens über dieses ignorante, kleine Nagetier, denn bezüglich der heren Einsicht, mit seinen übellaunigen Einwürfen hier völlig deplaziert zu sein, hat sie sich ja bisher als nimmermüde beratungsresistent erwiesen...

Mit engagiertem Rekonstruktionsgruß


(2408) Kreuzberger
Thu, 4 November 2010 21:28:43 +0000

Er führt wieder seine psychotischen Selbstgespräche. Man sollte ihn dabei nicht stören. Das macht alles nur noch schlimmer :-(

(2407) berlinfreund
Thu, 4 November 2010 08:30:33 +0000

Unsere trollige Maus ist wieder unterwegs. Mal sehen, wer als erster darauf hereinfällt.

(2406) Kreuzberger
Thu, 4 November 2010 01:16:41 +0000

...und täglich grüßt das Murmeltier. Gäääähn...!

(2405) Maus
Wed, 3 November 2010 16:58:52 +0000

Noch einmal der Link zum vorherigen Beitrag:

http://www.fr-online.de/kultur/debatte/geschichtsvergessenheit/-/1473340/4762700/-/view/asFirstTeaser/-/index.html

(2404) Maus
Wed, 3 November 2010 16:57:19 +0000

Einen sehr interessanten Artikel gibt es in der Frankfurter Rundschau zu sehen, der erneut zum Nachdenken über die Sinnhaftigkeit von Rekonstruktionen anregt. Die Spendeneinwerbung und die Diskussionen über eine eigene zeitgenössische Architektur wird seit der Rekonstruktions-Manie oft von viel Unwissen und Unwahrheiten begleitet.

In einer eigentlich aufgeklärten Zeit sollte Spendeneinwerbung nicht auf Kosten der Bildung betrieben werden.

Beim geplanten Bau des Humboldt-Forums gibt es, wie bei Stuttgart21 auch, Kommunikationsdefizite die nicht zufällig bestehen, sondern ganz einfach Methode haben, um damit Mehrheiten zu erreichen.

[url=http://www.fr-online.de/kultur/debatte/geschichtsvergessenheit/-/1473340/4762700/-/view/asFirstTeaser/-/index.html]zum Artikel in der Frankfurter Rundschau[/url]

(2403) Rolf
Sun, 31 October 2010 16:37:32 +0000

Eine Frage bezügl. der zukünftigen Nutzung:
Sie schreiben auf ihrer Seite, dass zukünftige Generationen die Möglichkeit erhalten sollten, einige Innenräume zu rekonstruieren. Dies ist sehr löblich, aber im Innenraum-Konzept z.B. für das 2.OG. sind in den Paradekammern und im Weißen Saal die Ausstellungen über Afrika und Ozeanien zu sehen. Wohin sollen / können diese denn dann ausweichen, falls man die Räume wieder rekonstruiert?

(2402) Kreuzberger
Wed, 27 October 2010 20:30:08 +0000

Genial. Mit dieser versenkten Marx-Engels-Plastik wäre zugleich die Frage des Einheitsdenkmals gelöst! Zur Abwechslung eben mal östlich des Schlosses und nicht westlich. Der vakante Denkmalssockel eignet sich auch tausendmal besser für Gastronomie, Touristenservice und all das, was man an diesem Ort als Berlinbesucher eben auch erwartet.

Eine repräsentative Wasserfläche wäre vielleicht die sinnvollste Lösung als Überleitung zum modern gestalteten Alexanderplatz. Denn eine authentische Wiederbebauung im alten Stil wird wohl kaum ernsthaft diskutiert werden. Stattdessen drohen beliebige Townhouses oder Schlimmeres. Die kann man woanders bauen. Platz genug haben wir ja noch.

Seit Montag gibt es irgendwo Entwürfe für die zukünftige Gestaltung dieser Gegend zu besichtigen. Vielleicht ist der Startseite ein Hinweis zu entnehmen. Gleich mal nachsehen ...


(2401) MitteinsHerz
Wed, 27 October 2010 09:33:14 +0000

Marx-Engels-Bucht sehr schöne Idee (gibt es dafür im Netz nicht irgendwo Animationen? Link?)

Wenn man schon nicht, ähnlich der faszinierenden Wiedererrichtung am Dresdner Neumarkt, den Wiederaufbau der barocken / wilhelminischen engen Blockbebauung anstrebt, die ich hier präferieren würde, SO sie denn im alten Baustile oder angeglichen erstünde, DANN wäre aber ein tolles, großes Wasserbecken mit Freitreppen, Flanier- und Rastgelegenheiten und Bootsanleger eine sehr reizvolle Alternative. Dazu ein einmaliger Blick auf das rote Rathaus, Dom und Schloss (wobei ich hier den Apothkerflügel und eine wiedererrichtete alte Fassade schmerzlich vermisste), das hätte schon was. Die Statuen von Marx u. Engels könnte man dazu in einem beleuchteten Glaskubus am Teichboden einlassen, um den weltweiten Untergang des, grundsätzlich heren, Gedanken eines real funktionierenden Kommunismus visuell für jedermann begreifbar darzustellen. ;-)

(2400) Kreuzberger
Tue, 26 October 2010 22:44:58 +0000

Dein Name entschuldigt dich einigermaßen für diesen abwegigen Vorschlag :-)

(2399) Atlantis
Tue, 26 October 2010 21:53:15 +0000

Die langweilige Spreeinsel sollte man ebenfalls tieferlegen ;)

(2398) Kreuzberger
Tue, 26 October 2010 20:51:23 +0000

Im Moment scheint sich keiner mehr großartig für das Projekt zu interessieren. Ich nutze die Gelegenheit einfach mal, um meine Vision der Marx-Engels-Forums noch einmal aufzugreifen.
Inspiriert von Stuttgart 21 fände ich es toll, diese langweilige Parkanlage zehn Meter tieferzulegen und die dadurch hervorgerufene Überschwemmung Marx-Engels-Bucht zu taufen. Die Kommunistenplastik ließe sich ja auf einer böcklinschen Toteninsel en miniature inmitten der Gewässers installieren. Tja ...

(2397) Kreuzberger
Tue, 5 October 2010 20:40:26 +0000

Daß die historische Rekonstruktion des Schloßbaus alternativlos ist, sollte eigentlich jedem vernünftigen Menschen klar sein, der sich nicht dem Verdacht aussetzen will, die Spuren der Vergangenheit aus welchen Gründen auch immer mutwillig entsorgen zu wollen.
Wer Barock und Klassizismus aus dem öffentlichen Bewußtsein zu verdrängen versucht, hat offensichtlich ein Problem. Kultur muß immer wieder neu vermittelt werden, sonst stirbt sie aus.
Ich denke mal, unsere Schulen kümmern sich einfach zu wenig darum :-(

(2396) viking1979
Tue, 5 October 2010 13:38:39 +0000

Ich muß zugeben, daß ich davon leider nicht allzuviel verstehe. Ich möchte mir da kein Urteil darüber anmaßen. Mir gefällt halt die Kunst und Architektur des Barock gut. Hat mich auch schon als Kind immer fasziniert. Man darf aber nie vergessen, das auch barocke Architektur ein Kind ihrer Zeit war. Auch der Barock war einmal modern und auch nicht unumstritten. Man muß der modernen Architektur auch eine Chance geben. Nur nicht gerade auf dem Schloßplatz! ;-) Wer weiß, wie die Menschen in 100 oder 200 Jahren mal über unseren Architekturstil denken werden. Würde es dann auch so aufgehitzte Diskusionen z.B. über den Wiederaufbau des Jüdischen Museums geben? Das ist Spekulation. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin für das Schloss! Und auch froh, daß es gebaut wird!

(2395) Kreuzberger
Tue, 5 October 2010 01:09:01 +0000

Das Dumme an "moderner" Architektur ist, daß sie immer versucht, naheliegende, zweckmäßige und praktikable Lösungen zu umgehen, weil diese natürlich seit Jahrhunderten praktiziert wurden und welcher Architekt möchte schon als rückwärtsgewandt gelten? Also werden zunehmend diejenigen Pläne aus den Schubladen gezogen, die vor Jahren noch als indiskutabel und absurd galten. Das ist eben der Fluch der Moderne. Alles muß durchexerziert werden, Hauptsache es ist neu.
Hans Kollhoff ist glaube ich der einzige zeitgenössische Architekt, der wirklich urban bauen kann. Seine Bauten sind imposant, sie haben Struktur, Schönheit und Stil. Alles Dinge, die mit dem 2. Weltkrieg untergegangen sind, die aber zunehmend wiederentdeckt werden.

(2394) viking1979
Mon, 4 October 2010 09:37:10 +0000

Ja, stimmt auch. Ich bin ja nicht gegen moderne Architektur. Auch wenn ich die historische schöner finde. Mann muß auch bedenken: moderne Architektur äußert sich ja nicht nur in irgendwelchen großen und imposnaten Prestigebauten sondern auch in ganz normalen Wohnungen und Häusern. Da gibt es doch sehr schöne und angenehme Beispiele. Und alte Baustile werden auch in der modernen Architektur hin und wieder "zititiert". Doch beschränken sie sich meist auf das Zitat eines Zitats. Der Normalo-nicht-Architekturprofi wird sie wohl kaum wahrnehmen können. Also ist das mit dem Anpassen an die Umgebung auch immer relativ zu sehen. Es gibt da ja kein schwarz und weiß, sondern viele verschiedene Grautöne! ;-)

Ich bin nur froh, daß zumindest die drei barocken Seiten wieder rekonstruiert werden, ebenso die drei Seiten des Schlüterhofs. Ich hätte auch eine Rekonstruktion des großen Schlosshofes und der Spreeseite bevorzugt, aber was soll´s? Man kann eben nicht alles haben.

(2393) Kreuzberger
Sun, 3 October 2010 23:18:49 +0000

Ganz deiner Meinung, viking1979. Trotzdem gehen alle Museumsinselbauten auf die klassische Antike zurück, die in der Renaissance wiederentdeckt und im Klassizismus neu erfunden wurde. Das ist wie ein roter Faden, der sich in vielen Windungen auch durch den Historismus und arg verknotet weiter durch den Gründerzeitmischmasch zieht. Und heute wird er vielerorts wieder aufgegriffen, um der ausgelutschten Postpostmoderne wieder etwas Substanz entgegenzusetzen.
Wenn also schon keine originalgetreue Rekonstruktion möglich wäre (zum Glück ist sie es) dann sollte man sich doch wenigstens dem baulichen Umfeld anpassen bzw. unterordnen und eben NICHT "modern" bauen :-)

(2392) viking1979
Sun, 3 October 2010 19:31:27 +0000

@Tim

Das ist doch unpassend. Entweder man entscheidet sich, das Schloss historisch zu rekonstruieren, oder man läßt es bleiben. Dann lieber ein moderner Neubau als ein neo-neo-klassizistisches Schloss, das es so nie gegeben hat.

Außerdem gibt es sehr wohl klassizistische Bauten in Berlin bzw. neo-klassizistische. Man denke nur mal an das Brandenburger Tor. Das ist Klassizismus pur. Neo-klassizistische Bauten gibt es ja richtig erst seit der Kaiserzeit, ebenso wie neo-barocke Bauten, Neo-Renaissance-Bauten und Bauten aus einem Mix dieser Stile u.a. der Berliner Dom! Berlin hat zwar kein Kolosseum (obwohl das Olympiastation gibt es ja auch) und Gott sei Dank kein Pentagon, aber dafür andere hervorragende Bauten. Man denke nur an die Museumsinsel um ein Beispiel zu nennen.

(2391) Tim
Sat, 2 October 2010 21:59:41 +0000

Man sollte das Schloss in der streng neoklassizistischen Variante bauen.
Wenn man schon kein Gebäude in Berlin hat wie das Pentagon oder das Kolosseum in Rom dann brauchen wir wenigstens ein Gebäude das Berlin wieder eine historische Ansicht verleiht.
Schlimmste was man machen kann ist noch mehr Glas.

Außerdem ist die Kuppel vom Reichstag sau häßlich.

Zurück zum Thema der schönste Entwurf für das Schloss kommt vom Architekten Patzschke aus Berlin.

Bild:
http://www.welt.de/multimedia/archive/00710/b_zeichnung_BM_Berl_710301p.jpg

(2390) Kreuzberger
Thu, 30 September 2010 23:00:52 +0000

Die ist nicht von mir, aber sie ist absolut diskussionswürdig. Ich finde, wir machen einfach viel zu wenig aus unserer Spree. Ein großzügiges Hafenbecken mit beeindruckender Randbebauung, am besten von Kollhoff gestaltet, wäre ein weiterer absoluter Touristenmagnet und natürlich auch für die Berliner ein Anziehungspunkt erster Klasse.
Mittelmäßige Grünanlagen hat jedes Provinznest aufzuweisen und bebaubare Flächen stehen noch jede Menge zur Verfügung, auch im innerstädtischen Bereich.
Daran sollte ein solches Projekt also nicht scheitern. :-)

(2389) Anto
Thu, 30 September 2010 10:25:29 +0000

Jaaa, endlich ma ne geile Idee :)

(2388) Kreuzberger
Thu, 30 September 2010 00:38:24 +0000

...äh, Marx natürlich. Marx-Engels-Forum.

(2387) Kreuzberger
Thu, 30 September 2010 00:33:56 +0000

Ja genau! Fangt endlich an! Und setzt das Marz-Engels-Forum endlich unter Wasser! Besser, als die alten Straßenzüge durch legoeske "Townhouses" wiederbeleben zu wollen. Eine Wasserfläche zwischen Schloß und Fernsehturm würde dem stetig wachsenden Sightseeing-Schiffsverkehr entgegenkommen und sie wäre die ideale Abgrenzung bzw. Verbindung zwischen historischer und moderner Stadtmitte.
Wer schon mal in Venedig war, weiß solche innerstädtischen Feuchtgebiete zu schätzen!

(2386) Anto
Tue, 28 September 2010 13:50:41 +0000

Ja toll wir wollen aber kein AKW -.- Äh, ...nix Storno! Fangt endlich an zu bauen ;)

(2385) Kreuzberger
Fri, 10 September 2010 22:25:51 +0000

Die direkte Flußlage würde sogar ein kleines AKW ermöglichen - mit Barockfassade und Kuppel über´m Kühlturm. Äh, ...Storno!

(2384) Rolf
Mon, 6 September 2010 22:44:58 +0000

Es ist mal wieder typisch für Madame Merkel: In den nächsten Jahren verschenkt der Staat dank Madames "Energie-Revolution" Milliarden an vier Stromkonzerne, aber für das Schloss hat sie angeblich kein Geld!
Vielleicht könnte sich der Förderverein ja bei RWE und Co. mal um Spenden bemühen. Die dürften ungeheuer großzügig sein!

(2383) kater
Sun, 5 September 2010 10:05:10 +0000

Meine Güte, in Deutschland wird immer alles mit pseudointellektuellem Gequatsche zerredet - natürlich gibt es eine passende Architektur für den Platz, nämlich das Barockschloss. Nutzungen für den Bau würden sich mit etwas Pragmatismus finden, sie waren ja vor dem Krieg auch da,oder ?
Pragmatismus scheint aber leider keine Stärke im heutigen Deutschland zu sein, da könnten wir von anderen Ländern lernen. Warum gab es z.B. keine so albernen Diskussionen beim Wiederaufbau des totalzerstörten Warschauer Königsschlosses (1971-84) ?

(2382) Matthias Linde
Sat, 4 September 2010 21:13:46 +0000

"Gibt es aktuell einfach keine richtige Architektur für so einen Bau?

Brandlhuber: Es gibt einfach keinen Grund, hier etwas hinzusetzen. Woher kommt denn diese Rhetorik?

Foerster-Baldenius­­: Es gibt keine Nutzung für den Bau. Das ist das eigentliche Vakuum. Und das hat sich in den letzten fünf Jahren, seit wir über das Humboldt-Forum sprechen, nicht geschlossen. Ich bin mal gespannt, was in dieser Bude, die jetzt hier hingenagelt wird, der Info-Box fürs Humboldt-Forum, präsentiert wird. Bislang erschien mir das Humboldt-Forum als ein hilfloses Zusammengestückel von Zeug aus den verschiedenen Ecken von Berlin. Ein paar Bücher von hier, paar Segelbote von da, paar Masken von dort. Und am Ende gibt’s noch einen Raum, da reden wir dann noch mal drüber."

...

"Brandlhuber: Ich glaube außerdem, dass es für eine Demokratie ein gutes Zeichen ist, wenn nicht eine Position sich gegen die andere durchsetzt. Die eine Seite hat es zwar geschafft, den Palast der Republik abzureißen, aber das Schloss kriegen sie jetzt nicht. Vielleicht muss man sagen, wir einigen uns auf Unentschieden.

Keré: „Match nul“, wie es im Französischen heißt, das gefällt mir sehr gut. Es ist unentschieden, und dadurch gewinnen wir alle."

...

"Der Platz bleibt frei. Die Geschichte geht darüber nicht verloren.

Würden Sie ihn noch gestalten?

Foerster-Baldenius: Das ist er jetzt ja schon.

Keré: Ein paar Handgriffe …

Brandlhuber: … das kann ein bisschen Sand, ein Stück Schattensegel sein. Bei unserem Gespräch hier sind wir ja froh, dass wir unter dieser Humboldt-Box sitzen dürfen – des Schattens wegen."



"Schatten" ist das richtige Wort.

(2381) Kreuzberger
Fri, 3 September 2010 23:56:24 +0000

@Maus
Frechheit! Das ist so unverschämt, daß es schon fast wieder originell ist :-)

(2380) Maus
Fri, 3 September 2010 22:18:45 +0000

Ich bin mir sicher es gibt eine ganze Reihe Mitglieder hier, die interessiert das Schloss eigentlich gar nicht. Das bemerken Sie schon daran, dass diese sich in der ganzen Zeit, 10 bis 15 Jahre (?), kein bisschen über Architektur, geschweige Geschichte informiert haben, ich meine damit selbständig informiert, und nicht was man ihnen etwa zu einem Touristen-Branding "Preußen", oder den unbedingt notwendigen "Fassaden-Städtebau" weis gemacht hatte.

________

Lesen Sie einmal dieses Interview, hier steckt sehr viel drinn!

http://www.getidan.de/kultur/dell_matthias/13184/schlossgespenst


Grüße

(2379) Kreuzberger
Fri, 3 September 2010 21:38:12 +0000

Ich habe gerade die neue AD durchgeblättert, dieses Werbeheftchen zur Propagierung und Vermarktung mißgestalteten Designs und merkwürdiger Wohnraumgestaltung (nicht nur :-)).
Äh, ja, diese Londoner Gurke ist darin abgebildet. The Gherkin! Ich weiß jetzt nicht, was Dildo auf englisch heißt, aber ich verfüge über die nötige Phantasie, mir das Ding auf dem Markusplatz in Venedig vorzustellen. Oder als Alternative zum Stadtschloß. Very strange, aber für manche sicherlich DER Ausdruck kosmopolitischer und zukunftsweisender Architektur schlechthin! Tja...

Die Maus in den Wahnsinn treiben zu wollen wäre ja ein paradoxes Unterfangen, aber etwas irritieren wird man ihn schon können. Sorry, ich kann´s nicht lassen ...

(2378) kater
Fri, 3 September 2010 19:56:15 +0000

Dann wollen wir mal wieder die Krallen schärfen ;-)) - Na, Maus, im Ernst - eine gute Rekonstruktion hat wirklich nichts mit Kitsch zu tun, was man z.B. an der Dresdner Frauenkirche oder dem Warschauer Schloss sieht. Insofern finde ich die jetzige Lösung beim Berliner Schloss allerdings unzureichend - es sollten hier hohe Ansprüche gestellt werden, auch wenn der Wiederaufbau erheblich länger dauern würde und teurer würde, man könnte die Kosten ja über die Jahre verteilen.
Alte Architektur ist auch identitäts-und gemeinschaftsstiftend , was man z.B. bei der rekonstruierten Altstadt von Warschau (inzwischen auch UNESCO-Welterbe) sehr schön sehen kann - wie bitteschön hätte das ein Gemenge moderner Betonklötze erreichen sollen ? Die Polen haben das sehr früh begriffen !
Nochmal: Was die Ästhetik des Bauens betrifft, so ist da sehr viel verloren gegangen - wir können es nicht mehr wie die früheren Baumeister !
Bei barocker Architektur erfreut sich das Auge z.B. an einer schönen Wappenkartusche, an einem schön umrahmten Portal, an einer Plastik , einem Risalit und von verschiedenen Blickpunkten aus wird so ein Bauwerk auch immer wieder neu erlebbar. Wo bleibt das heute ???
Da es nun einmal ein trauriger Umstand besonders in Deutschland ist , dass Krieg und Nachkriegs - Tabularasa soviel kaputt gemacht haben, empfinde ich es geradezu als Verpflichtung, bedeutende Baudenkmale so gut wie möglich zu rekonstruieren ! Ich möchte jedenfalls nicht in einer gesichts-und geschichtslosen Wüste leben !
Ich empfehle mal Literatur zum Thema: 1. Schicksale deutscher Baudenkmale im 2.Weltkrieg Berlin 1978 2 Bände (ehem.DDR)
2. Kriegsschicksale deutscher Architektur Neumünster 1988 2 Bände (ehem.BRD)
Diese 4 Bände vermitteln eine Vorstellung über das Verlorene und über verstümmelte und ihrer Schönheit und Historie beraubte Städte und vielleicht versteht Maus dann besser die ihrer Meinung entgegengesetzten Meinungen...

(2377) Maus
Fri, 3 September 2010 16:59:08 +0000

Der Leser wird sehr gut erkennen, wo Konstruktivität zu finden ist.
Ironie: - "Ratte" oder "Maus" oder "Troll" ist ja hier scheinbar gleichgültig.(?)

______

Natürlich hat jeder Bauherr auch Rechte. In Berlin, an dieser Stelle, baut aber nicht "jeder" Bauherr.
Was man hier vorsieht ist von öffentlichem Interesse. Ein Schloss wird es nicht. Es gab lediglich einen Beschluss für ein Humboldt-Forum, mit Schlossfassaden.

Wie oft wurde hier der Begriff des Tourismus bemüht? Am Ende der "Geschmack" usw., interessanterweise zeigt auch dafür die Arbeit einige Antworten auf.

______

@viking1979, es ist möglich, dass man sich in Anbetracht der Erkenntnisse der unten verlinkten Arbeit, oder meiner Darlegungen dazu, gekränkt fühlen mag. Das ist bei Ihnen vermutlich nicht anders. Ihre Anrede für mich, hier im Gästebuch, in der 2. Person, spricht ja Bände. Ein Versuch mich vorzuführen? Wohingegen es Ihnen aber scheinbar nicht möglich ist, die Parallelen die sich zwischen Schlossfassaden-Projekt und dem "Schönen Schein", der Arbeit, mit der ich den Leser hier konfrontierte, sachlich zu widerlegen.


Sie müssen wissen, dass über Pressekampagnen und Politisierung + Ideologisierung das Projekt dahin gebracht wurde wo es jetzt ist. Wenn Sie so wollen wurde und wird die Öffentlichkeit für dumm verkauft. Mit diesem Hintergrund habe ich keine Bedenken hier einmal diese interessante Lektüre vorzustellen.

______

Die Zusammenhänge, die dargelegt werden, sind ja mehr oder weniger schon immer bekannt gewesen! Was glaubt der Leser, warum sich so wenige Architekturbüros für den Wettbewerb für das Humboldt-Forum interessiert hatten?

______

Ein Rekonstruktions-Schloss ist eben auch so etwas wie "Mediale Architektur". Es sollen bestimmte Inhalte, die man gemeinhin damit verbindet transportiert werden. Natürlich kann man die Idee von einem Kunstwerk nicht trennen, was Sie fragen, und diese Idee ist zu dem Kunstwerk "Schloss" heute nicht mehr die gleiche, wie zu seinen Entstehungszeiten.


Wie Sie auch in dieser Arbeit, "DER SCHÖNE SCHEIN", lesen können, macht weniger das Objekt, das Kunstwerk selbst den Kitsch aus, sondern der Gedanke den man dabei hatte. Schon der Gedanke des "Wiederholenkönnens" ist der Kitsch, und entspringt der Industrieproduktion. Selbst wenn Handwerker die Steine behauen werden, bleibt das wiederholte "Schloss", ein Kitschobjekt.


"DER SCHÖNE SCHEIN",
Eine psychologische Untersuchung der Wirkungsgeschichte des Kitschs.

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=969867247&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=969867247.pdf

Viele Grüße

(2376) Berliner Kater
Fri, 3 September 2010 16:38:37 +0000

Lieber viking,
schon gut ein Dutzend Teilnehmer kamen zu dem gleichen Schluss, mal früher mal später: mit dem Mäuse-Troll wird nicht mehr diskutiert! Es ist sinnlos. Wir haben hier ein Paradebeispiel der Trollerei.
..und immer, immer wieder findet die Maus ihre Opfer.

(2375) viking1979
Fri, 3 September 2010 14:08:43 +0000

@Maus

Mit Dir ist doch keine konstruktive Disskussion zum Thema möglich. Und nicht daß Wir Uns falsch verstehen: Ich bin nicht gegen moderne Architektur! Ich mag nur gewisse moderne Bauten nicht. Aber nur weil ich sie nicht mag, deswegen bin ich nicht gegen sie. Jeder Bauherr hat doch das Recht seine Vision zu verwirklichen. Und ich will auch nicht das überall nur Rekonstruktionen errichtet werden oder nur noch im Stile vergangener Jahrhunderte gebaut wird. Es geht hier um einige wenige gezielte Bauten, die im Rahmen iher Umgebung und Bedeutung als Gesamtkunstwerk zu sehen sind. Das hat nichts mit Kitsch zu tuen oder sich eine andere Welt herbeisehnen, noch mit Verdrängung. Aber was ist denn ein Kunstwerk? Ist es nur die Idee oder ist es deren Ausführung? Und wenn man ein zerstörtes Kunstwerk neu erschafft, ist es dann weniger orginal als das ursprüngliche? Ist es nicht egal aus welchen Materialen, ob alt oder neu, etwas gebaut wird? Erlebbar gemacht wird ja nur die ursprüngliche Idee, der Baumeister, die an dem Schloss beteiligt waren.

Und was heißt schon Schein? Wenn Du etwas von Architektur verstehen würdest, dann wüßtest Du, daß Architektur auch immer mit Schein arbeitet, um gewisse Einblicke, Ausblicke oder auch Illusionen zu vermitteln. Und ganz besonders die moderen Architektur bedient sich dieses Stilmittels. Wir leben alle in einer Welt aus Schein, die Wir Uns selbst erschaffen und zu unserer Realität erklären.

Und Geschmäcker sind nun mal verschieden. Ich glaube auch nicht, daß Du mit Deinem Kreuzzug hier im Forum Erfolg haben wirst.

Und persönlich beleidigend bist Du auch selber. Nicht direkt, aber indirekt mit Deinen Ausführungen. Sie zielen doch nur darauf ab, alle Schlossbefürworter als Träumer, Kitschverliebte und ewig Gestrige, die mit der heutigen Realität nicht klar kommen und keine Ahnung von Architektur oder moderner Architektur haben, zu diffamieren.

Da jede weitere Diskussion mit Dir zu keinem Ergebnis führen wird, werde ich hiermit meine Ausführungen zum Thema Maus beenden und nicht mehr aufnehmen.

(2374) Maus
Fri, 3 September 2010 12:39:15 +0000

Viele Mitglieder gebrauchen diese Seite, die eine öffentliche Plattform darstellt, um ihre persönliche Sichtweise darzulegen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Wenn ich nun dem Leser die Punkte zeige, über die er einmal nachdenken kann, tue ich nichts anderes. Zudem sollte auffallen, dass ich mir die Mühe mache meine Aussagen zu belegen, und Vergleiche anzustellen, die aus diesem kleinen Kreis hier hinausführen. Womit auch deutlich werden soll, dass es sich nicht allein um eine singuläre Meinung handelt, sondern i.d.R. um gesellschaftlichen Konsens.

Es gibt hier genug Vorträge die mit manipulativer Rhetorik diesen Konsens absprechen möchten. (Es handelt sich hier bspw. nicht um "alte Architektur", genausowenig wird diese von zeitgenössischen Entwerfern aus "Überheblichkeit" diskreditiert, usw. In diesem Zusammenhang steht auch die ablehnende Haltung der staatlichen Denkmalpflege zu dem Projekt.)

_______

Wie ist es den möglich, dass man hier gegen zeitgenösische Architektur und Architekten regelrecht agitiert, muss man schon sagen, ohne das dazu jegliche Kenntnisse der Personen erkennbar wären?


Die Rekonstruktion macht ja erst den "schönen Schein". Warum dieser Schein aber gewollt ist, macht zum einen sehr anschaulich, die von mir unten verlinkte Arbeit deutlich.

_______

Die Beziehung zwischen Kitsch und Tourismus ua., ein beinahe 10 Jahre alter Artikel:
http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0901/090124.htm

_______

@Mitteinsherz: Das angeführte Vergleichsmaterial ist nicht aus dem Zusammenhang gerissen. Wie schon bemerkt, diese werden erkennbar, wenn man einmal selbst nachliest.

_______

Im übrigen möchte ich die Moderation / den Seitenbetreiber einmal darauf aufmerksam machen, dass persönliche Beleidigungen, auch im Internet, zu unterbinden sind. Solche Entgleisugen werfen sicher auch kein gutes Licht auf Ihre Sache. Mir fällt es nicht schwer einen sachlichen Ton beizubehalten, und möchte nicht als "Troll" bezeichnet werden.


Grüße

(2373) MitteinsHerz
Fri, 3 September 2010 08:54:38 +0000

OOOOOOOOOOOOH Bitteeeeeeeeeeeeeeeeee ignoriert eeeeeeeendlich diese unsägliche Ratt..., äh sorry Maus, natürlich! Wir wollen sie ja schließlich nicht größer machen, als sie ist. ;-)

Aber es dürfte doch auch inzw. jeder mitbekommen haben, daß es sich hier eindeutig um einen Troll handelt, der effektiv lediglich DAS Ziel verfolgt, hier Unfrieden zu sähen und damit die Sache ansich zu torpedieren. Ihre Waffen sind wahlloses Verlinken diverser Literaturhinweise, die, notfalls völlig aus dem Zusammenhang gerissen, irgendwie nur ansatzweise suchen, ihre plattitüdenhaften Anfeindungen gg. das Projekt zu "untermauern". Müssig zu versuchen darauf konstruktiv zu reagieren, wird sofort in lächerlicher Art und Weise mit einem neuerlichen Link-Bombardement darauf reagiert, verbunden mit weiteren haarsträubenden Thesen, die mit konstruktiver Diskussion soviel zu tun haben, wie Kubismus mit Eleganz...

Drum, gemäß dem guten alten Vorsatz der virtuellen Welt: "Don´t feed the Trolls!" ist Ignorieren die einzig wirksame Umgangsform mit diesem Zeitgenossen...



(2372) Kreuzberger
Thu, 2 September 2010 23:10:21 +0000

Okay, überzeugt! Der Campanile auf der Piazza San Marco in Venedig ist umgehend niederzureißen! Weg damit! Er ist eine Beleidigung für jeden gebildeten Touristen!

(2371) Maus
Thu, 2 September 2010 16:01:28 +0000

Mit Kitsch umgeben sich Menschen, um sich selbst zu täuschen. Selbsttäuschung aber soll helfen eigene Probleme zu verdrängen, die man zunächst nicht zu lösen vermag. In dem Sinne kann man die ganze Rekonstruktions-Manie sehen. Ob in Berlin, Potsdam oder Frankfurt. Sie ist eine Reaktion auf eine sich rasant verändernde Welt, die in vielen Zeitgenossen Angst hervorruft. Diese Veränderungen aber werden ,zur Ironie, durch die Lebensweise der gleichen Menschen mitverursacht. Was die Befürworter des Projektes suchen, ist so etwas wie "Heile Welt", ein "Idyll" wie es eben Ihren Vorstellungen entspricht.

Eng verwandt damit ist der Beitrag von Grumbkow, hier auf dieser Webseite:
http://blog.berliner-schloss.de/allgemein/omas-gute-stube-behaglichkeit-im-offentlichen-raum/

________

Der Titel der Arbeit unten, "DER SCHÖNE SCHEIN", besagt ja, dass es um Objekte geht, die etwas vortäuschen sollen. Somit ist der ganze Absatz bei (2369) unerheblich, da es nicht um die Nutzung bestehender Bausubstanz geht. Umgenutzte oder nachgenutzte Originalbauwerke täuschen ja nichts vor.

Das Zitat in 2369: "Weg mit den Kirchen! Weg mit den Schlössern! Weg mit den Domen!", - ist eine Reaktion, für die in den vorausgegangenen Ausführungen keine Ursache auszumachen ist, ist somit leere Rhetorik. Zudem war nicht eines der Gebäude, die unten genannt werden zerstört, sondern wurde allenfalls umgenutzt. Ausbesserungen, vielleicht auch Ergänzungen von Altbausubstanz sind doch eher so etwas wie Reperaturen und Instandhaltungsmaßnahmen.


Der Neubau (Nachbau!) eines Gebäudes ist in dem Sinne eine Täuschung.

_________

Diese Arbeit von Ingeborg Drews ist mit Hinblick auf das Rekonstruktionsprojekt Berliner Schloss sehr ergiebig:


"DER SCHÖNE SCHEIN",
Eine psychologische Untersuchung der Wirkungsgeschichte des Kitschs.
(Köln 2003)


Ein weiterer interessanter Abschnitt ist ua. von S. 201unten bis S.202 unten zu lesen!


Zitate:

" ... Man sieht über geistig erreichtes hinweg ... "

" ... die Vernachlässigung des Angemessenen ist Voraussetzung für Kitscherleben und kitschiges Verhalten ... "

" ... Es gibt also keine Erkenntnis des Kitsch ohne die Kenntnis von Kunst ... "


LINK:
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=969867247&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=969867247.pdf


Grüße

(2370) Kreuzberger
Wed, 1 September 2010 23:38:42 +0000

Immerhin kommt er mit einem neuen Thema. Kitsch! Dabei fällt mir aber eher die benachbarte Domkuppelbekrönung ein oder die giftgrünen Nikolaiviertel-Stufengibel in betongegossener Schummelgotik oder dieser unsägliche Wandschmuck mit Friedenstaube "Berlin - Stadt des Friedens". Kitsch gibt es dort an jeder Ecke, aber dieser Kitsch resultiert durchgehend aus falschem Architekturverständnis; aus einer Anbiederung an Traditionelles, ohne tieferes Verständnis für Architekturgeschichte. Was hat das aber mit den geplanten Schlossfassaden zu tun? Kitschige Elemente sind dort durchaus geplant, aber die sollte man auch konkret benennen. Es sind die modernistischen Zugaben, die kitschig sind, nicht die Rekonstruktion des barocken Schlosses selbst.

(2369) Berliner Kater
Wed, 1 September 2010 15:13:54 +0000

Und schon wieder ist jemand auf unseren allseits berüchtigten Mäuse-Troll hereingefallen. Neue Gästebuchbesucher merken nicht gleich, mit wem sie es zu tun haben, und das Mäuserennen - immer im Kreise herum - geht munter weiter.

(2368) viking1979
Wed, 1 September 2010 10:15:10 +0000

@Maus

Nun komm mir doch bitte nicht auf so einer pseudopsychologischen Schiene. Es allein damit zu erklären ist viel zu einfach und kurzsichtig. Ich kenne das Buch nicht, aber aus dem Zusammenhang gerissene Zitate sind doch eher eine schwache Argumentation. Und nur weil so etwas in einer Doktorarbeit steht, heißt das noch lange nicht, dass es der Wahrheit entspricht! Es gibt immer konträre Meinungen und, Vorstellungen und Erklärungsansätze. Und das Schloss kann man wohl kaum als Kitsch bezeichnen. Zu seiner Zeit war das ein innovativer Bau gewesen. Der seinem Zeitgeschmack entsprochen hat. Es geht hier um das Gesamtkunstwerk! Und wenn Du meinst, das sei kitschig. Bitte! Dannn bin ich eben kitschig! Weder will ich in dem Schloss nicht wohnen, noch habe ich meine Wohnung im Stil des 18. Jahrhunderts eingerichtet.

Was heißt hier Attrappe? Ich gebe zu: Ohne historische Innenräume, hat das Schloss nur eine schlossartige Außenfasade. Ich hätte es am Liebsten mit historischen Innenräumen.

Aber wenn man Deiner Argumentation folgt, müßte man auch alle alten Bauten abreißen und sie durch neue ersetzen. Denn immer wenn ein altes Gebaüude benutzt wird, sei es als Museum oder auch Sitz eines Amtes, Ministeriums usw. treffen Deine Aussagen oder Zitate zu. Wir müßten Uns dann aller Vergangenheit entledigen und alles neu bauen. Weg mit den Kirchen! Weg mit den Schlössern! Weg mit den Domen! Und was es da noch so alles an historischer Bausubstanz gibt. Schau Dich mal in unseren Nachbarländern um! Der tschechische Präsident residiert in der Prager Burg! Der französische Präsident residiert im Elysee-Palast! Der russische Sitz im Kreml! All diese Länder haben durchaus Schwierigkeiten mit ihrer monarchischen Vergangenheit (französische Revolution, russische Revolution, Habsburgerreich). Trotzdem haben sie diesbzüglich keine Probleme in den Symbolen der alten Zeit zu residieren. Und sie sogar nach Zerstörungen des Krieges wieder aufzubauen.

Die Vergangenheit so beiseite zu räumen, zeugt doch eher von Verdrängung! Wieso fürchtest Du den Schlossbau so? Wir fordern doch nicht die Rückkehr des Kaisers oder zur Monarchie.

Außerdem überlege mal wieviele Bauten nach dem 2. Weltkrieg hier rekonstriuert worden sind! Das sind auch alles nur noch "Attrappen". Und wer stört sich heute noch dran? Wer würde verlangen sie niederzureißen? Gebäude sind immer der Witterung ausgesetzt und zeigen Zeichen der Zeit, des Ge- und Verbrauchs. Um sie in Stand zu setzen oder in Stand zu halten, müssen Renovierungen erfolgen. Dabei werden auch alte Teile durch neue ersetzt. Wie Orginal sind denn dann bitte sehr diese Gebäude, wenn sie renoviert sind?

Der Wiederaufbau zerstörter Gebäude ist doch kein Phänomen der Moderne! Auch in der Antike gab es das schon! Z.B. im Alten Ägypten, in Mesopotamien oder in Judäa!

(2367) Holländer
Tue, 31 August 2010 21:38:09 +0000

@Maus
Blablablub

(2366) Maus
Tue, 31 August 2010 11:31:16 +0000

Völlig rekonstruierte Bauten bleiben trotzdem Attrappen, auch mit Innenleben, weil sie das eben nicht sind was sie sind. Zu den Argumentationen hinsichtlich des Beispiels Jüdisches Museum, und weiterhin zu (2362, 2363; 2366) könnte man gewiss noch viel entgegnen. Eine Antwort ergibt sich allerdings schon aus meinem letzten Beitrag. So lange man kein Buch in die Hand nimmt, oder seine Umwelt objektiv wahrnimmt, oder gar möchte diese zu verstehen, wird hier jeglicher Austausch unfruchtbar bleiben.

_______

Für alle Leser habe ich hier aber eine überaus interessante Lektüre!


"DER SCHÖNE SCHEIN",
Eine psychologische Untersuchung der Wirkungsgeschichte des Kitschs.
(Eine Doktorarbeit aus dem Jahre 2003, - Link bis unten)


_______

Es ist eine Arbeit aus der wohl viele Befürworter des Projektes etwas über sich selbst erfahren können. Natürlich wäre alles lesenswert, empfehle hier aber einmal ab S. 9 zu lesen.

Zitat: " ... Die Möglichkeit, sich von Kitsch und Simili distanzieren zu können, hängt von der Fähigkeit der Selektion ab ..."

_______

Das Kapitel S. 30, "Kitsch und Rhetorik", reflektiert in amüsanter Weise das, was von vielen Befürwortern im Gästebuch zum Vorschein kommt.

"... Der triviale Spracheinsatz weist auf die im Bereich des Kitschs bekannte Paradoxie hin, dass Kitschgegenstände etwas Satirisches haben (Parodie auf Kunst), und nur durch ihr (eher lächerliches) Ernstgenommenwerden zu ihrer sentimentalen Wirkung kommen ..."

S. 31 " ... Dem zu vergleichen ist auch das anerkannte Verharren im Gewohnten, das gern mit Tradition verwechselt wird. Die Attitüde, sich Illusionen zu leisten, ist oft gepaart mit der, Innovationen abzulehnen. Einer spontanen Begeisterung für Neues, Gewagtes, Ungekanntes steht gerade der Triviale ablehnend gegenüber ..."

_______

Die Übereinstimmungen die im Umfeld des Projektes "Berliner Schloss" / "Schlossfassaden" / "Humboldt-Forum" (wie auch immer) dieser Arbeit entnommen werden können sind verblüffend!

(Wie man hier einmal eintauchen möchten, soll dem überlassen bleiben.)
Nicht nur Entscheidungen wie zum Humboldt-Forum werfen das entsprechende Licht auf die "Kompetenz" und die fachliche Bildung unserer "politischen Eliten", die nicht mehr davor zurückschrecken sogar kitschige Vorstellungen einiger Zeitgenossen zu bedienen, wenn sie sich davon Vorteile verschaffen.

_______

"DER SCHÖNE SCHEIN":
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=969867247&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=969867247.pdf


Viele Grüße

(2365) viking1979
Tue, 24 August 2010 19:17:38 +0000

"Denkmalschutz: Stiftung kritisiert Schlossneubau

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das Berliner Schlossprojekt scharf kritisiert. Der auf Eis gelegte Bau sollte nicht begonnen werden, er habe mit Denkmalschutz nichts zu tun, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Gottfried Kiesow, der Zeitschrift „Super Illu“. „Ich wäre nicht traurig, wenn das Projekt endgültig abgesagt würde“, sagte der Denkmalschützer.„Da sollen Betonwände mit draufgepinnten Sandstein-Elementen aufgehübscht werden“. Auch der geplante Neubau des Potsdamer Stadtschlosses sei „ein sehr fragwürdiges Projekt“. Es gebe genug alte Bausubstanz, um die man sich kümmern könne. Dazu zähle etwa das Schloss Prötzel in Strausberg bei Berlin, das höchstwahrscheinlich vom preußischen Baumeister Andreas Schlüter errichtet wurde.
Nach wie vor seien die Schlösser in Ostdeutschland das Sorgenkind des Denkmalschutzes. Etwa ein Drittel seien gerettet. Viele Schlösser seien aber vom Verfall bedroht. „Wir werden uns wohl damit abfinden müssen, dass wir nicht alle retten können.“ Als Grund nannte Kiesow mangelnde Nutzungsmöglichkeiten. Nicht aus jedem Herrenhaus in Mecklenburg-Vorpommern könne ein Landhotel oder eine Tagungsstätte entstehen. Die Stiftung ist eine private Institution, die sich aus Mittel von Fördern finanziert. "


Ja, klar! Er hat ja Recht! Das Schloss soll ja auch rekonstruiert werden. Es geht als um den Wiederaufbau eines schon mal vorhandenen Gebäudes aus neuen Materialien. Das Gebäude ist dann nicht historisch sondern historisierend. Das hat ja in erster Linie mit Denkmalschutz nichts zu tuen. Er hat auch Recht mit seinen Argumenten, dass sowohl das Berliner als auch das Potsdamer Schloss dann nur Atrappen sind. Ich finde die Nutzungskonzepte auch nicht gut und bin auch für eine innere Rekonstruktion, wo sie sinnvoll und angebracht ist. Und das mit den maroden Schlössern in Ostdeutschland ist natürlich auch tragisch.

Trotzdem sind das alles keine Gründe, die er da anführt, wirklich gegen einen Schlossneubau sprechen. Nur weil der Schlossbau nicht stattfindet, sind ja nicht plötzlich genug Gelder für die Rstaurierung der ostdeutschen Schlösser da!

Und als letztes Argument: Sowas steht in der Super Illu! Kein weiterer Kommentar! ;-))))))))

(2364) Kreuzberger
Sun, 22 August 2010 23:27:02 +0000

Man kann nur hoffen, daß der Kater die Maus auch irgendwann einmal erwischt. Die richtigen Argumente hat er ja.
In der freien Natur können sich autistische, seh- und lernbehinderte Mäuse jedenfalls kaum durchsetzen. Diese virtuelle Welt bietet ihnen da ganz neue Überlebensmöglichkeiten :-(

(2363) Ernst Ludwig
Sun, 22 August 2010 15:11:24 +0000

Die Mausejagd geht ja schon wieder los!

(2362) kater
Sun, 22 August 2010 14:23:17 +0000

Speziell an Maus !

Man kann dem Schloss den künstlerischen Wert durchaus nicht absprechen,wie Sie es tun - es war einer der bedeutendsten Barockbauten nördlich der Alpen. Berühmte Barockbaumeister wie Schlüter und Eosander wirkten hier , später auch Stüler (Kuppel). Die "endlosen Fensterreihen" waren höchst wirkungsvoll duch Portale unterbrochen, wovon das Eosanderportal unter der Kuppel das Prächtigste war. Der Schlüterhof hatte seine ganz spezielle Athmosphäre und viele qualitativ hochwertige Bildhauerarbeiten lockerten das Ganze zusätzlich auf. Die älteren, sehr malerischen Ostteile (Spreetrakt) zeigten das Werden des Schlosses und seine lebendige Baugeschichte, ohne dass sie "störten".
Tja, die alten Baumeister "konnten" es eben noch und es ist ein böses Phänomen unserer Zeit, dass "wir es eben nicht mehr können" und deswegen ist gute Rekonstruktion in den Altstädten allemal besser. Moderne Architektur sollte ihre Chance in den Vorstädten haben - ich hätte mir einen Palast der Republik als Kulturzentrum z.B. in Marzahn durchaus vorstellen können. Sicher wäre der Wiederaufbau nach dem Kriege ohne moderne Architektur zeitlich und ökonomisch auch nicht so zu bewerkstelligen gewesen, aber die Stadtzentren hätte man nicht damit verhunzen sollen.
Es gibt da das Argument der "Brüche", die man zeigen möchte, aber irgendwie kann man ja nicht von "Brüchen" allein leben, allenfalls vegetieren.
Alte Architektur erfreut durch ihre Gestaltung nicht nur das Auge, sondern auch die Seele und das ist in unserer hektischen und auch von vielen Dingen überschattetten Zeit besonders wichtig - nicht nur die alten Zeiten zeigten Licht und Schatten. Es ist im Übrigen ein nachdenklich stimmendes Phänomen, dass die alte Kunst so viele Menschen anspricht - es muss doch irgendwie an ihrer zeitlosen Qualität liegen, oder ?
Als passionierter Museumsbesucher kenne ich das Jüdische Museum - allerdings ertappte ich mich dabei, dass sich meine Blicke schnell auf das neben dem Neubau liegende ehemalige Kammergericht (schlichter, aber wohlproportionierter preussischer Barock) richteten.
Ein anderes Beispiel: Ich bin als passionierter Dresden-Liebhaber immer sehr froh, wenn ich die "Prager Strasse" vermeiden kann, oder ich "hechte" mich schnell durch, bis ich die historische Elbseite bzw. Neumarkt und Frauenkirche erreicht habe. Auch am Neumarkt versagt die moderne Architektur wiederum, wenn sie zwischen den neuerrichteten historischen Fassaden zu finden ist - kalt und unpersönlich. An ihr liegt es bestimmt nicht, wenn der Neumarkt wieder ein urbanes Zentrum wird, wo sich Menschen gerne treffen...
Das Schloss liesse sich vielfältig und angemessen nutzen,andere Städte machen es vor - Museum, Politik, Behörden...Wiegesagt, es gab im Schloss auch viele kunsthistorisch wertlose Räume, die kein Mensch rekonstruieren will - sie sind angemessen modern ausbaufähig und nutzbar.Schon in den 20er jahren war z.B. auch das Studentenwerk hier untergebracht
Sicher, es gibt auch viele marode Originalschlösser, die eine Sanierung dringend nötig hätten - in einem immer noch reichen Land wie Deutschland sollten die Milliarden u.a. dort ausgegeben werden und nicht maroden Banken in den A...geschoben werden...

Kater

(2361) viking1979
Sat, 21 August 2010 12:47:35 +0000

@Maus

Also ich finde die Schlossarchitektur sehr ansprechend. Und halte sie in Ihrem gestalterischen Ideenreichtum für äußerst künstlerisch wertvoll. Es ist doch ein Phänomen, dass so eine Architektur uns heutige Menschen noch weiterhin anspricht. Ich muß zugeben, daß ich das Jüdische Museum von Liebeskind noch nicht direkt gesehen habe, aber auf den Bildern finde ich es äußerlich nicht ansprechend. Es wirkt kalt und abweisend. Und irgendwie steril, wie ein großer Teil der modernen Gebäude. Und eine gewisse Monumentalität kann man diesem Gebäude ja auch nicht absprechen. Dieses ist auch kein alleiniges Merkmal historischer Gebäude. Es mag auch sein, dass "alles seinen Grund hat" und man dieses "nur gewillt sein muß zu verstehen", aber der Durchschnittsbürger, sage ich jetzt mal pauschal, ist gar nicht in der Lage das zu verstehen oder hat daran kein Interesse. Und hineininterpretieren läßt sich ja wirklich Vieles. Aber ist das dann auch unbedingt genau das, was der Architekt aussagen wollte? Und wenn dieses Gebäude in seiner Form eine bestimmte Aussage vermittteln soll, muß sich dann nicht auch seine Funktion einer formalen Struktur unterordnen?

Warum ist es denn gut, ein modernes, kalt und abweisend wirkendes Gebäude an dieser Stelle zu errichten, wo man diese doch in Berlin an jeder Ecke finden kann? Was soll das mit der Art der Vergangenheit zu tuen haben? Das Schloss war nun mal ein Barockschloss. Und Preussen war zum Zeitpunkt der Errichtung ein absolutistischer Staat, wie ein großer Teil der anderen europäischen Staaten. Selbst in der ehemaligen Sowjetunion hat man historische Gebäude wie das Winterpalais und das Katharinenpalais nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut oder rekonstruiert. Und die waren nun auch wirklich keine Zeugnisse einer glücklichen Vergangenheit! Außerdem ist das Stadtschloss auch in einer nicht geraden sorglosen Zeit abgerissen worden! Vollkommen ohne Not und aus ideologischen Gründen. Verpflichtet das nicht auch schon zu einer Rekonstruktion?

Es gibt halt Menschen, die für moderne Architektur schwärmen und andere, die für historische Architektur schwärmen. Beide haben ihre Berechtigung. Es können doch an anderen Stellen, die modernsten und innovativsten Gebäude errichtet werden. Schließlich war ja Berlin nicht zugepflastert mit Schlössern, die man rekonstruieren müßte. Aber Berlin war nun mal eine ehemalige Residenzstadt. Und die Stadt, die Straßen (Unter den Linden, etc.) und das ganze städtische Gebäudeensemble war auf das Schloss ausgerichtet. Es sollte also dort ein Gebäude errichtet werden, um die Lücke zu füllen. Ich wage aber zu bezweifeln, daß ein modernes Gebäude vom Schlage eines Liebeskind es vermag, die Lücke überzeugend zu schließen. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Die umliegenden Fassaden (Museumsinsel, Zeughaus, etc.) sind nun mal historisch und in Ihrer Gestaltung auf die äußere Gestalt des Stadtschlosses abgestimmt. Wobei die Fassaden dieser Gebäude auch zum Großteil Rekonstruktionen sind. Da hat man sich auch nicht dran gestört, sie nach dem Krieg wieder zu errichten.

Letztendlich kann der Streit nur demokratisch entschieden werden. Und das ist er ja auch schon! Der Bundestag, unsere gewählten Volksvertreter, haben für den Wiederaufbau gestimmt. So ist es nun mal und das muß man hinnehmen.


(2360) Zauberwald
Fri, 20 August 2010 14:06:03 +0000

@Maus
Das erklärt die vielen Trennwände. Aber welche Funktion haben diese Säulen?
Wenn man zur Erbauungszeit des Schlosses für die Statik der Decken viel weniger Stützen benötigte als heute, dann kann es sich hier nur um eine Gestaltungsidee handeln, die ich nicht nachvollziehen kann.
Hoffentlich lassen sich die Säulen später problemlos entfernen.

(2359) Maus
Fri, 20 August 2010 12:57:52 +0000

@Zauberwald?, diese Missverhältnisse werden hervorgerufen, wenn sich die Funktion eines Gebäudes (Aufgabe d. Humboldt-Forums) einer formalen Struktur unterordnen muss, die ursprünglich für einen ganz anderen Zweck (Schloss) entworfen wurde.

@Kater, der Begriff "abgehoben" lässt sich eigentlich in vielerlei Hinsicht interpretieren. Dem Ansinnen ein Stadtschloss 1:1 errichten zu wollen, mit monumentalen Baufluchten und ohne einen einleuchtenden Zweck, würde ich die Architektur und die Sinnigkeit eines Jüdischen Museums von Liebeskind allemal vorziehen. Es gibt ja einen Grund, warum für eine Kultur, die uns einst in unserer Mitte bereicherte, nun ein Ort errichtet wurde, der alles andere tut, als sich tradierten Bauformen anzubiedern. (wobei das nicht seine Hauptaussage ist) Alles hat seinen Grund, man muss nur gewillt sein zu verstehen.
http://www.daniel-libeskind.com/projects/show-all/jewish-museum-berlin/

Warum ist es denn gut, durch eine Wiedererrichtung eines monumentalen Baues, der alles andere als bürgernah war, mit endlosen Fensterreihen, in die man von der Strasse aus nicht hineinsehen konnte, mit einer im Vergleich zu seiner Größe mäßigen Zugangssituation, an eine Vergangenheit anzuknüpfen, die doch daraus folgend alles andere als ein "Sanssouci" war?

Der "große künstlerische Wert" des Berliner Schlosses wird nur eingeredet. Es gibt viele Kulturdenkmale auch Schlösser, die unbedingt der Zuwendung bedürfen, damit sie vor dem Zerfall bewahrt werden.

(2358) Zauberwald?
Fri, 20 August 2010 11:16:49 +0000

Warum wird jeder Raum des Humboldtforums von Stella mit einem Wald aus Säulen und Trennwänden zugestellt? Architektonisches Mittel zur Raumgestaltung, oder was?


(2357) kater
Sun, 15 August 2010 14:20:07 +0000

Tja, der Liebeskind zeigt, wie abgehoben heute zumindest ein Teil der Architekten ist und dass sie offenbar gar kein Verhältnis zu alter Architektur haben...
Ich habe vor Jahren mal das 1946-80 wiederaufgebaute Stettiner Schloss besucht, was für ganz verschiedene Zwecke genutzt wird, welches auch völlig unkompliziert läuft und von der Bevölkerung voll akzeptiert wird. Die Polen haben sich das nicht so kompliziert gemacht !
Die beste Lösung wäre sicherlich, dass alle alten Fassaden einschliesslich des Spreetrakts und die Kuppel wieder hergestellt werden und wenigstens perspektivisch auch die wichtigsten Innenräume und Treppenhäuser. Es ist eine gute Idee, hier museal an die preussisch-deutsche Vergangenheit anzuknüpfen.
Bliebe das Problem mit den maroden Dahlemer Räumen. Da aber grosse Teile der Schlossräume sowieso nicht historisch wertvoll waren, gäbe es hier ja durchaus Möglichkeiten auch für die aussereuropäischen Sammlungen in entsprechend gestalteten Räumen.
So wie das jetzt mit dem Humboldtforum läuft , ist das ein Krampf und dieser Mischmasch,der dabei entsteht, macht letzten Endes keinen so richtig froh...
Beim Potsdamer Stadtschloss sieht es zwar etwas besser aus, aber auch da werden m.E. nach zu viele Kompromisse gemacht (Dachlandschaft, Maße) und leider wird auch das "Innenleben" weitestgehend negiert...
Warum achtet man in Deutschland immer noch nicht grosse künstlerische Werke,so wie es denen zustehen würde ???


(2356) Kreuzberger
Fri, 13 August 2010 22:29:09 +0000

Bei allem Respekt für Libeskind ist dieser Vorschlag an Idiotie tatsächlich nicht zu überbieten. Er reiht sich damit ein in die Fraktion der Mediaspreegegner und derjenigen, die es als Sakrileg ansehen, die Gedächtniskirche durch moderate Hochhäuser überragt zu sehen.
Das größte Dorf Deutschlands ist immer noch Stuttgart. Wollen wir dem wirklich Konkurrenz machen?

(2355) FreiburgerJurist
Fri, 13 August 2010 10:45:38 +0000

"Ich würde anstelle des Stadtschlosses in Berlins Mitte lieber einen fantastischen großen Spielplatz gestalten. Dort könnten dann die Kinder aller Nationen zusammenkommen und miteinander spielen."

Wenn Libeskind so etwas schreibt, braucht er eigentlich keine Gegner mehr, denn diese Aussage lässt an Naivität und Ignoranz keine Wünsche offen. An dieser Stelle kann einfach nichts anderes stehen, als das Schloss. Dieser angebliche Gegenvorschlag ist hingegen nur ein freihalten der Fläche. Ein anderes Gebäude dieser Größenordnung würde einfach nicht passen und sieht anscheinend sogar Herr Libeskind so, wenn er einen Spielplatz vorschlägt. Das Schloss macht ihm nur wegen der barocken Fassaden Angst, auf die er keinen Einfluss hat und deren Sinn und Zweck ihm wohl auf immer und ewig verborgen bleiben wird.

(2354) Ernst Ludwig
Tue, 10 August 2010 15:58:53 +0000

Spenden muß man so und so, ganz gleich, welche Konzeption sich nun durchsetzt. Die Spenden allein garantieren soviel Schloß wie möglich. Nur mit ordentlichem Spendenfluß besteht die Hoffnung, daß Treppenhäuser, historische Innenräume und vor allem die Kuppel denkmalsgerecht wiederhergestellt werden.
Zu sagen, ich spende nicht, weil mir das Konzept Humboldtforum nicht gefällt, heißt alles zu gefährden. Dann haben wir am Ende einen modernen Bau, vielleicht mit einigen barocken Zitaten. Mehr nicht.
Mir gefällt das Konzept auch nicht. Mit viel Bauchschmerzen habe ich es hingenommen, weil offenbar nur so der Baukörper Schloß wenigstens in seiner äußeren Hülle - für das Stadtbild so wichtig - wiederersteht.
Ideal wäre in der Tat eine Gemäldegalerie, z.B. die am Kulturforum derzeit so abseits und stiefmütterlich behandelt wird, ebenso andere historische Museen, die auf die europäische, deutsche und vor allem preußische Kulturtradition aufbauen.
Einbäume aus Amazonien oder Informationen über die Beschneidungsriten in Ozeanien interessieren mich nur marginal. Gewiß, das kann man sich auch mal anschauen, aber doch nicht an so einem prominenten und zentralen Ort wie am Schloßplatz. Das Stadtschloß ist hier gewiß der ungeeigneteste Standort.
Vielleicht kann man die Diskussion über die Nutzung nochmals anfangen. Der Förderverein - falls er es denn überhaupt will - kann das aber nur, wenn er die Spendenmillionen in der Hinterhand hat. Sonst ist er nur lästiger Bittsteller, der nicht berücksichtig wird.




(2353) viking1979
Tue, 10 August 2010 15:07:22 +0000

Das sehe ich auch so. Mal ehrlich! Was erwarten wir denn von einem Schloss? Das es nicht nur außen eine schöne Verpackung ist, sondern auch innen hält, was es außen verspricht. Das ganze Konzept mit dem Humbodt-Forum hört sich zuerst ja ganz schön und großartig an. Aber letztendlich interessiert das doch keinen, wenn es denn verwirklicht wird! Dafür gibt es auch überhaupt keinen Bedarf. Ich fände es richtig, wenn die wichtigsten Innenräume des Schlosses rekonstruiert würden. Auch die Innenräume des Schlosses müssen in Zusammenhang mit dem Äußeren als Gesamtkunstwerk und Gesamtkonzept gesehen werden. Man denke nur mal an so prachtvolle und künstlerisch wertvolle Räume wie den Rittersaal oder den Elisabethsaal. Ganz zu schweigen von den klassizistischen Räumen der Königskammern. Wieso versucht man nicht solche einzigartigen Kustwerke zu rekonstruieren? Wenn es nur um die Kosten geht, kann man die Räume doch nur provisorisch in den alten Maßen wieder herstellen und erst später im Laufe der Jahre nach und nach wieder herstellen.
Das Schloss liegt doch gegenüber der Museumsinsel. Was liegt das näher, als es in das Konzept der Museumsinsel mit einzubeziehen. In den nicht-historisch bedeutenden Gebäudeteilen des Schlosses könnten Gemälde und Ausstellungsstücke gezeigt werden, die in den anderen Museen der Museumsinsel keinen Platz gefunden haben. Es könnte eine oder mehrer Gemäldegalerien dort eingerichtet werden oder auch wechselnde Ausstellungen. Auch das ehemalige Hohenzollernmuseum wieder aufleben zu lassen und im Schloss einzurichten, wäre eine gute Idee. Man könnte die großen historischen Räume des Schlosses für offizielle und repräsentative Zwecke nutzen wie z.B. Staatsbesuche und Empfänge. Damit würde man ja auch dem ursprünglichen Nutzungskonzept des Schlosses entgegenkommen.
Ein auch innen historisch weingstens zum Teil wiederhergestelltes Schloss ist doch ein viel größerer Publikumsmagnet, als eine alte Hülle mit hochtrabendem modernen Konzept für das Innere, das die meisten Menschen nicht verstehen oder interessiert.
Die außereuropäische Kunst ist ja nicht ohne Grund nicht gerade ein Publikumsmagnet. Das liegt nicht nur an der etwas ungünstigen Lage in Dahlem. Es ist halt nicht so interesant für die breite Masse, wie Kunstwerke aus dem europäischen Raum und Schätze der Antike. Und es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass man das Interesse an dem Museum steigern kann, wenn man es auf den Schlossplatz verlegt. Vielmehr schadet man damit eher dem Konzept des Schlosses.
Auch das Wissenschaftsmuseum der Humbodtuniversität könnte man anderweitig unterbringen und ausstellen.
Und für eine Bibliothek braucht man kein Schloss und für ein Schloss nicht (zwingend) eine Bibliothek.
Wenn ich das Verständnis der Menschen für die Andersartigkeit der verschiedenen Kulturen fördern will, kann ich auch ein entsprechendes Zentrum an anderer Stelle errichten und dnan auch in einem modernen Gewand, wie es für so ein Konzept passender wäre. Es gibt hinter dem Schlossareal auf der anderen Seite der Spree doch eine goße unbebaute Grünfläche. Wieso läßt man das Schloss nicht einfach Schloss sein. Und baut das Humboldtforum als modernes Gebäude dahinter? Und nach ein paar Jahren, wenn sich das Nutzungskonzept des Forums nicht durchgesetzt hat und gescheitert ist. Kann man den Laden doch wieder dicht machen und Büros ziehen ein. Aber wenigstens wäre das Schloss dann in Ruhe gelassen.
Ich bin mir sicher, dass die Spendenbereitschaft viel größer wäre, wenn es ein anderes Konzept für das Schloss gäbe. Auch ich hatte mir schon überlegt zu spenden. Aber mit dem Konzept der inneren Nutzung finde ich es im Moment einfach nur unpassend.

(2352) FreiburgerJurist
Mon, 9 August 2010 16:45:54 +0000

Ich muss dem Schlossfreund wirklich rechtgeben, denn dieses tolle (hier toll bitte im ursprünglichen Sinne verstehen) Humboldtforum ist eine Idee, die einfach hinten und vorne nicht passt.
Am Besten wäre ein komplett bzw. sukzessiv rekonstruiertes Schloss mitsamt der Innenräume, in denen dann Kunstaustellungen gemacht werden. Wie wunderbar würden sich diese Räume für ein Hohenzollern- oder Preußen-Museum eignen? Oder eine Ausstellung wie jetzt in Paretz über die Kleider der Königin Luise in den Schinkelschen Räumen? Oder die Schlossgalerien für die Gemälde nutzen, die zu Hunderten in den Archiven der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schlummern? Das wäre ein echter Publikumsmagnet. Hingegen ist dieses Völkerkundemuseum, was keines sein darf, schon jetzt überflüssig, nur sagen darf es wieder keiner.

(2351) Schlossfreund
Mon, 9 August 2010 07:16:27 +0000

Hallo,
an der ganzen Misere (Verzögerung des Wiederaufbaus über Jahre) ist doch auch das Nutzungskonzept mit Schuld, das mehr oder weniger sich mal wieder typisch deutsch weltweit anbiedert. Dazu mal was Neues auf www.berliner-stadtschloss.de mit einer Umfrage zum Nutzungskonzept. Ich bin durch Zufall darauf gestoßen. Das Umfrageergebnis zeigt, dass andere das auch so sehen.

(2350) Ernst Ludwig
Sat, 24 July 2010 14:21:17 +0000

Es scheinen wohl alle im Sommerurlaub zu sein, weil sich hier nichts rührt. Derweil bleibt das Schloß weiter in den Medien.



(2349) Maus
Fri, 23 July 2010 11:54:56 +0000

Beschlossen wurde vor 6 Wochen, 2014 mit dem Bau zu beginnen. Rainer Bomba (CDU), der CSU nahe stehend, möchte, dass bereits 2013 begonnen werde.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/303808/303809.php

Das darf den Leser nicht verwundern, denn im Herbst 2013 sind Bundestagswahlen. Da bringt die Hasst, mit dem Bau doch zu beginnen etliche Vorteile.

Da die konservativen, (oder einstmals etablierten „Volksparteien“) ein Fiasko befürchten müssen, und dass Schloss-Denkmal ja doch als Symbol wahrgenommen wird, würde eine Umorientierung durch einen etwaigen Politikwechsel nur als weitere Schlappe, und damit als ein weiteres Zeichen des Abstiegs wahrgenommen werden.

Die unterstreichenden Proteste gegen das Projekt, als es zu recht im Sparpaket aufgenommen wurde, sind nun erst einmal verebbt, und die Befürworter wagen sich wieder hervor.

Neuorientierung? – weit gefehlt, man macht weiter wie zuvor, verbläst das Geld der Allgemeinheit für Prestigeobjekte, mit denen man ja doch nur blenden möchte, statt eine offene, und ehrliche Politik zu machen.

Die Mitglieder, die bereits seit Jahren in Deko-Platten für die Fassaden investieren, und Architekten beauftragt hatten, werden viel daran legen, dass das ungeliebte Vorhaben umgesetzt wird. Jegliche noch so sinnige Argumentation wird hier vergeblich sein.

Man kann nur hoffen, dass durch weitere Parteiaustritte (wie jüngst aus der FDP) Zeichen gesetzt werden.

(2348) berlinfreund
Wed, 21 July 2010 18:52:06 +0000

Allen Miesmachern und Bedenkenträgern zum Trotz - Neueste Meldung in Berliner Presse und rbb-Abendschau:
Bau-Staatssekretär Bomba versprach: „Wir bauen ein schönes Schloss mit barocken Fassaden und natürlich mit einer Kuppel.“
Und ausgerechnet Berlin mit seinem geringsten Kostenanteil (aber dem größten Nutzen!) hilft jetzt die anfallenden Kosten zu bestreiten.

(2347) Maus
Thu, 8 July 2010 16:49:33 +0000

"... aus der bürgerlichen Mottenkiste des 19. Jahrhunderts ..."

Mosebach hier zu finden darf nicht verwundern. Der Leser darf sich ausnahmsweise einmal von der Internetenzyklopädie Wikipedia, unter dem Punkt "Kritik", ein wenig zu diesem Schriftsteller anlesen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Mosebach

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Aus dem unten verlinkten FAZ-Artikel:

"... Gründerzeitwohnungen sind dann auch die Übertragung des Schloss-Ideals in bürgerliche Verhältnisse ..."

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Nun, der Beitrag (2347) läßt sich sehr gut zur Untermauerung meiner letzten Ausführungen unten heranziehen. Es passt doch alles sehr gut zusammen. Natürlich braucht die neoliberale Prominenz repräsentative Schlösser, um sich genau so, wie vor mehr als hundert Jahren auch, selbst zu feiern, sich als den neuen "Adel" betrachtend, und architektonisch auf diesen anspielend. Natürlich hat die Gründerzeit "Schmock" hervorgebracht.

Den Gästen hier empfehle ich nur einmal den ersten Kommentar in der FAZ nachzulesen.

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Die geistige Eindimensionalität, die hier wie da nicht überwunden werden kann, lässt sich eben auch daran erkennen, dass nicht erklärt werden kann, w a s denn "modernes Bauen" beinhaltet. Keine Frage, es gibt gute und schlechte, oder sagen wir auch, unangebrachte Architektur. Das aber heute und auch gestern!

In der FAZ heißt es weiter, zum Schloss der Gründerzeit: "... das wurde nun in großen Wohnvierteln tausendfach für Beamte und Professoren, für Ärzte und Anwälte verwirklicht .."

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Ganz genau, - nämlich für eine Gesellschaft, die wie die Monarchie repräsentieren wollte, sich vom Rest dadurch abgrenzte, und das architektonisch zum Ausdruck brachte, schön, aber auch a u t o r i t ä r - Architektur ihrer Zeit eben.

Sollten jene wieder an Land gekrochen kommen, die die großen Gräben in der Gesellschaft haben möchten? So gross, das keiner hinüberkommt?