Gästebuch

Hinweis: Dieses Gästebuch steht Ihnen für Ihre Chats, Diskussionen und Mitteilungen gerne zur Verfügung. Es wird von uns nur verwaltet, aber nicht befeuert. Immer wiederkehrende Fragen werden von uns einmal beantwortet und in einer besonderen Rubrik im Internet gespeichert. Bitte geben Sie in der Vollwortsuche dafür an: “Öfter gestellte Fragen“. Sollten Sie mit diesen Auskünften nicht zufrieden sein, werden wir selbstverständlich eine entsprechende Anregung von Ihnen aufnehmen.

Wenn Sie eine schnelle, direkte Bearbeitung Ihrer Frage haben wollen, nutzen Sie den „Kontakt“ im Internet, damit mir Ihre Fragen und Anregungen sofort vorgelegt werden können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich derartig mit Terminen eingedeckt bin und in der Spendenverwaltung ein riesiges Arbeitspensum erledigen muss, dass ich selbst nur auf diese Weise mit Ihnen kommunizieren kann.

Wilhelm von Boddien


 Name *
 E-Mail
 Webseite
 Text *
* Eingabe erforderlich

Antispam Massnahme
Vor dem Absenden des Gästebucheintrags bitte die Buchstaben- und Zahlenkombination in das Textfeld eintragen.
4 + 4=

(2743)
(1743) Kreuzberger
Wed, 27 May 2009 20:54:00 +0000

Max: Mit etwas Eigeninitiative könnten Sie selbst einiges für Ihre Bildung tun. Wozu gibt es Volkshochschulen? Daß die Schloßrekonstruktion und die anschließende Verwendung vor allem ein Bildungsprojekt sein wird, ist Ihnen wohl entgangen?

(1742) Jan
Wed, 27 May 2009 02:23:45 +0000

Dieses Stadtschloss ist echt das dümmste was sich der Senat/Bundesregierung jemals getraut hat!!!

^^
Was erlauben Strunz?!

(1741) Max
Tue, 26 May 2009 22:53:44 +0000

Dieses Stadtschloss ist echt das dümmste was sich der Senat/Bundesregierung jemals getraut hat!!!
und das will in Berlin schon was heißen...^^
Selbst der Palast der Republik wäre sinnvoller gewesen, als ein altes Schloss neu aufzubauen und dann zu behaupten es wäre ernsthaft so etwas wie Geschichte oder ein gar ein Teil Berlins
Aber andererseits, müsste man das Geld sonst in solche Sachen wie Bildung oder so investieren. Da is sonen überdimensionales Cityklo natürlich die Rettung, nich, dass wir Steuergelder am Ende noch sinnvoll verwenden würden

(1740) Uwe Kaden
Mon, 25 May 2009 19:59:17 +0000

Also, ich habe mich nun viele Wochen mit der geplanten Westwand des Schlüterhofs auseinandergesetzt. Nun bin ich mir ganz sicher, sie funktioniert nicht. Das Konzept des Italieners wird nicht aufgehen. Als bildliche oder grafische Darstellung sieht es ja ganz annehmbar aus. Versetzt man sich imaginär in den neuen Schlüterhof, wird man sich wundern! Die Moderne will weiterhin den Kontrast - nun gut, so sei es. Sie hat in dem Moment aber gegen Schlüter verloren, in dem sie sich weiterhin dem Ornament verweigert. Fast militant abwehrend steht die neue Westwand dem Spiel des Barock gegenüber. Sie verweigert sich dem Spiel ihrer Ahnen. Weiterhin und starr und kompromisslos. Sie greift mit der Kampfeslosung eines Adolf Loos das an, was wir in unseren Herzen bewahrt haben: nämlich das Schöne unserer Väter. Die Moderne, wie sie das 20. Jh. geprägt hat, hat nicht dazugelernt. Und an ihrem Unvermögen ist sie für alle sichtbar auch gescheitert. Ein gescheitertes Modell will es mit Schlüter aufnehmen? Nicht einmal für einen Rahmen oder Mantel des Barock wird sie tauglich sein. Ich werde dafür beten, dass diese Wand so nie gebaut wird. Es ist einfach eine Beleidigung, eine Attacke auf Schlüter, die sich rächen wird. Der Schlosshof wird keine Ruhe finden in diesen schlingernden ästhetischen Proportionen. Die Schieflage werden alle schmerzlich erfahren, die einmal den Hof besuchen werden.

(1739) H. Wegener
Sat, 16 May 2009 13:25:25 +0000

Ich finde es gut, dass das Schloß wieder gebaut wird! Ich finde auch, dass man es nicht modern bauen sollte.

(1738) Kreuzberger
Tue, 12 May 2009 00:15:25 +0000

@ Nachdenklicher & Herr Grumbkow: Ich werde die nächsten Wochen nicht mehr zum Kommentieren kommen, weswegen ich Sie einladen möchte, die Gelegenheit zu nutzen, Ihre Vorstellungen noch einmal ungestört zu präzisieren.
Das allgemeine Interesse an diesem Gästebuch scheint etwas nachgelassen zu haben. Vielleicht können Sie wieder etwas Bewegung in die Diskussion bringen. Viel Erfolg!

(1737) Kreuzberger schon wieder, sorry!
Mon, 4 May 2009 23:49:34 +0000

PS: @ nachdenklicher:
Tun Sie mir bitte einen Gefallen und meditieren Sie einmal über den Begriff "Bauhaushistorismus".
Herr Delattre hat ihn in einem sehr lesenswerten Kommentar(1712) angeführt.

(1736) Kritiker
Mon, 4 May 2009 21:10:48 +0000

Wie kann man ernsthaft den Bau eines mindestens 500 Mio teuren Gebäudes in Erwägung ziehen? Gerade jetzt in Zeiten der Krise. Nein, das kann nicht im Sinne des Landes sein. Nicht im Sinne des Volkes. Wie viel Kindergärten könnte man dafür sanieren? Wie viel Schulen besser ausstatten? Aber ist das Projekt noch zu stoppen? Wohl nicht und das ist sehr schade. Wer für soetwas ist kann nur egoistisch sein.

(1735) Kreuzberger
Mon, 4 May 2009 16:43:26 +0000

Allzu Nachdenklicher:

Der Barockstil war eine Weiterentwicklung des Manierismus, welcher Ende des 16. Jh. aus der Renaissance entstand. Anfang des 18. Jh. verfeinerte er sich zum sogenannten Rokoko. Es gibt also eine direkte Entwicklungslinie von der Renaissance bis zum Beginn des Klassizismus, der wiederum auf die Antike zurückgriff, diesmal verstärkt auf die griechische, teils auch auf Ägypten.
Meine von Ihnen zitierte Feststellung bezog sich natürlich nicht auf die Zeit um 1700, sondern auf die Gegenwartsarchitektur, deren Blutleere einen baldigen Kollaps befürchten bzw. erhoffen läßt.

Es war mir übrigens nicht bewußt, daß Sie hier so etwas wie ein Provokationsmonopol beanspruchen und nehme meine ungeheuerliche Unterstellung, Ihre Einrichtung betreffend, selbstverständlich umgehend zurück! Mea culpa!

(1734) Brandenburger Tor
Mon, 4 May 2009 15:35:43 +0000

Hallo!

Ich bin aus Italien und habe ein paar Semester in Berlin studiert. DEr Plan das Schloss wieder neu zu bauen finde ich sehr gut. Es ist eine ehre auch für mich, dass Stella das Schloss bauen wird. Berlin ist eine tolle Stadt und wird immer besser und schöner!



(1733) nachdenklich
Mon, 4 May 2009 12:26:22 +0000

@Kreuzberger:
(1718) „Auf dem Gebiet der Restaurierung ist es inzwischen allgemeiner Konsens, fehlende Partien eines wiederherzustellenden Objekts entweder nach Originalvorgaben zu rekonstruieren“ …

(1723) „Man könnte wohl jede Menge Beispiele aufzählen, in denen von alten Bauten nur noch die Fassaden existieren.“ …


- Hm, und wo ist jetzt die Fassade des Berliner Schlosses, an welcher man fehlende Partien ersetzen könnte?

@Kreuzberger:
„Die Renaissance war anfangs purer Historismus.“ …
„Der Klassizismus war dasselbe.“ …

„Immer wenn sich ein Stil festgefahren hatte, wurde tabula rasa gemacht und wieder bei Null angefangen: Bei den Vorgaben der Antike.“


- Hm, und das war um 1700 auch so? Steht denn der Barock am Anfang oder am Ende einer Entwicklung, die als eine Wiedergeburt der Antike bezeichnet wird?

@Kreuzberger:
„Muthesius wandte sich gegen den ausufernden Historismus seiner Zeit, der mit seinen stilistischen Vorbildern nur noch entfernt etwas zu tun hatte. Jeder Flohmarktbesuch beweist, wie Recht er hatte: Gründerzeitlicher Designmüll ohne Ende.
Was hat das aber mit der Rekonstruktion des Schlosses zu tun??? „


Der Historismus war in dieser Zeit E. 19.Jh. nicht zuletzt die Rückbesinnung auf vergangene Größe, mit der Gotik als vermeintlich „Deutschem Stil“ sollte im 19. Jh. auch an ein nationales Gefühl appelliert werden, und stand am Ende schon konträr zu einer Entwicklung, die äußerlich nicht mehr verstecken, nicht mehr „Theater“ spielen wollte, und eine Einheit in der Konstruktion, und ihrem Ausdruck sah.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Werkbund
http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Muthesius
http://www.landesausstellung1905.de/index.php?id=128


@Kreuzberger „So langsam bekomme ich den Eindruck, das häusliche Ambiente des Nachdenklichen ist vollgestopft mit Palast-der-Republik-Devotionalien. “ (1727)


Es tut mir Leid, aber Sie äußern sich sehr persönlich, ohne Grund. Sie selbst hatten ja weiter unten versucht einen Dialog zu führen (ab Nr.1993). Sie wissen sehr genau woher mein Standpunkt kommt. Sie argumentieren manipulativ, oder gar nicht, Sie können nicht auf weiter unten gemacht Äußerungen eingehen.
Diese „Gästebuchdiskussion“ führt zu nichts, da ja scheinbar mit Halbwissen, und nicht belegbaren Aussagen abgelenkt werden soll, von einer, ganz einfach, nicht zu Ende gedachten Idee, in die man aber schon Zeit, Geld und Herzblut investiert hat. Man hat das Gefühl, dass hier dazu extra abgestellt wird, um ja immer „positive“ Reaktion an dieser Stelle zu dokumentieren.

Ist es da noch möglich etwas zu erkennen? Wie objektiv kann man denn dann bei sich selbst noch sein?

(1732) Kreuzberger
Sun, 3 May 2009 16:16:12 +0000

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. In Ihrem Fall geht das aber in Ordnung.
Ich freue mich, daß Sie vernünftig geworden sind und versichere Sie natürlich auch meiner Unterstützung bei Ihrem kühnen Vorhaben! :-)

(1731) Knutsen
Sun, 3 May 2009 15:46:07 +0000

Meine Unterstützung hätten Sie! :)

(1730) Grumbkow
Sun, 3 May 2009 11:01:13 +0000

Ich habe eine Vision! Wenn wir nun ab nächstem Jahr die drei Schlossfassaden kriegen und wenn dann auch noch das Marienviertel gleich nebenan auf alten Grundrissen wieder bebaut werden soll, dann sollte in der Rathausstraße eigentlich auch das historische Grumbkowsche Haus wieder mit aufgebaut werden. Das müsste ja wohl drin sein! Immerhin war Friedrich Wilhelm v. Grumbkow zu Zeiten des Soldatenkönigs mal Generalfeldmarschall und auch sonst ein ziemlich hohes Tier in Berlin. Das können Sie nachlesen.
Dieses Haus von den Dimensionen eines Stadtpalais stammte im Kern aus dem 16. Jahrhundert und wurde dann in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts von keinem Geringeren als dem Schlossbaumeister Martin Heinrich Böhme umgestaltet, bzw. von seinem Schüler Johann Friedrich Grael, das ist noch nicht ganz klar. Der Umbau ging jedenfalls so weit, dass das Gebäude lange Zeit als das „Grumbkowsche Haus“ bekannt war. Barock vom Feinsten, voll auf Augenhöhe mit den neuesten Veränderungen am Stadtschloss! Da kann man doch nicht Nein sagen!
Was denn? Sie halten das für Polemik? Oder für einen billigen Versuch von Selbstbeweihräucherung? Sie finden, dass die Kompensation privater Minderwertigkeitskomplexe hier nichts zu suchen hat, jedenfalls nicht wenn Steuergelder im Spiel sind? Finde ich auch. Aber selbstverständlich liegt der Fall hier völlig anders. Hier geht es um die Neubelebung des alten Herzens von Berlin. Und es geht um die Glaubwürdigkeit des „Schlosses“ in seinem städtebaulichen Umfeld! Und da gehört das Grumbkowsche Haus natürlich dazu, sowohl architektonisch als auch unter historischen Gesichtspunkten.
Keine Ahnung, wozu man es braucht. Oder wer es bezahlt. Aber wir wollen doch diese einzigartige, geradezu historische Chance nicht durch Erbsenzählerei und profanes Nützlichkeitsdenken kleinreden! Dafür ist jetzt wirklich nicht die Zeit! Wir brauchen Visionen, die bis zum ersten Spatenstich halten! Also, habe ich Ihre Unterstützung? Nein? Warum denn nicht? Das würde ich wirklich gerne hören!

(1729) Kreuzberger
Sat, 2 May 2009 22:53:07 +0000

Die Diskussion über den Historismus hatten wir bereits.
Die Renaissance war anfangs purer Historismus. Gut, daß die angesagten Gotikbaumeister diesem Rückfall in die Geschichte nicht gleich den Garaus gemacht haben! Der Klassizismus war dasselbe. Immer wenn sich ein Stil festgefahren hatte, wurde tabula rasa gemacht und wieder bei Null angefangen: Bei den Vorgaben der Antike.
Auch heute wird wieder vermehrt an den Klassizismus angeknüpft, wie übrigens auch Muthesius als Architekt eher diesem Stil zugewandt war als der damaligen Moderne.
Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Kölner Dom vollendet wurde, war das Ausdruck der damaligen Mittelalterbesessenheit, die die industrialisierungsgeschockten Kulturträger pflegten. Tatsächlich gab es auch bald "gotische" Fabrikhallen, "gotische" Dampfmaschinen und "gotische" Interieurs. Grober Unfug natürlich, aber aus heutiger Sicht nicht ohne Charme. Befürchten Sie nun durch die Rekonstruktion des Schlosses ein Umsichgreifen des Barock?
Es wird garantiert keinen Trend zu barocken Autos, Handys oder Bürogebäuden geben. Die Klientel für geschmacklose "Stilmöbel" wird sich dadurch nicht vergrößern und der Lauf der Architekturgeschichte wird nicht umgekehrt werden.
Unter Historismus verstehe ich das unreflektierte Aufgreifen historischer Versatzstücke für kommerzielle Zwecke. Fragen Sie einmal die marktführenden Hersteller "barocker" Bilderrahmen nach den historischen Vorbildern ihrer Erzeugnisse. Diese Leute haben Null Ahnung von Stilgeschichte!

Was die Spreeseite des Entwurfs betrifft, bin ich vollkommen Ihrer Meinung, aber noch einmal: Was hat Historismus mit der fundierten und sachgerechten Rekonstruktion dieses Bauwerkes zu tun?

(1728) S.Hartmann
Sat, 2 May 2009 12:47:53 +0000

Dieses Zitat stammt aus seinem Buch "Kleinhaus und Kleinsiedlung". Das Zitat steht im Zusammenhang mit der Formfindung für neue Kleinsiedlungen, die seiner Auffassung nach die Traditionen der alten Dörfer aufgreifen sollen. In dem Zusammenhang weist er aber strikt darauf hin nicht in ein romantisches kopierendes Bild zu verfallen, sondern nur die Mechanismen zu übernehmen, da neue Siedlungen andere Anforderungen haben als die alten Dörfer.

Um ein funktionierendes, schönes Ergebnis zu erhalten soll auf alte Traditionen zurückgegriffen werden, aber eine Kopie würde der Geschichte und der Gegenwart nicht gerecht werden.

Zum Thema Historismus: Der gepante Bau ist dem doch sehr ähnlich. Eine völlig neue Struktur/ Nutzung, verpackt im alten Stil.

Um den Städtebau zu schließen bedarf es keiner Barockfassaden, dafür ist die ähnliche Kubatur wichtig. Um ein neues Gebäude harmonisch einzupassen sollte die Materialwahl, Geschosshöhe, Fassadeneinteilung der umliegenden Gebäude respektiert und übernommen werden. Dies belässt aber die Freiheit die Innenhöfe ganz der neuen Nutzung anzupassen und die Fassade, den neuen Eingang der heutigen Verkehrs- und Besucherströme anzupassen.
Die Qualität der Spreeseite ist meiner Meinung nach völlig verschenkt. Ob mit dem aktuellen Entwurf oder der alten Ost-Fassade. Heutzutage sind Promenaden am Wasser ein Muss, eine Öffnung des Gebäudes hin zum Wasser(auch im EG) wäre wichtig.

(1727) Kreuzberger
Fri, 1 May 2009 23:58:03 +0000

Muthesius wandte sich gegen den ausufernden Historismus seiner Zeit, der mit seinen stilistischen Vorbildern nur noch entfernt etwas zu tun hatte. Jeder Flohmarktbesuch beweist, wie Recht er hatte: Gründerzeitlicher Designmüll ohne Ende.
Was hat das aber mit der Rekonstruktion des Schlosses zu tun???


(1726) S.Hartmann
Fri, 1 May 2009 23:46:26 +0000

Ich kann die Entscheidung der Politiker nicht angreifen, doch versuche auch ich die Beführworter einwenig zum nachdenken zu bewegen:

"Eine äußerliche Nachahmung würde uns nicht zu dem verhelfen, was wir unserer Zeit schuldig sind. Denn alles was wir tun, kann, wenn es echt sein soll, nur ein Ausfluß unseres eigenen und damit des Wesens unserer Zeit sein. Um die guten Leistungen einer anderen Zeit zu erreichen, dürfen wir nicht deren Äußerlichkeiten nachahmen, sondern wir müssen das tun, was jene Zeit auch tat, nähmlich auf uns selbst vertrauend arbeiten; die selbstständige Gesinnung ist es, die echte Werke in die Welt setzt." Hermann Muthesius, 1918; Mitbegründer Deutscher Werkbund



(1725) Kreuzberger
Thu, 30 April 2009 21:17:23 +0000

So langsam bekomme ich den Eindruck, das häusliche Ambiente des Nachdenklichen ist vollgestopft mit Palast-der-Republik-Devotionalien. :-)

(1724) Ernst Ludwig
Thu, 30 April 2009 16:00:07 +0000

Ach nachdenklich: Wenn man keine Argumente hat, wird man polemisch oder schlägt um sich mit seiner eigenen Unwissenheit. Ihre Logik ist doch: Weil Könige u. Kaiser Kriege hervorriefen waren sie schlecht, weil sie im Schloß wohnten, ist das Schloß schlecht.
Für Sie sind doch Monarchen gleichbedeutend mit Krieg, Unterdrückung und Zerstörung und ihre Repräsentativbauten deshalb Zeugnisse solcher Tyrannen. Also weg mit allen Schlössern der kriegstreiberischen Feudalherren und erst recht nicht wieder aufbauen. Das ist doch das Denken von Klein-Lisbethchen, geeignet für den DDR-Staatsbürgerkundeunterricht des ersten Schuljahres.
Wenn man so platt argumentiert, darf man sich nicht wundern entsprechende Antworten zu erhalten.
Im Übrigen, prüfen Sie wirklich einmal nach, wer in den letzten 200 Jahren die größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte waren. Sie werden darunter viele finden, aber nicht in erster Linie Monarchen.

(1723) nachdenklich
Thu, 30 April 2009 12:30:04 +0000

ernst ludwig (1715)
“betreffs der Kriegsbilder. Meinen Sie eine Republik hätte den Krieg verhindert? Schließlich war das sog. 3. Reich auch eine Republik. Es ist lächerlich, die Kriegsgreuel den "Königen" vorzuwerfen.“

Anhand solcher „Logik“ wird dem Leser einmal eindrucksvoll vorgeführt, worum es eigentlich geht. Pisa lässt grüssen! Mit der nicht zu Ende gedachten Idee, einer neuen Schlossfassade, welche ein Humboldtforum „umwickeln“ soll, setzt man eben ein Zeichen. Erst recht weil es nicht nur e i n e Geschichte dazu gibt.
Es geht auch nicht um das Wiederauffüllen eines entkernten Baues, nicht um Restaurierung. Das Problem ist, dass es ein Neubau ist. Fassade ist nicht allein Städtebau, der wird architektonisch in erster Linie von der Raumbildung, und dem Zweck, der Nutzung bestimmt werden. Es wird eine sinnentleerte Plastik aufgeführt, und man kann nur begrüßen, wenn ein neuer Entwurf so parodistisch wie möglich ausgeführt würde.

Dieser Bildungsnotstand, nicht zuletzt hervorgerufen durch das Nichtloslassen, wird mit der Verkennung dessen einhergehen was wir sind. Was für ein Absurdum, dass solche Ansinnen überhaupt politische Resonanz finden konnten.

Mit einem „Hausverstand“ kann ich natürlich alles begründen.

***

Kreuzberger (1716): „Wenn verbissene Schloßgegner schon solche unfairen Vergleiche ziehen müssen, weil ihnen die Argumente ausgehen, ist das eigentlich ein gutes Zeichen.“ …

Das soll der Leser selbst erst einmal nachvollziehen: (1993,1996, 1998, 1701, 1703 …)

Ironie: Die Neubauten am Potsdamer Platz, die Bauhausarchitektur, sind ja ach so unmenschlich, die Moderne in einer Sackgasse, da können wir von einer barocken Fassade viel lernen, und sie bietet uns so viele Gestaltungsanregungen für die Zukunft.
Sind das Argumente? – Ach ja, das Bauen wird dadurch ja noch effizienter! Wieviel Quadratmeter bewohnt denn der Leser? Ist er Singel? Möchte er nicht zurück in eine „Einzimmerwohnung“ zusammen mit mehreren Generationen?

Man solle doch lieber einmal wirklich auf unten gemachte Äußerungen eingehen, als hier rosa Brillen zu verteilen. Wir sind Schuld, wenn die Politik es ermöglicht, Architektur errichten zu lassen die nicht gefällt. Und kann man leichthin, ohne sich mit allen Aspekten auseinandergesetzt zu haben, etwas sagen?

(1722) Kreuzberger
Wed, 29 April 2009 12:32:27 +0000

Der Wettbewerb für ein Wiedervereinigungsdenkmal auf dem Sockel des abgerissenen Reichsgründungsdenkmals ist also gefloppt, wie ich der heutigen Zeitung entnehme. Kein einziger Entwurf war überzeugend genug ausgefallen, wenigstens in die engere Auswahl zu gelangen.
Es wird wohl kein Reiterstandbild Helmut Kohls dabeigewesen sein, wie er als strahlender Ritter einen roten Drachen niederreitet, aber man kann sich schon vorstellen, daß die Aufgabenstellung die Teilnehmer einfach überfordert hat.
Vielleicht ist der Alex als historisches Umfeld für ein solches Vorhaben auch viel besser geeignet.
Und vielleicht sollte man den alten baulichen Zustand des Denkmals einfach wiederherstellen, ohne Wilhelm I. und ohne patriotische Zutaten. Als Treffpunkt für Touristen, mit Informationsmöglichkeiten und Gastronomie.

(1721) Kreuzberger
Mon, 20 April 2009 19:44:31 +0000

Man könnte wohl jede Menge Beispiele aufzählen, in denen von alten Bauten nur noch die Fassaden existieren. Mir fällt gerade das klassizistische "Neue Schloß" in Hechingen-Hohenzollern ein, dessen Inneres seit den 70ern die modernen Geschäftsräume einer Bank beherbergt. Das Gebäude wurde zu diesem Zweck komplett entkernt. Immerhin ist aber der davorliegende "Schloßplatz" in seiner Optik einigermaßen erhalten worden. Klar, das ist für Sie kein Kriterium. Für andere schon und ob solche potemkinschen Schlösser permanent an ihrem Platz gestanden haben oder zwischenzeitlich einmal verschwunden waren, spielt letztendlich doch wirklich keine Rolle. Das Berliner Schloß wird auch nicht ausschließlich als Fassade wiedererrichtet werden. Das sollte Sie doch eigentlich freuen.

(1720) Grumbkow
Mon, 20 April 2009 06:58:59 +0000

Neulich war ich in Braunschweig und habe mir das frisch wiederaufgebaute „Schloss“ angesehen. Nein, nein, ich habe überhaupt nichts gegen Einkaufszentren! Und ich habe auch nicht vor, Braunschweig 1:1 auf Berlin zu übertragen!
Auf der anderen Seite sind die Ähnlichkeiten nicht ganz von der Hand zu weisen: Ein durch den Krieg teilweise zerstörtes und später abgetragenes Schloss im Zentrum der Stadt, mit Säulen, langen Fensterreihen und Skulpturenschmuck, drei Fassaden wiederaufgebaut, dahinter ein moderner Neubau mit modernem Nutzungskonzept. Das würde noch ein wenig so weiter gehen, aber der offensichtlichste Unterschied bleibt natürlich die schlichte Größe: Schließlich wird das „Schloss“ in Berlin fast dreimal so groß wie das in Braunschweig!
Die Fassade sieht großartig aus. Dass sich direkt dahinter der gigantische Baukörper eines riesigen Einkaufszentrums verbirgt, fällt von vorne kaum auf. (Nur von der Seite oder wenn man per Fahrstuhl hoch zur Quadriga fährt und Richtung Osten über die Parkhausdächer schaut.) Der erste Eindruck wird schnell etwas getrübt, sobald man das Hauptportal durchschritten hat. Da ist nämlich schlagartig Schluss mit Schloss. Fassade und Shopping-Mall passen in Form und Funktion so wenig nicht zusammen, dass man sich beim Betreten fast genauso wundert wie beim Wieder-Verlassen: Wozu das eigentlich alles? Das Einkaufszentrum braucht diese Fassade nicht, die Fassade braucht dieses Einkaufszentrum nicht. Im Gegenteil: Sie kaufen sich gegenseitig den Schneid ab. Keine Frage, imposant ist er ja, der Fassadenneubau! Das Einkaufszentrum auch, aber eigentlich eher dort, wo es sich nicht an die Dimensionen des alten Schlosses halten musste.
Also, das Berliner „Schloss“ wird insgesamt etwa dreimal so groß wie das Brauschweiger (ohne den Großteil des Einkaufszentrums). Ich frage mich, ob sich dadurch die Chance, ein Monstrum zu produzieren, eher verringert oder eher vergrößert. Sicher, in Berlin soll alles besser werden. Mit dem Braunschweiger Beispiel vor Augen weiß man ja immerhin schon mal, wie es am Ende nicht aussehen sollte. Und das „Humboldt-Forum“ ist ja auch keine Shopping-Mall. Andererseits, ein Museum, ein Archiv und eine Bibliothek haben sich die Braunschweiger auch noch ins Schloss geholt. Die sind ja auch nicht blöd.
Na, egal, nächstes Jahr ist Baubeginn. Dann können wir uns alle zurücklehnen und einfach abwarten, was passiert. Und wer dann irgendein Problem mit dem „Schloss“ hat, wird es sich eben schönreden müssen. Oder einfach wegbleiben.

(1719) Speedy
Fri, 17 April 2009 18:55:38 +0000

Noch als Anmerkung zum PdR bevor ich missverstanden werde oder gar Gefühle oder Erinnerungen von vielen ungewollt verletze. Auch der Palazzo Protzo (wie er ebenfalls von DDR-Bürgern liebevoll/zynisch genannt wurde) hat seinen Platz in der deutschen Geschichte, daran ist nicht zu rütteln. Aber historisch und städtebaulich gesehen ist das Stadtschloß von wesentlich größerer und geschichtlich globalerer Bedeutung.

(1718) Speedy
Fri, 17 April 2009 18:33:34 +0000

Der Wiederaufbau an sich war definitiv die richtige Entscheidung, auch wenn der Siegerentwurf leider zu viele Kompromisse eingeht. Nur die Fassade von drei Flügeln wiederherzustellen und die völlig fehlende Rekonstruktion wenigstens wichtiger Innenräume gibt dem Projekt nur einen seltsamen Hybridcharakter. Weder Fisch noch Fahrrad.. Ähnlich geht es mir (immer noch) mit der Kuppel auf dem Reichstag. Die Kuppel selbst ein durchaus gelungener und sehr gefälliger Entwurf, das Reichstagsgebäude äusserlich sehr gut restauriert bzw. rekonstruiert. Aber wenn beides zusammen kommt sieht es nüchtern einfach nur wie ein Stilbruch und architektonische Barbarei aus. Und beim Schloßprojekt wird es leider nicht viel anders sein. Wieso wurden in anderen Städten die zerstörten Schlösser und Gebäude wieder orginalgetreu aufgebaut? In München hätte eine modernistisch geprägte Rekonstruktion der Residenz glatt ne Revolution ausgelöst. Schade, aber hier wurde leider eine wirkliche Chance vertan, die uns spätere Generationen möglicherweise anlasten werden. Aber wenigstens wird an diesem historischen Ort die Geschichte (und Preussens Gloria ist nunmal ein wesentlicher und unabdingbarer Bestandteil der gesamtdeutschen und der Berliner Geschichte)nicht mehr von Erichs Lampenladen repräsentiert.

(1717) Ein Süddeutscher
Wed, 15 April 2009 16:09:55 +0000

Die zumindest äusserliche Auferstehung des Berliner Stadtschlosses ist die, meiner Meinung einzig denkbare Lösung um diesen geschichtsträchtigen Platz wieder zum Leben zu erwecken. Ein Palast der Republik mag auch seinen Platz in der deutschen Geschichte haben...kein Zweifel..ja! Aber im Grunde genomen war es zeitlich nur eine kleine Episode und ansonsten (man möge mir verzeihen) ein wirklich potthässlicher Bau. Und wenn es sicher Dinge geben mag, die ich der ehemaligen DDR wirklich nachtrage, dann die Sprengung des wohl bedeutendsten (geschichtlich und visuell)Bauwerks in Berlin. Und selbst wenn die Gegner des Schlossbaus argumentieren, das dies eine Absage an die moderne Architektur darstellt. In diesem Fall auch hier ein eindeutig ja! Architektonische Visonen (ohne dies jetzt wertend ausdrücken zu wollen) hatten und haben anderer Stelle noch genügend Platz. Kein moderner Bau, wie auch immer er aussehen mag, könnte diese Lücke Berlins adäquat schließen.

(1716) Kreuzberger
Tue, 14 April 2009 22:30:55 +0000

Auf dem Gebiet der Restaurierung ist es inzwischen allgemeiner Konsens,fehlende Partien eines wiederherzustellenden Objekts entweder nach Originalvorgaben zu rekonstruieren (ich rede hier nicht von der Venus von Milo) oder, falls dies nicht möglich ist, unauffällig zu ergänzen, ohne daß diese Ergänzung dem Gesamteindruck schadet. Auf letzteres kommt es an, das sollte auch für jeden nachvollziehbar sein. Wer käme auf die abwegige Idee, ein unvollständiges Barockmöbel postmodern "aufzuhübschen"?
Wenn es schon nicht möglich sein sollte, die alte Ostfassade wiederherzustellen, dann ist es doch naheliegend, Überlegungen anzustellen, was Herr Schlüter in einem solchen Fall gemacht hätte. Er hätte die Nord- und Südfassade einfach weitergeführt! Vielleicht hätte er auch eine große Freitreppe zur Spree errichtet. Das ist schon spekulativ aber immerhin logischer als das, was im Moment noch als Fassadengestaltung im Gespräch ist.

(1715) Bernd E. Ludwig
Tue, 14 April 2009 21:44:55 +0000

Es ist auch ein städtebauliches Erfordernis, dass Berliner
Schloss wieder entstehen zu lassen.
Es sollte dieses Vorhaben mit aller Konsequenz und notwendigem
Nachdruck baldmöglichst verwirklicht werden.
Allerdings sind an dem Siegerentwurf gar zu viele Kompromisse
an zeitgenössische Bauformen festzustellen, die der Architekt wohl nicht nötig hatte.
Meines Erachtens kann die Spreefassade, die in dieser Form wie ein billiges Versatzstück wirkt, in dieser Weise nicht errichtet werden.
Eine nichtssagende Lochfassade beschädigt die gesamte, schöne
Schlossarchitektur in nicht zu tolerierender Weise.
Hier sind nicht nur "Nachbesserungen" erforderlich.
Hinterhofarchitektur ist an diesem geschichtlich und architektonisch bedeutsamen Hause durchaus und völlig unerwünscht, werter Herr Architekt !

(1714) Kreuzberger
Mon, 13 April 2009 00:19:15 +0000

@ Herr Ludwig: Wenn verbissene Schloßgegner schon solche unfairen Vergleiche ziehen müssen, weil ihnen die Argumente ausgehen, ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Ich denke, die Forderung Herrn Delattres wird schon bald von einer breiteren Öffentlichkeit vertreten werden. Die wahren Rückwärtsgewandten sind nicht wir, sondern diejenigen, die nach wie vor Idealen anhängen, die sich längst ad absurdum geführt haben.

Frohe Ostern allerseits!

(1713) ernst ludwig
Sun, 12 April 2009 22:44:07 +0000

an Nachdenklich:
betreffs der Kriegsbilder. Meinen Sie eine Republik hätte den Krieg verhindert? Schließlich war das sog. 3. Reich auch eine Republik. Es ist lächerlich, die Kriegsgreuel den "Königen" vorzuwerfen.

(1712) Kreuzberger
Sun, 12 April 2009 20:50:19 +0000

Herr Delattre, jetzt haben wir uns gerade überschnitten.
Sie sprechen mir aus der Seele und vielen vielen anderen auch.
Es ist tatsächlich höchste Zeit für eine Grundsatzdiskussion!
Wenn man nicht weiter weiß, knüpft man eben an Vorhandenem an und entwickelt daraus etwas Neues. Das ist so einfach, man muß es nur endlich einsehen.

(1711) Kreuzberger
Sun, 12 April 2009 20:42:31 +0000

@ Nachdenklicher: Bei dem Artikel in der Süddeutschen geht es mir speziell um die Feststellung des Autors, daß man der Architektur hilflos und wehrlos ausgeliefert ist. Man kann allem aus dem Weg gehen, was einem auf kulturellem Gebiet angeboten oder auch zugemutet wird, aber nur Blinde haben die Möglichkeit unsere Gegenwartsarchitektur tatsächlich zu negieren. Wer möchte deswegen aber schon mit ihnen tauschen? Also sollte man sich für eine bessere und humanere Architektur einsetzen. Das heißt für mich auch, daß man im Zweifelsfall doch lieber an den ansprechenden Bauformen des Klassizismus oder auch an die grandiose 20er-Jahre-Architektur anknüpfen und diese weiterentwickeln sollte. Ich habe mir heute aus der Ferne das Allianzhochhaus in Treptow angesehen und es mir mit einer Empire State Building-Silhouette vorgestellt. Grandios! Dann ging´s weiter zu den Betonburgen auf der Fischerinsel, die in Form und Farbgebung sicherlich ihrem Ideal entsprechen: Unförmig, trist, asymmetrisch, mit grellen Farben neben grauem Sichtbeton. Deprimierend! Ich möchte Sie nicht langweilen, aber das Hotel hinter dem Dom möchte ich noch erwähnen. Das Übliche, aber mit der schaurigsten Dachkonstruktion Berlins. Direkt neben der Museumsinsel!
Bauhaus und Postmoderne haben sich totgelaufen. Da ist nichts mehr rauszuholen. Man kann den Architekten etwas in den Tee geben, dann kommen solche Gebilde wie Schanghai heraus, oder die Angeberbauten in Dubai etc. oder diese Riesengurke in der mittlerweise häßlichsten Metropole Europas.
Neubauten sollen offensichtlich grundsätzlich nicht mit ihrer Umgebung harmonieren und deswegen freue ich mich, daß wenigstens der Schloßplatz vor zeitgenössischer Verunstaltung gerettet wurde.

(1710) Delattre
Sun, 12 April 2009 20:13:09 +0000

Pardon, aber diese Diskussion kann ich schon lange nicht mehr nachvollziehen. So manchem Teilnehmer würde ich mehr Gelassenheit empfehlen. Was soll rigide Rechthaberei? Die Grundlage für eine lebendige Demokratie ist die pluralistische Meinungsvielfalt der Bürgerinnen und Bürger (auch in der Baukultur!). Warum soll die Architekturgestaltung für Neubauten auf kompromisslose Funktionalität und Bauhaushistorismus beschränkt bleiben? Muss die ideologische Großstadtfeindschaft nach dem Ersten Weltkrieg zwingend konserviert werden? Warum soll nicht auch eine Weitergabe von Wissen und Erfahrung der Planer und Architekten vor dem Ersten Weltkrieg möglich sein? Auch an die lebensfreundliche Vielfalt und Differenz der Jugendstilmoderne sollte wieder angeknüpft werden können. Wirkliche Rekonstruktionen werden sicher auf wenige Einzelfälle beschränkt bleiben. Die Geschichtslosigkeit nicht weiniger Planer und Architekten und die Unfähigkeit menschliche Stadträume zu gestalten hat meiner Auffassung nach hat den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer Rekonstruktion verlorener Bauten noch einmal verstärkt. Meiner Meinung steht eine intellektuelle Abrechnung mit dieser Unfähigkeit der heutigen Alltagsarchitektur noch immer aus. Vielleicht können einzelne Rekonstruktionsprojekte eine Neuerfindung von Architektur ermöglichen.

(1709) Nachdenklich
Sun, 12 April 2009 08:32:10 +0000

War mal neugierig. ;-)
Viele Fragen beantworten sich, wenn man schon ein Stück weiter unten ab Nr.(1693) liest.

@Kreuzberger: Auf was schließen Sie denn aus den Ausführungen unten?

@QCSE; nebenbei, was wir von den letzten Königen noch lernen konnten: http://www.stahlgewitter.net/westfont/weltkrieg_westfront.htm

Was ist denn eigentlich das Fazit des Artikels in der „Süddeutschen“? - Siehe auch hier Nr.(1698)

@Andrea Weber, @QCSE, @Kreuzberger, @Klaus-Bärbel, …

„Frage und Antwort:“
… 2001, 2002, 2003, 2004, 2005,
2006, 2007, 2008, 2009, …
Warum keine Bücher?
Nicht unterwegs gewesen?
Bin doch im Netz.
Menschen getroffen?
Wie? Kostet alles Zeit und Geld?
…und vor allem Interesse…
Dann mach ich dieses klitzekleine
Kästchen wieder zu …

Die Welt braucht es ja, dass Sie mitmachen, viel zu wenig beteiligt man sich an Öffentlichkeit, und hat sich deshalb daran auch nicht bilden können.
Was aber nun entsteht ist keine Beteiligung, sondern Flucht in die Vergangenheit. Warum Flucht? – Weil man die Welt nicht versteht, und Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen hat …

(1708) Linaïk CAPELLE
Fri, 10 April 2009 20:59:00 +0000

Es wäre wirklich schade,daß der moderne Flügel gebaut würde. Auf den Computerbildern wirkt es auf jeden Fall schockierend und fehl am Platz

(1707) Klaus-Bärbel
Tue, 7 April 2009 19:58:52 +0000

Warum muß das Schloß denn so modern ergänzt werden?


(1706) Kreuzberger
Sun, 5 April 2009 09:58:39 +0000

@QCSE: Guter Tip! Ein lesenswerter Artikel.
Modernismus hat nun mal nicht sehr viel mit Stil zu tun sondern vor allem mit Mode. Und langlebige Moden, die auch von späteren Generationen noch geschätzt werden, sind eben äußerst selten anzutreffen, besonders im Architekturbereich.

(1705) QCSE
Sat, 4 April 2009 19:11:11 +0000

Vom König lernen

Bürgermeister und Manager versagen als Bauherren zusehends. Die Entgleisungen, die sich in zeitgenössicher Architektur ereignen, fallen mittlerweile immer fataler aus.
Von Gerhard Matzig

http://www.sueddeutsche.de/immobilien/840/304813/text/

(1704) Andrea Weber
Sat, 4 April 2009 18:32:32 +0000

Ich bin froh und erleichtert, dass das Berliner Stadtschloss rekonstruiert wird.

Wenn ich in einigen Jahrzehnten zusammen mit meinen Enkelkindern vor dem Berliner Stadtschloss stehe und ihnen davon erzähle, dass es Leute gab, die ernsthaft meinten, das Schloss passe hier nicht hin und solle auf keinen Fall wieder aufgebaut werden, werde ich herzhaft lachen - versprochen.




(1703) Grumbkow
Sat, 4 April 2009 15:34:44 +0000

Städte verändern sich. Wie Paris Mitte des 19. Jahrhunderts. Man trauert um das Verlorene und man bewundert das Gewonnene, nicht selten beides gleichzeitig. Oder man zieht das Eine dem Anderen vor. Es gibt fast immer viele gute Gründe für das Bewahren und viele andere gute Gründe für die Umgestaltung. Wenn man sich nur mal ansatzweise versucht vor Augen zu führen, was in einer Stadt wie Rom in den letzten 2000 Jahren alles bewusst oder fahrlässig zerstört worden ist, um Platz zu schaffen für so viel Neues, Schönes und weniger Schönes, was dann wieder zerstört wurde für wiederum Neues, dann kann man als musealer Mensch darüber ganz irre werden. Was soll man sich wünschen? Dass Rom unverändert geblieben wäre? Oder Paris? Oder Berlin? Selbstverständlich wäre das Unsinn, aber wenn wir uns das wünschen dürften, wer von uns würde dann entscheiden, welchen Schnappschuss der Geschichte man zum Masterplan der Zukunft erklärt? Ich nicht. Würde ich auch nicht wollen! Weil ich nicht der Verwalter einer stil-toten Stadt sein wollte. Man kann die Blüten einer Architekturepoche bewundern und verehren, aber in dem Moment, wo man sie abschneidet, sterben sie. (Bitte nageln Sie mich nicht auf diese Metapher fest!)
Zum Wachstum einer Stadt, insbesondere einer Großstadt, gehört die Zerstörung genau wie das Bauen. Machen wir uns nichts vor: Was wir heute von der Architektur des Barock kennen, das sind ein paar wenige Highlights der zahlungskräftigsten Auftraggeber und begabtesten Architekten. Der ganze langweilige Rest – Städte voll mit stereotypen Wohn- und Geschäftsgebäuden – ist bis auf seltene Ausnahmen doch schon längst wieder abgerissen worden. Obwohl es barock war. Die massenhafte Zerstörung gehört zum Geschäft. Manchmal wird einem die schwierige Entscheidung abgenommen durch Natur- oder Brandkatastrophen oder Flächenbombardements. Meistens nicht. Dann gibt es unendlich viele Möglichkeiten irgendwo zwischen Erhaltung um jeden Preis – und Sprengung um jeden Preis. Eine ganz erhebliche Rolle spielen dabei natürlich die Gründe für das eine oder das andere. Welchen Zweck verfolge ich mit meiner Entscheidung? Wenn ich diesen Zweck – oder nennen wir es Sinn – klar vor Augen habe, erhöht sich immerhin die Chance, dass meine Entscheidung auch noch die Zustimmung späterer Generationen findet. Die Art, wie konstruktiv wir mit der Zerstörung, bewusst oder unfreiwillig, umgehen, wird den Blickwinkel bestimmen, aus dem heraus wir später beurteilt werden.
Es spielt also für die zukünftige Rezeption eines städtebaulichen Großprojekts wie der Schlossplatzbebauung durchaus eine Rolle, aus welchen Gründen das Eine verworfen und das Andere gebaut wird. Das ist mehr als eine akademische Frage! Denn Architektur verrät nur allzu gerne, aus welchem Geist sie geboren ist. Und sie wird mit der Zeit immer gesprächiger. Ich hoffe immer noch, dass man auf unsere Tage einmal mit ähnlichem Respekt sieht wie wir auf die Zeit des Barock. Mit dem Aushilfs-„Schloss“ – gewollt und nicht gekonnt – können wir das vergessen.

(1702) Kreuzberger
Thu, 26 March 2009 16:59:05 +0000

Nachdenken ist nie verkehrt. Dummerweise komme ich bei dieser Diskussion aber immer zum selben Schluß. Die Vorstellungen sind eben sehr verschieden.
Geschichte ist unveränderlich und sie läßt sich sichtbar machen, wenn man das möchte.


(1701) Nachdenklich
Wed, 25 March 2009 08:28:06 +0000

Werte Leser, @Kreuzberger, Ihre Meinungen möchte ich Ihnen lassen, wohl bin ich auch nicht der Erste, der andere Sichtweisen aufzeigen möchte. Im Großen und Ganzen wird verkannt, dass man Geschichte, und damit die Identität, nicht durch das „Nachbauen“ wieder herstellen kann, da ist das Bsp. Braunschweig ebenso peinlich, eigentlich ist es beängstigend.
Ohne „Schneise“ hätte Paris wohl kaum seine Entwicklung gemacht, und beispielhafte Stadterweiterungen in Schachbrettform wie sie Barcelona aufweißt waren in der Regel ein Impuls für ihr Fortkommen. Lektüre nutzt, wenn man sich verschiedene Bereiche zum Thema auswählt. (Geschichte, Gesellschaft und Moderne gehören auch dazu)
Städte waren sich in ihrer Zeit immer ähnlich, und Unverwechselbarkeit resultiert, wie gesagt, wohl mehr aus der Geschichte, die ein Nachbau nicht erzeugen kann.
Ich möchte niemanden bekehren, nur zum Nachdenken anregen.
Anschließen möchte ich mich Hr. Grumbkow, mit diesem Aufsatz:
http://blog.berliner-schloss.de/2009/01/wirklich-nur-schloss-oder-nicht-schloss/

(1700) Kreuzberger
Tue, 24 March 2009 23:02:34 +0000

Ich werde das Paris Baron Hausmanns auch weiterhin eher mit Jaques Offenbach und Toulouse-Lautrec verbinden, als mit Darwin und Nietzsche. Bedauerlich bleibt, daß für den Modernismus der Belle Epoque das mittelalterliche Paris komplett ausradiert wurde. Andererseits gab es ja im vorigen Jahrhundert Überlegungen, diese Stadt neuerdings umzupflügen und ein Schachbrett mit gigantischen Plattenbauten anzulegen.
Interessant wäre es ja schon, wie man eine solche Barbarei, wäre sie umgesetzt worden, heute bewerten würde.
Gerade weil die Großstädte durch die globalisierte Architektur immer ähnlicher werden, sollte man dort, wo noch Originalität und Unverwechselbarkeit vorhanden ist oder nach authentischen Vorgaben wiedergewonnen werden kann, nicht zögern, solche Chancen zu nutzen.
Das ist kein Beginn einer Rekonstruktionsepidemie. Es geht ausschließlich um sehr verstreute Einzelobjekte. Nicht umsonst muß ja immer wieder die neuerrichtete Fassade des Braunschweiger Schlosses als abschreckendes Beispiel für die Unzurechnungsfähigkeit rückwärtsgewandter Träumer herhalten.

(1699) Nachdenklic
Tue, 24 March 2009 10:43:57 +0000

@Kreuzberger, werte Leser: Nun, die Antworten sind unten schon enthalten. Es geht auch nicht nur um die Stadt Berlin. Die Betrachtungen gehen tiefer, sind aber leicht nachzuvollziehen, sind offensichtlich.
Ich bin im Bilde, um was es Ihnen geht. Mit Preußen, – Aufklärung, - Humboldt, – Entdeckung und Forschung könnte der Hintergrund der Architektursprache legitimiert sein. – Vielleicht nur scheinbar?!

Werte Leser, informieren Sie sich doch, wann der Louvre entstand: http://deu.archinform.net/projekte/4391.htm

Der Inhalt der letzten Bauphasen im 19.Jh war hier, wie beim Originalbau schon, der Schaffung von repräsentativen Fassaden wie Räumen geschuldet. Es ging hier in nicht unwesentlichem Maße auch um die Betonung nationaler Größe! (ein gr. Thema des 19.Jh.) Sie ist damit auch Bestandteil einer Philosophie eines Rechtes des Stärkeren! – (Darwin/Nietzsche) Das sollte jedem vorgeführt werden! – Ein Wetteifern war ja hier schon immer zu beobachten, und erklärt einmal die Architektursprache.

Und diese gesellschaftlichen Erscheinungen bilden nun die direkte Grundlage zur Geschichte des 20.Jh., drastisch, und mit allen ihren Folgen. (Zugute halten kann man dem, dass man ja das Ende nicht absehen konnte, oder wollte)

Louvre und Tower haben ihre Berechtigung weil sie davon zeugen! Das Berliner Schloss hätte diese auch, wenn es nicht zerstört worden wäre. (wie übrigens auch der P.d.R.)
Selbst eine Totalrekonstruktion wird man nicht mit Geschichte füllen können, weil sie die Geschichte eben nicht hat, - das meint man abwertend wenn man von einem „Abklatsch“ spricht. Architektur ist eben auch abhängig von den Beweggründen ihrer Entstehung.

Diese Projekte sind doch nur ein Versuch sich in einer Welt zu positionieren, die unweigerlich zusammenwächst, bzw. immer stärker aufeinander trifft! – man möchte kein Teil des befürchteten „Breies“ werden. Doch an was knüpft man an?

Bsp.: Zitat von @Ernst Ludwig (Nr.1695):
„In Frankfurt freuen sich die Einheimischen wie die Touristen über den Römerplatz, wo vor zwanzig Jahren die völlig verschwundenen Fachwerkhäuser wieder aufgebaut wurden, demnächst sollen weitere Teile der Altstadt wieder auferstehen …“

@Mitte ins Herz!
Wenn es einem Architekten gelingt, Ihre Befürchtungen zu erfüllen, so liegt das nicht zuletzt auch daran, dass die Mehrheit einschließlich unserer Volksvertreter, nicht im Traum daran denkt einmal ein Buch oder gleich mehrere in die Hand zu nehmen, und sich in der Welt umzuschauen, um daraufhin sich eine fundiertere Meinung bilden zu können, die es erlaubt dem GUSTO eines Architekten Einhalt zu gebieten! Es tut mir Leid, wenn man den Ausführungen nicht folgen kann.

Man verzeihe mir auch, wenn der Diskussionsstil überhand gewinnt.

(1698) Mitte ins Herz!
Tue, 24 March 2009 10:06:42 +0000

@Nachdenklich
Wollen Sie bitte aus Ihrem unnahbaren Argumentationsfluss dieses unsägliche Totschlagargument "Kosten" heraushalten? Sie werden einerseits nicht müde, einen modernen Bau mit einer subjektiv Ethik-errettenden Argumentationskette als das EINZIG MÖGLICHE für diese unser heutige Zeit verkaufen zu wollen, schlagen aber sodann dieser zarten Pflanze die, in IHREN Augen unnötig, hohen Baukosten eines Schlosses um die Ohren. Woher wollen Sie allen Ernstes wissen, daß ein zu erwartender, international renomierter Achitekt, der sicherlich für diesen Standort geholt werden würde, die Baukosten nicht exorbitant explodieren lassen würde, nur wiel er SEINEM Gusto folgend, vielleicht z. B. verlangte, die Spree durch eine Art betongewachsenen "Kanal des ewigen Fließens und Veränderns" direkt durch sein Skulpturen-lastiges Monument umleiten zu lassen? Eine DANN sehr wohl angebrachte Kritik "unsererseits" an dieser Vorgehensweise würden Sie dann sicherlich mit der nächsten "Keule", dem vermeintlich mangelnden interlektuellen Zugang Ihrer Oponenten analysefrei abtun, nicht wahr.
Ick, für meine Person, kann einfach nicht umhin, der Argumentationsweise des Kreuzbergers immer wieder nur kopfnickend zuzustimmen. Da Sie sicherlich keinen Deut von Ihrer Grundüberzeugung abweichen, so werden sich unsere gegensätzlichen Positionen wohl nur nuancenhaft annähern. Belassen wir es dabei...

(1697) Kreuzberger
Mon, 23 March 2009 23:34:25 +0000

Wenn ich Sie richtig verstehe, empfinden Sie die aktuelle Beschlußfassung als eine Art Betriebsunfall, der bei ausreichender Allgemeinbildung aller Beteiligten hätte verhindert werden können. Sie werden darüber ausreichend nachgedacht haben. Was ich nicht verstehe, ist die immer noch anhaltende Aufregung der Modernisten und um den guten Ruf unserer Stadt Besorgten über die zukünftige Ausstrahlung dieses Bauwerks. Hier wird etwas ähnliches wiederentstehen wie der Tower in London oder der Louvre in Paris: Ein museal genutztes zentrales Gebäude, das sich harmonisch in seine Umgebung einfügen wird. Manchmal habe ich in dieser ganzen hitzigen Diskussion das Gefühl, als ginge es um die Wiedererrichtung der Reichskanzlei, um darin die geplante Vertriebenenausstellung zu zeigen.

(1696) Nachdenklich
Mon, 23 March 2009 10:00:31 +0000

Mein Gästebucheintrag appelliert an den Leser einmal nachzudenken. Meinen Vorredner kann ich nur auf den darunter stehenden Beitrag Nr.1696 verweisen, und möchte nur hinzufügen, dass sich auch Regierungsbeschlüsse konterkarieren. Der Staat, das sind wir alle, und wir alle finanzieren ua. auch die Ausbildung von Fachkräften. Absurderweise wird darauf nicht zurückgegriffen. – Bildung wird verkannt, und ist nicht ausreichend angesehen, wie in diesem Falle auch!

Der ganze Sachverhalt spiegelt eigentlich nur das wider, was in Bildungstests festgestellt wurde. Da ja die Allgemeinbildung immer niedriger angesehen wird (da sie ja scheinbar kein Geld bringt), muss man sich nicht wundern, wenn es zu solchen „Blüten“ kommt.

@Kreuzberger: Was sie in Ihrem vorangehenden Beitrag, im 2. Absatz unterstellen ist populistisch, und dürfen sie nicht. Sie verkennen, dass eine Diskussion auch bildet. Wer heute noch aufrichtig ist, der weiß was er bedenken würde, und an welche Aspekte er hier nicht gedacht hätte. Deswegen ist man nicht ein „Pöbel“, um Ihre Worte zu benutzen.
Sehen Sie, genau das ist das Problem, die Menschen werden nicht ernst genommen, und hier möchte man, und kann vielleicht nicht zugeben, dass man im Irrtum war.
Missverstehen Sie mich nicht, es geht nicht darum wer Recht hat. Mit einer umfassenden Betrachtungsweise, nicht nur am Objekt festgemacht, kommt man ganz leicht auf die schon mehrfach angesprochenen Bedenken. (Ich bin mir sicher, dass viele aus dem Kreise der Schlossbefürworter anders darüber denken würden, hätte es eine ernst gemeinte Debatte gegeben, die Ihnen die Möglichkeit gelassen hätte von einem weiteren Vorantreiben des Projektes abzusehen. – das Geld)

Man bedenke doch einmal die polit. Situation in unserem Land, was man für ein Zeichen setzt, angesichts radikalerer Strömungen! Meint man, in diesen Kreisen mache man so feine Unterschiede? Unlängst wird von einem „Nationaldenkmal“ gesprochen, wenn man Wilhelm I. meint. Was bedeutet den das für uns? (Ich weiß, dass es andere Entwürfe gibt, aber die Tatsache, dass das hier auftaucht bestätigt oben Gesagtes hinsichtlich der Bildung.)

Übrigens, an einer guten Architekturfakultät beleuchtet, und beschäftigt man nicht nur mit Architektur im Sinne ihrer Äußerung in Material, Form, und Raumbildung, sondern auch damit was sie bewirkte und bewirkt, für was, für welchen Geist sie einen Ausdruck bildete und bildet. –

Dieser Ausdruck, eine Aussage (des selben Objektes), kann sich im Verlaufe von Jahrhunderten oder nur Jahrzehnten sogar ändern, da man ja hinterher immer mehr weiß als zuvor. (das gilt übrigens für das Schloss, wie den ehem. Palast der Republik) – hatte man darüber einmal nachgedacht?

Für den Leser interessant, finde ich diese im Netz vorhandenen Beiträge:
http://levi.jimdo.com/worum-geht-es-uns/


(1695) Kreuzberger
Mon, 23 March 2009 00:15:55 +0000

Tja, ich dachte eigentlich nicht an die Art von Busladungen, die ihr Berlinwochenende im geraniengeschmückten Nikolaiviertel verbringen, weil sie sich dort ganz wie zuhause fühlen. Nein, mir schweben durchaus gebildete und interessierte Touristen vor, die neben dem modernen Berlin auch das alte preußische Berlin entdecken möchten. Ich weiß, sowas sagt man nicht. Wir sind schließlich nicht in München, wo man ganz schamlos und ungezwungen mit der bayerischen Vergangenheit kokettiert, die Feldherrenhalle inbegriffen. Vielleicht können wir uns auf das preußische Berlin vor 1871 verständigen, um keine Ressentiments aufkommen zu lassen. Eduard Gärtner hat uns wunderschöne Ansichten aus dieser Zeit überliefert, die der eine oder andere (und nicht nur Touristen) eventuell auch mal wiedererkennen möchte. Zum Teil zumindest, denn vieles ist ja irgendwie abhandengekommen.
Wenn Sie meinen,die Auseinandersetzung um die Schloßrekonstruktion sei nicht ausreichend kommuniziert worden, bedauern Sie im Grunde nur, daß die Fraktion der "Ewiggestrigen" nicht entschieden genug ausgegrenzt wurde. Das unterstelle ich einfach mal, weil ich den Eindruck habe, daß Sie auf dem elitären Standpunkt stehen, die Meinung des Pöbels nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen, da dieser wohl nicht über den hinreichenden Sachverstand verfügt,in städtebaulichen Dingen mitreden zu können.
Mein Vergleich mit den Zähnen sollte Sie nicht beunruhigen. Ich bin Pazifist. Aber ist Ihnen hier nicht ein kleiner Denkfehler unterlaufen? Wenn es nur um die Funktionalität ginge, könnte man sich im Farbdesign und teils auch in der Formgebung so richtig austoben. Was machen die Dentisten aber? Sie diskutieren feinste Farbnuancen, damit ja niemand den Schwindel merkt.
Die Funktion des Schlosses wird sein, Schloß zu sein und nichts anderes. Ein barocker Repräsentationsbau in einer demokratischen Hauptstadt. Ohne Kaiser und Könige und ohne den Anspruch, irgendjemanden ganz klein erscheinen zu lassen. Ob man darin eine ethnologische Ausstellung installiert, oder ein Bordell oder ein Zementwerk, hat damit nichts zu tun.


(1694) Nachdenklich
Sun, 22 March 2009 08:36:14 +0000

@ Kreuzberger: Städtebauliche Fragen an den Fotowünschen von Touristen auszurichten kann man nur mit großen Fragezeichen versehen. „Flair“ erreichen Sie nur in den Köpfen in denen nicht nachvollzogen wird was passiert ist, mehr Tiefgang kann in dem Vorhaben also kaum stecken. Was glauben Sie denken diese Touristen, ob hier, oder in Frankfurt? Es ist doch eine Frage der Bildung, ähnlich dem TV-Programm, welches ich bevorzuge.

Sicher, Ihr Vorteil bisher war das öffentliche Desinteresse, und Sie können ja an dieser Stelle gar nicht mehr anders argumentieren, da ja schon so viel Geld im Spiele ist.
Es gibt heute wie gestern gute, und schlechte Architektur, dass braucht man hier nicht vorbringen. An mehreren Stellen wurde doch schon aufgezeigt, welche Gedankengänge sich aufdrängen, ausgerechnet in der Hauptstadt so etwas zu präsentieren. Das sind keineswegs singuläre Ansichten, es ist wirklich von öffentlichem Interesse, nicht zuletzt wegen der Mittel.
Es wurde nicht ausreichend kommuniziert!

Das Beispiel mit den meinerseits eingeschlagenen Zähnen ist sehr eindrucksvoll. (Hoffentlich gibt es keine Zusammenhänge zu den neg. Auswirkungen preuß.-dt. Geschichte.) ;-)
Aber Ihr Vergleich ist nicht schlüssig auf einfache Weise. Da sich die Funktion der Zähne nicht verändert hat, folgt daraus sie in gleicher Weise zu ersetzen.
Die Funktion des Neubaues in Berlin ist allerdings grundverschieden, von einem alten Schloss …

@ Ernst Ludwig: Was wird denn wieder gutgemacht?


(1693) Ernst Ludwig
Sun, 22 March 2009 00:25:40 +0000

Gut gesprochen Kreuzberger. In Frankfurt freuen sich die Einheimischen wie die Touristen über den Römerplatz, wo vor zwanzig Jahren die völlig verschwundenen Fachwerkhäuser wieder aufgebaut wurden, demnächst sollen weitere Teile der Altstadt wieder auferstehen und dafür ein häßlicher Betonbau der 70er Jahre verschwinden. Die meisten Leute freuen sich darauf, und auch hier schäumt die modernistische Intelligenzia in den Zeitungsfeuilletons, kommt aber nicht gegen die Mehrheit an.
Beim Berliner Schloß geht es aber nicht nur um Wiederherstellung, es geht auch um Wiedergutmachung. Ulbrichts Schloßabriß sollte ein bewußtes Zeichen für den Sieg des Kommunismus sein, aber Ulbricht wird nicht das letzte Wort behalten.


(1692) Kreuzberger
Sat, 21 March 2009 22:37:02 +0000

Sie haben Ihre Präferenzen und Aversionen und Andere haben welche, die den Ihren konträr gegenüberstehen. So ist das nun mal.
Was halten Sie von dem Argument, daß das zu erbauende Schloß nicht als Solitär betrachtet werden solte, sondern als städtebauliche Ergänzung, die eine Lücke in der historischen Bausubstanz westlich der Spree schließen wird?
Ist es denn nicht sinnvoller, die östliche Straße unter den Linden, Zeughaus, Museumsinsel und Dom eben nicht mit einem modernen Gebäude zu konterkarieren. Vielleicht wollen die Touristen auch einmal ein komplettes Foto des alten Berlin schießen, ohne anschließend alle Neubauten herausretuschieren zu müssen?
Ich hätte wirklich viel mehr aufrichtiges Mitleid mit allen, die die jetzige Lösung beklagen, wenn dieses Filetstück als letztes seiner Art zur Verfügung gestanden hätte. Dem ist aber nicht so. Warum konzentrieren sich Modernisten nicht auf das Marx-Engels-Forum, auf leerstehende DDR-Bauten nordöstlich des Alexanderplatzes oder auf eine der vielen Brachen zwischen Alex und Ostbahnhof? Weil sie von der historischen Mitte profitieren wollen! Von der Ausstrahlung der dortigen Bebauung, von dem ganzen Flair, das dort herrscht.
Wenn man Ihnen ein paar Zähne einschlägt, beschweren Sie sich doch nicht, wenn Ihr Zahntechniker die Lücke unauffällig schließt. Oder würden Sie die fehlende Authentizität und Geschichte der neuen Beißer monieren und sich konsequenterweise einem spezialisierten Objektkünstler anvertrauen?
Es geht um die Wiederherstellung eines städtebaulichen Ensembles und nicht um dessen nachhaltige Zerstörung.

(1691) Nachdenklich
Sat, 21 March 2009 19:24:49 +0000

Ich kann Hr. Grumbkow sehr gut folgen. Meiner Ansicht nach hat man sich mit dem Ansinnen ein neues Barockschoß (wenn auch nur Fassaden) zu bauen, schon vor Jahren verrannt.
Werte Befürworter, wenn ein Protest bisher nicht erfolgreich war, dann hat das mit Sicherheit nicht seine Ursache in der Qualität des Projektes. Man profitiert eigentlich von der Behäbigkeit, dem Desinteresse der „Masse“, und der Unkenntnis um den Gegenstand. – Das gilt auch für die Politik.

Ehrlich gesagt hätte ich nie geglaubt, dass dieses wirklich rückwärtsgewandte Vorhaben, so wenig öffentlichen Niederschlag hervorrief (und dass tut es), dass es nunmehr soweit kommen konnte.

Auch ich kann barocke Bauten bewundern, mag den tollen Raum, die Plastik echter gotischer Kirchen, die schwere Reduziertheit und das Licht einer echten romanischen Basilika …
Das Gefühl, dass man dabei empfindet, resultiert aber nicht nur aus einer Ansammlung von Materialien und ihrer Struktur, sondern auch aus dem Wissen um die Z e i t , dem innerlichen Nachempfinden, was die Menschen dieser Zeit an jenen Orten empfanden, - das ist wie eine Zeitreise.
Gemeinte Bauten sind in i h r e r Zeit entstanden, mit i h r e m Gefühl, und i h r e n Möglichkeiten. Unsere Zeit hat ein anderes Gefühl, und demzufolge einen anderen Ausdruck.
Für den Besucher, und vor allem die Menschen unseres Landes ein fragwürdiges Symbol, nicht weil es „barock“ ist, sondern weil es gerade eben erst so entsteht. – Die Frage welcher Ratio sich dahinter verbirgt, stellt sich zurecht.

Wie schon angedeutet ist dies auch noch verquickt mit dem Symbolwert.
Sie werden mir entgegenhalten, dass Preußen nicht nur eine Seite hatte, darum geht es aber nicht. Mit der Wiederholung, negiert man eben die progressive Seite!

Diesen Diskussionsstrang habe ich nicht ganz gelesen. Warum macht es nicht nachdenklich, wenn man den Ausführungen folgt, die mit Sicherheit auch von Angehörigen so mancher Fakultät stammen?

Ehrlich gesagt macht mich diese Entwicklung, ausgerechnet in unserem Land sehr betroffen …


(1690) Kreuzberger
Sat, 21 March 2009 00:51:19 +0000

Vielleicht sagen Sie einfach mal klar und deutlich, was Sie wollen, anstatt nur zu provozieren.

(1689) Grumbkow
Fri, 20 March 2009 09:10:13 +0000

Nochmal was ganz anderes: Wieso eigentlich „billige Polemik“? Ich bin ganz zufrieden mit meiner Polemik! Wir wollen uns doch nicht einbilden, hier wissenschaftliche Diskussionen zu führen. Wenn Polemik ihre Berechtigung hat, dann hier. In Maßen natürlich. Und wenn ich eine einfache Frage zur Sache stelle und ich als Antwort nur abgedroschene Phrasen kriege, dann fällt mir, ehrlich gesagt, außer Polemik auch nicht mehr sehr viel ein. Das Barock-Gesäusel geht mir auf die Nerven, gerade weil ich das Barock bewundere und mich mit dieser Zeit im Inneren verbunden fühle! Bewunderung, ja, aber eben nicht als Maß aller Dinge bis in alle Ewigkeit, sondern als eine Zeit großartiger und weitreichender schöpferischer Leistungen. Solche Leistungen brauchen, bevor sie entstehen können, ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit – und den Mut der Auftraggeber, Entgleisungen zu riskieren! Das gilt auch für heute.

(1688) bas aus Holland
Thu, 19 March 2009 16:59:27 +0000

Ja, Herr Hartmann, stimme ihnen voellig zu. Dieser Albert Speer war uebrigens nicht nur einen Architekt sondern er hat einen verbrecherischen Regim mit seinem ganzen Herzen und viel Eifer gedient. Das muss uns doch allen stoeren, oder? Also, webmaster, bitte eigreifen.

(1687) Ernst Ludwig
Thu, 5 March 2009 17:57:41 +0000

Das ganze ist sicher ein Mißverständnis, weil beim Namen Albert Speer die meisten Leute wohl an den ehemaligen Reichsmininster Albert Speer denken. Dessen Name - auch wenn seine Bauten gar nicht mehr existieren, wie die Reichskanzlei, - ist wohl weltweit sehr viel bekannter als sein gleichnamiger Sohn. Man hat sich also mit dem alten Speer einen "Scherz" erlaubt, und im Text ist doch auch ganz klar, daß nur dieser gemeint sein kann.

(1686) S.Hartmann
Thu, 5 March 2009 13:31:46 +0000

@"Albert Speer Architects"- denen Sie sicher nicht angehören.

Ich glaube Sie haben nicht verstanden. Was ich und sicher auch Herr Bas meinen ist das Sie unter falschem Namen ihre Architekturvorlieben kundtun. Wenn Sie Speersche Architektur lieben, wogegen ich nichts einzuwenden habe, dann nennen Sie sich doch "Speer-freund" oder etwas in der Art.
AS&P haben heutzutage wenig mit den Entwürfen und der Architekturauffassung der 30iger und 40iger Jahre gemein.

Ich selbst habe an einem Projekt mit dem Büro AS&P zusammengearbeitet und daher finde ich es eine Frechheit, wenn Sie sich "Albert Speer Architects" nennen.

Deshalb noch einmal die dringende Bitte an den Webmaster, diesen Benutzernamen nicht zu erlauben.

(1685) Albert Speer Architects
Thu, 5 March 2009 12:10:07 +0000

ich glaube was deinen führer angeht brauchst du da keine angst zu haben der kommt gottseidank niemals wieder.

was den kaiser angeht wird man wohl alle monarchisten enttäuschen müssen jedenfalls mit dieser europäischen scheindemokratie wird das system unantastbar bleiben.

(1684) Paul Howog
Thu, 5 March 2009 10:32:10 +0000

Wenn das Schloß kommt, kommt dann auch der Führer äh Kaiser wieder?

(1683) Albert Speer Architects
Thu, 5 March 2009 10:18:01 +0000

sollte man die touristenbeliebten Tempel des Ramses auch abreißen?
Für sie sind ja tausende von menschen gestorben unter extremen arbeitsbedingungen.

eigentlich totaler quatsch wenn man darüber nachdenkt oder?

Kathedrale in Mexiko-Stadt vulgär??


(1682) Albert Speer Architects
Thu, 5 March 2009 10:06:55 +0000

@bas aus holland

Zitat
"Wer sich hier 'Albert Speer architects' nennt, ja, das ist doch geschmacklos, belästigend, verleumderisch, vulgär, hasserregend oder in sonstiger Weise schädigend einzuordnen. Webmaster, eingreifen, bitte."

Warum wenn ich fragen darf? hasserregend? völlig fehl am platz dieser Vorwurf. Es stellt sich die Frage kann man Architektur verurteilen? Es wird immer "NS-Stil" gesagt. Was man beschämend finden sollte ist das man über die herrliche und außerordentlich beeindruckende Architektur Albert Speers herzieht mit einer Bezeichnung "NS Stil". Ja das ist das einzige was beschämend ist.
Wenn man nämlich genau hinsieht zeigt Albert Speers geplantes Germania und seine Architektur große Ähnlichkeit mit der amerikanischen historischen Architektur "Federal Reserve Building" in der USA an oder das Capitol.
Der jetzige Präsident Barack Obama hat seine Amtseinführung gebaut auf den Stufen des Capitols! Das Capitol wurde einst von Sklavenhand erbaut. Fragt da jemand heute nach? findet man das vulgär? oder wie Sie es sagen beschämend? Genauso hätte man das abgerissene Haus des Fremdenverkehrs als Sitz für den Zentralrat der Juden einrichten können. Ein Grund mehr die Vergangenheit positiv zu bewältigen.
Es steht ja heute noch das posener Residenzschloss in seinem Speer Umbau in Posen und fungiert als Kulturzentrum.
Ich finde es eher geschmacklos leute als rechts oder geschmacklos zu verurteilen nur weil sie eine bestimmte Architektur beeindruckend finden und sie unterstützen. Wahrscheinlich sind die Mitarbeiter des Bundesministerium der Finanzen auch Holocaustleugner weil sie hinter Speer Neoklazistischen Bau arbeiten? ein Witz. Machen Sie sich mal Gedanken über ihre Aussagen.


(1681) Kreuzberger
Mon, 23 February 2009 23:48:51 +0000

Was vielleicht noch zu dem vorgeblichen Albert Speer Architects-Beitrag zu bemerken wäre:
Der Verweis auf Frau Petrescus Bukarester Stalin-"Klassizismus" ist ziemlich geschmacklos.
Der Feststellung, daß die Architektur der Postpostmoderne überwiegend häßlich ist, wird kein nüchterner Nichtarchitekt widersprechen können.
Der Klassizismus ist unübersehbar wieder im Kommen, wenn auch eher als leicht überdrehter Retrostil im gehobenen Luxusbereich, aber immerhin. Vielleicht wird nochmal was daraus.

(1680) S.Hartmann
Wed, 18 February 2009 23:59:44 +0000

Nein. Der gute Bas aus Holland hat Recht.
Da der Artikel weder erkennbar Satire oder ein ernstzunehmendes Argument darstellt, sollte der Name Albert Speer architects(denn aus seinem Büro wird das sicher keiner verfasst haben) verschwinden oder als Satire erkennbar abgewandelt werden.
Sie Herr Ludwig wollen ja auch nicht das ich in ihrem Namen Sachen in die Welt setze die gar nicht ihrer Meinung entsprechen.
Also lieber Webmaster, bitte handeln.

(1679) Ernst Ludwig
Wed, 18 February 2009 21:47:59 +0000

Was sich der gute bas hier aufregt, das ist doch kindisch.Sind alle Holländer so humorlos?

(1678) bas aus Holland
Wed, 18 February 2009 20:14:37 +0000

Wer sich hier 'Albert Speer architects' nennt, ja, das ist doch geschmacklos, belästigend, verleumderisch, vulgär, hasserregend oder in sonstiger Weise schädigend einzuordnen. Webmaster, eingreifen, bitte.


(1677) Kreuzberger
Sun, 15 February 2009 11:55:44 +0000

Ist das nun ernstgemeint? Falls nicht - auch Satire sollte man ernstnehmen.

(1676) Albert Speer Architects
Sun, 15 February 2009 10:49:16 +0000

Ich finde man sollte auch gleich das häßliche Plastik-Glashaus das Bundeskanzleramt umbauen in ein schönes historisches Gebäude.
Ich hätte gerne einen Entwurf von Albert Speer & Partner gesehen.
Also Franco Stella hat meiner meinung nach schon zu viel Glas und zu wenig massives Gemäuer. Die Innenseite sieht oben auch nicht schön aus. Oben hätte man schön kleine Fenster bauen können mit einer Rheie größerer Fenster unten drunter und wenig Plastik und Glas mehr Stein.
Das beste Gebäude war immernoch die Neue Reichskanzlei. Es war das schönste Gebäude das in diesem Land je gebaut wurde. Es hat ja nicht gereicht den Reichsadler zu entfernen nein man musste es abtragen und zerstören.

Man hätte ja auch mal Anca Petrescu fragen können zu einem Entwurf. Sie hat den Parlamentspalast in Rumänien gebaut.
Was mich absolut ankotzt sind diese Glasentwürfe.
Postmoderne Architektur ist häßlich.
Neoklassizmus stellt viel mehr dar.


(1675) Kreuzberger
Sat, 14 February 2009 22:59:41 +0000

In der Architektur als der Mutter aller Künste wimmelt es nur so von "unnützem" Beiwerk; betrachten Sie sich nur einmal das Zeughaus. Daran hat sich auch nie jemand gestört, bis die ästhetischen Verirrungen des Gründerzeithistorismus das Ornament als solches generell und zu Recht in Frage stellten. Wenn Sie Architektur nur auf ihre Funktion reduzieren wollen, haben Sie natürlich Recht. Sie selbst schlagen aber die Entwicklung neuer Ornamentformen vor. Natürlich ließen sich ethnologische Bezüge ornamental zu einem Südsee-Inka-Inuit-Gemisch verarbeiten. Manche Jugendstilarchitekten hätten vielleicht sogar überzeugende Entwürfe abgeliefert, aber unsere heutige Architektenzunft hat sich von ihren Wurzeln schon so weit entfernt, daß man froh sein kann, von ihnen nichts dergleichen erwarten zu müssen.
Ein Architektenwettbewerb mit der Maßgabe, die Schloßhülle mit einem sinnvollen und "bespielbaren" Innenleben zu füllen, ohne gleich die verspielte Barockarchitektur bewußt zu konterkarieren, wäre m. E. die beste Lösung gewesen.
In einem Punkt muß ich Ihnen allerdings Recht geben. Außereuropäische Kulturen wird man hinter diesen Fassaden nicht so schnell vermuten. Sinnvoller wäre es, dem Beispiel des Pariser Stadtschlosses zu folgen und die Räumlichkeiten zur Präsentation der jetzt noch im Abseits befindlichen Gemäldesammlung am Kulturforum zu nutzen sowie die ethnologischen Sammlungen in einem funktionalen Neubau auf dem Marx-Engels-Forum zu präsentieren. Meinetwegen auch in Form einer Maya-Pyramide, flankiert von Osterinsel-Skulpturen.



(1674) S.Hartmann
Sat, 14 February 2009 18:24:06 +0000

Ich sehe in Herrn Grumbkows Fragen keinerlei Polemik.
Nun sollte man „unnütze“(nicht negativ verstehen!) Musik nicht unbedingt mit genutzter und physisch im Stadtraum gebauter Architektur vergleichen.
„nach Originalpartituren…mit Passagen eines Stockhausenschülers“- eher umgekehrt. Denn Architektur lebt zum großen Teil von seinem Nutzen und der befindet sich im Inneren eines Gebäudes. Das wiederum wird fast ausschließlich „modern“ gestaltet. Und ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbindung von Innen und Außen. Daher finde ich Ihre Fixierung auf die Fassaden zu flach.
Ich finde es einfach schade, dass man nicht den Mut und das Geld aufgebracht hat eine zeitgemäße Form zu finden, die einem Museum für außereuropäische Kulturen gerecht wäre. Statt den Kulturen auch nach außen hin ihre Bedeutung zuzustehen, verstecken wir sie hinter europäischem Pomp. Ich finde so etwas herabwürdigend.


(1673) Kreuzberger
Thu, 12 February 2009 23:20:06 +0000

@ S. Hartmann
Im Gegensatz zu Herrn Grumbkow verlieren Sie sich wenigstens nicht in billiger Polemik.
Welche Definition für das zukünftige Gebäude anzuwenden ist, hängt sicherlich vom jeweiligen Standpunkt ab. Aus der Sicht der Schloßbefürworter handelt es sich (zum besseren Verständnis auf die Welt der Musik übertragen) um die Aufführung eines barocken Orchesterwerkes nach Originalpartituren, jedoch mit dem Manko eingearbeiteter Passagen eines Stockhausenschülers. Aus ihrer Perspektive hätten Sie von vorneherein einer zeitgenössischen 12-Ton-Komposition den Vorzug gegeben. Man muß hier klar unterscheiden zwischen der Aufführung eines Klassikers und einer Neukomposition. Beides hat seine Berechtigung und für beide Stilrichtungen gibt es das passende kulturelle Umfeld. Sie zwangszuvereinen ist jedoch m.E. schizophren.
Mögen Sie keine Barockmusik? Finden Sie Bach spießig, altmodisch, hoffnungslos unmodern? Es gibt keine Originalaufnahmen der Brandenburgischen Konzerte. Der Phonograph wurde erst viel später erfunden und der Interpretationsspielraum ist so groß, daß niemand sagen kann, wie J.S.Bach sie zu Gehör gebracht hätte. Trotzdem wird er gespielt und es soll jede Menge Leute geben, die sich so was freiwillig anhören.
Jaja, die "vermeintlich gute alte Zeit"! Wie kann man nur auf Bach hereinfallen, auf Shakespeare oder Schinkel! In Wahrheit herrschten Absolutismus und Unterdrückung!

(1672) S.Hartmann
Thu, 12 February 2009 21:06:12 +0000

@Kreuzberger
Ganz einfach, an dieser Stelle WIRD ein neues Gebäude entstehen, laut Bundestagsbeschluss. Schauen Sie sich doch die Pläne Stella’s an. Lesen Sie sich das künftige, wenn auch immer noch recht vage, Nutzungskonzept durch. Dann sehen Sie, dass ein NEUES Gebäude entsteht. Die „alten“ Fassaden machen nur einen Teil aus. Daher ist die Frage nach dem Sinn barocker Fassaden schon berechtigt.

Am Ende hat man sich dann für ein paar barocke Fassaden nach bekannten Vorbild entschieden, weil zum einen der Wunsch nach der vermeintlich „guten alten Zeit“ besteht und zum anderen ein großes Misstrauen gegen das Schöpfungsvermögen der Architekten.
Meiner Meinung nach zu unrecht.
Die Barockfassade war in ihren Proportionen nicht besser als heutige hochwertige Architektur. Die Qualität hätte durch einen offenen Wettbewerb (ohne Fassadenknebel) sicher auch durch neue Formen erreicht werden können. Was aber das Barockschloss erst spannend machte, waren die Ornamente, die ganze Geschichten erzählten. Ohne sie wirkt auch die alte Schlossfassade langweiliger.
Hätte man in der Auslobung einen modernen Entwurf mit modernen Ornamenten(die die zukünftige Nutzung repräsentieren) gefordert, wären sicher auch sehr interessante Gebäude herausgekommen die sich gut in das bestehende Ensemble einordnen und allgemeine Zustimmung in der Bevölkerung geerntet hätten. Doch leider haben Architekten heutzutage kaum die Möglichkeiten eine moderne Ornamentik zu entwickeln, da dies beim Bauherren als Überflüssig gilt und alles so billig wie möglich bleiben muss.
So überlässt man lieber die Finanzierung der Fassaden einem privaten Verein. Am Ende würde mich sehr interessieren was passiert wäre wenn ein reicher Sponsor Geld für „Moderne“ Fassaden gegeben hätte.


(1671) Kreuzberger
Wed, 11 February 2009 23:12:59 +0000

Ihre Ignoranz ist schon bemerkenswert. Weshalb sollte ausgerechnet hier ein "neues Gebäude" entstehen? Gibt es nicht genügend Brachen, denen Sie Ihr Interesse zuwenden könnten? Alles Neue an Stellas Entwurf ist ein Zugeständnis an penetrante Leute wie Sie, die partout nicht bereit sind, ihre arrogante Besserwisserei wenigstens an diesem Ort unter Kontrolle zu halten. Anstatt ein bestens dokumentiertes Gebäude wiederherzustellen, muß jetzt unbedingt der Geist der Moderne dafür sorgen, daß hier eine höchst befremdliche Mischung aus Barock und Bauhaus entsteht.
Ihre provokante Frage "Wieso eine barocke Fassade für ein neues Gebäude?" wäre somit hinreichend geklärt.
Nochmal in einfache Worte gekleidet, damit auch Sie die Chance haben, den Sachverhalt endlich zu begreifen:
Niemand will hier ein neues Gebäude errichten. Zumindest ist diese Option vom Tisch und Sie sollten sich damit abfinden.
Es wurde beschlossen, drei Schlossfassaden nebst Schlüterhof und Kuppel zu rekonstruieren. Eine Rekonstruktion ist keine historisierende Neuinterpretation, sondern orientiert sich allein an der reichlich vorhandenen Dokumentation des Originalbauwerks unter Verwendung noch vorhandener originaler Bauelemente.
Der Begriff "Neubau", den Sie offensichtlich nur in Verbindung mit Beton assoziieren können, trifft somit hier nicht zu.


(1670) Grumbkow
Wed, 11 February 2009 20:26:53 +0000

Ich hatte in die weite Runde gefragt, wozu genau wir für ein neues Gebäude eine altertümliche Fassade brauchen. Die Notwendigkeit will ich sehen. Und was bekomme ich als Antwort? Weil sie barock ist! Weil barock schön ist und ein bisschen wie antik. Weil antik gut ist. Und modern unpassend (jedenfalls, wenn es schön werden soll). Ach ja, und weil drei alt aussehende Gebäude schöner sind als zwei.
Mal abgesehen davon, dass diese Antworten an meiner Frage meilenweit vorbeistiefeln, äußert sich hier ein bemerkenswert eingeschränktes Architekturverständnis.
War das alles? Von mir aus fragen Sie jemanden, der sich auskennt, oder schreiben Sie irgendwo ab! Aber wenn das die Argumente für die Barock-Fassade sind, dann hat sie keine Existenzberechtigung!
Genervt? Störe ich bei irgendwas? Wären Sie lieber wieder mehr unter sich? Ihre Meinung zur „Schloss“-Fassade hat sich zwar durchgesetzt, aber das ist kein Grund, es sich schon allzu bequem zu machen. Trotzdem danke für die Mühe.

(1669) NACHTFALKEüberBERLIN,Wahlberliner,56J.
Sun, 8 February 2009 10:49:26 +0000

In meinem seinerzeitigen Eintrag habe ich am [url="http://blog.berliner-schloss.de/index.php?page_id=396&from=1125&select=46"]14. März 2005[/url] hier die kulturelle und historische Notwendigkeit des Wiederaufbaus des Stadtschlosses bekundet, die ich hier in Berlin und anderswo auch immer wieder vehement vertreten habe.

An dieser Stelle möchte nun, vier Jahre später den Initiatoren und allen Verfechtern der Idee für ihren Einsatz danken, die das ganze Projekt vorangetrieben und zumindest bis zum jetzigen Stand der Dinge der Realisierung näher geführt haben!

Auf der Seite [url="http://blog.berliner-schloss.de/2009/01/permakultur/"]Schloss Palast[/url] habe ich nun ein mir bis heute unbekanntes Modell einer Wiederaufbauvariante entdeckt.
Als Befürworter der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses bin ich an den verschiedenen Konzepten -vielmehr deren Veranschaulichung- der Vergangenheit sehr interessiert und ich spreche sicherlich nicht nur für mich, wenn ich die/den Blogbetreiber hierauf anspreche, auf dieser Site vielleicht ein illustriertes Archiv mit Bauplänen und Modellfotografien einzurichten, von denen es in den vielen Jahren sicherlich eine Menge gegeben hat.
Im gesamten Internet gibt es keine solche Sammlung.

NACHTFALKEüberBERLIN.

(1668) Ernst Ludwig
Thu, 5 February 2009 14:58:17 +0000

An Herr Grumbkow:
Sie fragen, ob es noch irgendjemand interessiere. Das ist nicht die Frage, vielmehr ist es Schnee von gestern, nichts weiter. Die Sache ist entschieden, also warum noch darüber reden. Die Diskussion hätten Sie vor zehn Jahren führen können.

(1667) Kreuzberger
Wed, 4 February 2009 23:18:21 +0000

@Grumbkow: Richard K. hat Ihnen schon einmal erklärt, daß sich all diese Gebäude auf der Museumsinsel und ihrer näheren Umgebung auf antike Vorbilder beziehen, auch wenn sie aus unterschiedlichsten Epochen stammen (Barock bis Gründerzeit).
Der Bruch der Moderne mit diesen Stilen und die Manie vieler zeitgenössischer Architekten, alles zu vermeiden, was mit tradierter harmonischer Formgestaltung zu tun hat, mag andernorts ihre Berechtigung haben. An dieser Stelle besteht aber die Chance, eins der wenigen historischen Berliner Stadtquartiere wiederherzustellen.
Ihre tiefsitzende Aversion solchen architektonischen Zumutungen gegenüber sollte Sie eigentlich ohnehin einen großen Bogen um die Museumsinsel machen lassen. Was nützte Ihnen hier das schönste Fußballstadion, wenn Sie den gräßlichen Anblick all der monarchistischen Altlasten ertragen müßten?

(1666) Grumbkow
Wed, 4 February 2009 12:24:34 +0000

Falls das noch irgendwen interessiert: Warum genau brauchen wir eine altertümliche Fassade für ein sonst ganz und gar neues Gebäude?
Weil Barock schön ist? Das kann nicht der Grund sein. Wenn die Schlossfassade vor ihrer Zerstörung klassizistisch gewesen wäre, würde man jetzt das Loblied auf den Klassizismus singen.
Weil alt besser aussieht als neu? Skurrile Vorstellung! Ich befürchte allerdings, dass das für viele der Hauptgrund ist. Wann genau etwas „historisch“ ist und damit akzeptabel und wann „modern“, bleibt nebulös. Wahrscheinlich wird einfach nicht drüber nachgedacht. Nach dem Gebrauch des Wortes „modern“ zu urteilen, ist damit jedenfalls so ziemlich alles seit der Neuen Sachlichkeit gemeint. Was soll man dazu sagen? Ein Argument ist das jedenfalls nicht.
Weil das Ensemble unvollständig ist? Altes Museum, Dom und Stadtschloss sind zu ganz unterschiedlichen Zeiten entstanden und stammen aus ganz verschiedenen Stilepochen. Sie sind, wenn überhaupt, nur schwach aufeinander bezogen. (Das sollten sie mal sein, aber dazu ist nicht gekommen.) Ich kann da beim besten Willen kein Ensemble erkennen!
Weil die nationale Identität zu wenig zum Dran-Festmachen hat? Weil der Anblick der rekonstruierten Schlossfront anstelle des Schlosses bei den Deutschen patriotische oder heimatliche Empfindungen wecken würde? Das könnte ich mir immerhin sogar vorstellen. Gut, wenn die Fassade also irgendwann mal fertig ist, in 6 bis 10 Jahren, und alles fast genauso aussieht wie vor dem Weltkrieg (nur etwas frischer) – was sagt dieses Symbol des deutschen Selbstverständnisses dann über das Selbstverständnis der Deutschen? Nichts Gutes, fürchte ich. Im Zentrum von Preußens Macht, Glanz und Gloria, in der Mitte des zweiten Deutschen Reiches und der DDR, an einem der symbolkräftigsten Orte deutscher Geschichte machen sie, statt mutig in die eigene Zukunft zu sehen, einfach Rolle rückwärts! Da stehen sie nun mit Tränen der Rührung in den Augen vor ihrem wiederaufgebauten Barock, träumen von der Zeit vor dem Großen Sündenfall des 20. Jahrhunderts und reden schöngeistig daher. Das sieht nach allem möglichen aus, aber nicht nach gesundem Selbstbewusstsein. Ganz ehrlich, ein schickes neues Fußballstadion wäre mir lieber.
Aber vielleicht gibt es ja doch noch einen guten Grund. Ich hoffe es!

(1665) Kreuzberger
Sun, 1 February 2009 13:16:23 +0000

Ich könnte mir vorstellen, daß sich viele Berliner für dieses Projekt begeistern, die mit ihrem Geld gerade einmal so über die Runden kommen. Mal eben 50 € zu spenden ist also nicht jedem möglich und sollte deswegen auch nicht zur Voraussetzung gemacht werden, hier überhaupt mitreden zu dürfen.
Davon einmal abgesehen wird der Förderverein sich wohl noch auf eine Jahrzehnte lange Existenzberechtigung freuen dürfen.
Wenn dieses Gebäude erst einmal errichtet ist, wird allen klar werden, wie qualitätsmindernd sich beliebige Neuinterpretationen der Spreeseite oder der Hofgestaltung auf das gesamte Ensemble auswirken. Man sollte schon mal darauf achten, daß diese unsinnigen Zwangsmodernismen irgendwann problemlos beseitigt und ersetzt werden können.

(1664) S.Hartmann
Fri, 30 January 2009 11:31:21 +0000

"Kurz, wer jetzt nicht spendet, verwirkt eigentlich auch sein Recht kritisch mitarbeiten zu dürfen."-

Da gehen Sie/Seitenbetreiber zu weit. Mind. 6/7 des zukünftigen Gebäudes zahlt das gesamte Volk, durch Steuern! Am Ende wird es auch nicht bei den 480 Mio. Euro bleiben, denn das sind wieder die schöngerechneten Zahlen.


(1663) Berlinfreund
Thu, 29 January 2009 16:34:32 +0000

Schon Bismarck wußte, daß Politik die Kunst des Möglichen ist und nicht des Wünschbaren. Viele seiner Zeitgenossen träumten von der deutschen Einigung mit Österreich, von einem demokratisch-parlamentarischen Kaisertum gemäß der Paulskirche. Doch dieser Traum war damals eben nicht möglich. Es ging um das Machbare, das freilich hat er 100% durchgesetzt.
Ein Traum ist die möglichst 1:1 Kopie des Schlosses, doch der ist nicht durchsetzbar, vor allem politisch nicht. Es wäre auch fatal zu warten, in der Hoffnung, daß vielleicht in 20 oder 30 Jahren der Wunsch zum Schloß pur größer würde. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Der weite, leere Platz würde ungeheueren Druck ausüben, hier etwas zeitgenössisches und vor allem billigeres hinzustellen. Eine Riesen-Kreissparkassenfiliale oder Monstrositäten wie am Potsdamer Platz wären wohl nicht zu vermeiden.
Es ist leider so: Wer alles fordert erhält am Ende nichts.
Also nehmen wir den Kompromiß des Stella-Entwurfes an, versuchen wir soviel wie möglich vom Schloß dort unterzubringen. Allein darauf sollte alle Energie gelegt werden. Rettet vor allem die Kuppel. Die "Sparer" und "Abspecker" gehen schon wieder voll zu Werke. Die Schloßfeinde haben ihren Kampf noch lange nicht aufgegeben, sie versuchen es jetzt nur durch Zerkleinern und dadurch Zerstören des Stella-Entwurfes.
Statt Kritik am Förderverein gilt die Parole: hinter ihm stehen, nein - in und mit ihm einmütig und nachhaltig wirken. Übrigens: Nicht zuletzt durch Spenden. Nur das Geld zählt letztlich und überzeugt die Kleingeister.




(1662) Horst Brakelsberg
Mon, 26 January 2009 22:24:47 +0000

Ich habe gerade Ihr Rundschreiben gelesen. Da wird mal wieder etwas zu teuer! Mehr als 480 Mil. Eur kann man nicht ausgeben?! Aber den maroden Zockerbanken 1 Billion Euro in den Arsch schieben ist in Ordnung. Ich bin 43 Jahre als Sparkassenbediensteter tätig gewesen und habe gelernt, daß man schlechtem Geld kein gutes hinterherwerfen soll. War das alles falsch, was man uns beigebracht hat?! Frau Bundeskanzler Merkel sollte sich lieber auf den Mittelpunkt unserer Hauptstadt besinnen. Ich habe so einen Hals!!!
Grüße Horst Brakelsberg/Lünen a.d. Lippe

(1661) Ernst Ludwig
Sun, 25 January 2009 13:18:10 +0000

An den Vorschreiber:
Was wissen Sie denn, was alles hinter den Kulissen geschieht? Zur Zeit wird sehr intensiv um die Detailplanung gerungen. Der Förderverein ist da sehr aktiv. Allerdings wäre es schön, wenn der Öffentlichkeit doch ab und zu mal ein kleiner Hinweis darüber gegeben würde, daß da wirklich im Moment viel geschieht. Oder sollte das kontraproduktiv sein?

(1660) Contra
Fri, 23 January 2009 19:46:28 +0000

Förderverein Berliner Schloss e.V. pennt!!!

Wieso wird auf ihrer Seite nicht auch offiziell die Wiederherstellung der Fassaden im Großen Schlosshof eingefordert? Der Architekt Stella sieht dies zurecht in seinem Entwurf vor, weil sie nämlich NICHT von mindererquailtät waren und es auch wert sind, dass man sie rekonstruiert. Wieso unterstützt man den Architekten bei diesem Vorhaben nicht? Stattdessen kommt es mir so vor, als wenn man diese Fassaden längst abgeschrieben hat. In meinen Augen ein Skandal. Herr von Boddien wo sind sie? Warum lassen sie sich diese Chance entgehen? Und setzen sich jetzt nicht zusammen mit dem Architekten Stella für die Rekonstruktion der Fassaden im Großen Schlosshof ein? Das sollten sie drigend erklären. Das sind sie den Spendern schuldig, die möglichst viel Schloss zurückhaben wollen. Außerdem je mehr Schloss desto häher wird auch die Spendenbereitschaft sein.


(1659) dosenwelten
Thu, 22 January 2009 15:02:53 +0000

Wollte nur mitteilen, dass wir in Braunschweig,es bereits 2007 geschafft haben!. Das Braunschweiger Residenzschloss ist wieder aufgebaut!. Da soll man einer sagen, die Provinz kann manches eben schneller, wie die Hauptstädter!.Viel Erfolg bei diesem Projekt und ein glückliches Händchen für die Planer und Bauarbeiter....

(1658) Eelco Bisschop
Thu, 22 January 2009 13:48:25 +0000

Franco Stellas Schlossbauentwurf - Was ist er denn nun ?

Etwas Bundesarbeitsgericht Erfurt ?
Etwas DG-Bank-Zentrale am Pariser Platz ?
Etwas Lochfassade eines x-beliebigen Verwaltungsbaus am Meter ?
Oder nur der glänzende Beweis, dass derjenige halt gewinnt, der die meiste Nutzfläche unterbringt - das alles hinter schnell produzierbaren Fassaden und damit Ende der Rekonstruktionsdiskussion ?

Warum bemüht sich der Bundestag erst um die Formulierung, dass die Moderne in Berlin genügend Orte gefunden habe, um sich auszutoben und dieses folglich am Schloss nicht geschehen solle, um dann 2009 für den Schlossbau einem total rationalistischen Entwurf ohne jegliche Feinheiten im Fassadenaufriss lediglich aufgrund eines Juryurteils den Siegerpreis zu verleihen ?

Wollte man sich da mal wieder so ein bisschen an einem endgültigen „Ja“ zur Geschichte dieses Ortes vorbeimogeln, weil man ja „offen“ für (ja, wirklich) Alles ist ? Alles andere zu viel „Preussenkitsch“ ? Deutschland guckt vorwärts ? Bloß keine reaktionären Kräfte hier … ?

Schade, dass es Rekonstruktionen in Deutschland immer so schwer haben, sich gegen Rechnungshöfe und Geschmackslobby durchzusetzen. Und mehr als schade, dass es hier – wie bei einem Neubau – mal wieder alles so schnell gehen muss: es geht nicht, dass nur ein Teil fertig wird – andere aber erst, wenn das Geld da ist.

Ist das dann wirklich eine historisch verantwortliche Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses ? Da geht es doch schlicht ums Geldverdienen.


Stellas Entwurf sieht genug Raum für das Humboldt-Forum vor. Die Grundrisse sind – soweit erkennbar – großzügig geschnitten. Aber warum ist das alles nur möglich mit einem Entwurf, der viele Elemente, die am Schloss auch prägend waren, einfach zu negieren scheint :

Die feinen Details der alten Fassaden - in den Neubauteilen zur profillosen
Lochfassade minimiert
Die Spreeseite - Spannungslos, nur ein einziges
Formenthema : rechteckig !
Die rekonstruierten Fassaden Eosanderhof - neu hinzugekommen, aber kaum sichtbar,
weil in wenigen Metern Entfernung Neubauten im Hof stehen. Schon dass hier bereits „Nachbesserung“ aus Kosten-gründen empfohlen wird zeigt, wie wenig die echte Rekonstruktion den Auslobern wert ist
Der Erker an der Nordfassade - weg ! - Ersetzt gegen eine fensterlose
Wand, wie es sie Hunderte gibt
Die Unregelmäßigkeit des Baukörpers - reduziert zur simplen Rechteckform
weil das gerade so schön angesagt ist
(oder grüßt da etwa der gerade erst
verschwundene Palast der Republik ?)


In der Beurteilung des Siegerentwurfes fällt auf, dass der vollständige Erhalt der noch vorhandenen Kellergewölbe sehr betont wird. Als einzige vor Ort vorhandene Relikte des alten Schlosses sind diese Bauteile sicher sehr wichtig.

Aber : Sieht man das in der Stadt ? - Ich glaube kaum.

Eine ähnliche Sorgfalt mit der historischen Verantwortung, in der das Humboldt-Forum stehen soll, wäre an anderen Stellen dieses Entwurfs sicher mehr als wünschenswert gewesen.


Die Auswahl, die für den ersten Preis getroffen wurde, wirkt auf mich – bei allem Respekt vor Stellas Grundrissen - wie eine vorbestimmte Geschmäcklerei eines Gremiums, das den Beweis, im Einzelfall auf ihre/seine Präsenz verzichten zu können, nicht antreten will. Die Fassaden wären für ein normales Verwaltungsgebäude wohl kaum der Rede wert: Sie würden gebaut, sie würden ohne großes Gerede über ihren Ausdruck angenommen, sie würden gut funktionieren.
Aber an dieser Stelle – wo man endlich einmal beweisen könnte, dass sich für ‚Anderes’ entscheiden auch bedeuten kann, sich von dem derzeit herrschenden Geschmack und Kostendruck bewusst abzuwenden, um der Historie des Ortes gerecht zu werden (und das nicht nur durch „schöne“ Barockfassaden, die sich bei Empfängen so gut machen), hätte ich wirklich Spannenderes und im Detail auch historisch Verantwortungsvolleres erwartet.

Vielleicht bringen ja die geforderten Nachbesserungen noch etwas mehr Spannung in diese Sache, aber ich fürchte, sie kosten das Humboldtforum eher die Kuppel oder die Fassaden im Eosanderhof.

(1657) Daniel K.Meyer
Wed, 7 January 2009 14:43:37 +0000

Hinweis: Wilhelm II., letzter König von Preußen und letzter deutscher Kaiser, der auch bauliche Veränderungen Berliner Schloß anordnete, hat am 27.1. 2009 seinen 150. Geburtstag.
Im Internet gibt es eine moderne und inhaltsreiche Seite zu diesem Thema:

www.wilhelmderzweite.de

Gruß an alle

(1656) mohr
Wed, 7 January 2009 05:19:26 +0000

na denn, wenn einjeder mal ne webseite hier hinterlassen kann, macht meinereiner das doch auch gleich mal, ok?

www.schloss.palast.com

beste grüße

m

(1655) Ein Amerikaner
Tue, 6 January 2009 10:24:21 +0000

January 3, 2009

The New York Times
620 8TH AVENUE
New York, New York

ATTENTION: LETTERS TO THE EDITOR

Dear Sirs:

I refer to the article entitled "Rebuilding a Palace May Become a Grand Blunder" in the Arts section of the Times for January 1, 2009. I strongly disagree with the tone and content of this article. It seems to have been written strictly from the standpoint of the two groups who are fanatically opposed to the project (even after it was debated exhaustively for years and approved by the German Bundestag by over a two thirds majority) namely, a group of hard core East German communists and the disgruntled architects who have been denied the opportunity to build yet another out of place modern monument to their own egos.

There are many things with which I disagree but I will limit myself to three points.

First, contrary to the author's assertions, it is my understanding that current opinion polls show that 59% of all Berliners, both East and West, approve of the project. Indeed, the highest approval figures are found among the 18 to 30 year olds where it stands at 70%! Only 5% of city inhabitants regret the demolition of the so-called Palace of the Republic, a nondescript eyesore if ever there was one.

Second, the Humboldt Forum concept has been highly praised and enthusiastically adopted because it will display Berlin's vast non-European cultural holdings, presently housed in decaying inadequate buildings in the suburb of Dahlem. This will provide a perfect counterpart to the five existing museums of western art and culture on Museum Island. Concurrently, the building will restore the historic appearance of the very heart of the city from which the whole urban complex grew. The article calls the Palace "fake". I wonder if the author would also denigrate the rebuilding of the old town in Warsaw by the Poles or the reconstruction of the famous campanile in St. Marks Square, Venice or the rebuilding of the monastery of Monte Casino, all of them totally destroyed?

Third the article disparages Francesco Stella as "little known". In reality it is my understanding that he is well-known for historic restoration work and his design was unanimously approved by the 15 member architectural competition commission precisely because it provided a seamless melding of the historic palace facades with the new structural elements!

I find it a disservice to American readers, who are unfamiliar with the history of the project, to publish an article which apparently gives only one side of a complex matter. I suggest that the author should have interviewed people like Dr. Hermann Parzinger, the President of the Foundation for Prussian Cultural Heritage and gotten some additional facts.

Sincerely,

PS: In the war of 1812, the British utterly destroyed the White House, yet we meticulously rebuilt it. Then during the Truman years, the entire interior, floors and all, was gutted and redone. Only the facades remained. Therefore, according to the logic of your article, our President now lives in a "FAKE" White House!


(1654) M. Erich-Delattre
Sun, 4 January 2009 19:12:28 +0000

Pardon, leider verweigern sich einige Teilnehmer/innen noch immer einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der komplexen Thematik stadträumliche (Neu-) Gestaltung und (kritische) Rekonstruktion und beschränken sich in ihren Beiträgen eher auf belanglose (da ständig wiederholte) Polemik. Die "NYT" ist sicher eine seriöse und liberale Zeitung. Zur Liberalität einer guten Zeitung gehört es ganz unterschiedliche Meinungen abzudrucken. Wenn ein Feuilleton-Redakteur meint sich kritisch über den Bau des Humboldt-Forums im Berliner Stadtschloss zu äußern, so spiegelt der Beitrag die persönliche Meinung des Verfassers wieder und sicher nicht die Meinung der Redaktion der "NYT". Auch in der Redaktion der "NYT" werden ganz unterschiedliche Positionen vertreten.

(1653) Leser der NYT
Thu, 1 January 2009 17:54:09 +0000

Die NYT ist not amused :-)
http://www.nytimes.com/2009/01/01/arts/design/01abroad.html?_r=1

(1652) Christian K. Berliner
Wed, 31 December 2008 17:10:35 +0000

Unsere Stadt hat von allen Städten Europas am meisten zu bieten,3 Opernhäusern,2 Zoos,2 Flughäfen,Geschichte und ein tolles Nachtleben,warum nicht auch noch ein Schloss mehr.An dieser Stelle kann nur ein Schloss stehen,koste es was es wolle!So genug mit dem Geschwätz.

(1651) Westfale
Tue, 30 December 2008 18:05:38 +0000

bei den vielen ablehnenden kommentaren möchte ich mal einen
positiven Beitrag schreiben.Die jenigen die meinen man solle das Geld lieber für soziale oder ökologische Prokekte aus-
geben denen sei gesagt das es schon immer Menschen gegeben hat, die meinen das Geld für Kultur oder historische Architektur sei aus dem Fenster geworfenes Geld.Nehmen wir
doch mal die Dresdner Frauenkirche.Auch hier gab es zunächst
viele Gegner.Heute sind die Dresdner froh,das sie wiedererstanden ist.Jahr für Jahr ströhmen Menschen herbei um
die Kirche zu besichtigen und sie bringen Geld in die Stadt und auch für die Kirche.

(1650) Grumbkow
Mon, 29 December 2008 20:46:23 +0000

Die Bauaufgabe war die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses. Das war schon keine besonders gute Idee, aber immerhin konsequent. Es ist ja auch weiterhin fleißig von Wiedererrichtung die Rede. Nur scheine ich den Moment verpasst zu haben, als man das mit der Wiedererrichtung lässig unter den Tisch fallen gelassen hat, um dann etwas völlig anderes bauen zu lassen, was nur noch auf den ersten Blick so aussehen soll wie das Stadtschloss. Ist das keinem aufgefallen? Doch? Und wo war der Aufschrei der Empörung? Wenn es einen gab, dann war er ziemlich leise. Und wo ist die Forderung geblieben, dann wenigstens gleich etwas Anständiges zu bauen, wenn man sowieso kein Schloss kriegt? Oder ging es in Wahrheit immer nur genau darum: Um die Boddien'sche Zeltplanenfassade von 1993 als Dauereinrichtung? Wegen der hübschen Bilder, die man davon machen kann? Und weil Barock schön ist? Aber das, was dort gebaut werden soll, ist ja nicht mal barock! Es ist weder Fisch, noch Fleisch. Wie kann man auf so ein Gebilde stolz sein wollen?

(1649) Preuße
Sat, 27 December 2008 18:56:33 +0000

Bas Zweng: Abwarten - der Kaiser kommt auch noch nach. Durch ihn würden wir wenigstens alle 5 Jahre bei der Präsidentenwahl (wo das Volk ohnehin nichts zu sagen hat) die Kosten für die Bundesversammlung und Pensionen für einige Alt-Präsidenten sparen (mehrere Millionen!).

(1648) bas zweng
Sat, 27 December 2008 16:38:16 +0000

Christian, da sagst Du was hochinteressantes. Ein Schloss bauen und kein Kaiser. Der groesste Witz weltweit. Es ist genauso wie der Bauer: Ich habe Mist aber kein Land.
gr. von dee Woaterkaant

(1647) Berlinfreund
Sat, 27 December 2008 16:19:03 +0000

Schade, daß die zugesagten Spenden nicht mehr mit aufgeführt werden in der Spendenuhr. Es war irgendwie doch motivierend. Wann sollen diese Mittel denn abgerufen werden? Ich selber habe ein ganzes Monatsgehalt bereitgestellt; andere fahren in Urlaub, ich spende für das Schloß.

(1646) Frank
Fri, 26 December 2008 22:34:21 +0000

"Lieber für kranke Kinder oder für den Erhalt des Regenwaldes spenden."

Wenn Ihnen danach ist, bitte...

(1645) Manfred
Fri, 26 December 2008 19:51:37 +0000

Man kann nur hoffen das irgendwann alles wieder hergestellt werden kann.
Schade nur das die Herren der SED nicht mehr erleben können das Sie auch hier versagt haben...

(1644) Christian B.
Fri, 26 December 2008 18:28:00 +0000

Ich persönlich finde so ein Wiederaufbau doch immer wiedersprüchlich hier in Berlin, sowie in Braunschweig.
Wenn man ein Schloss wieder aufbaut und es innen kein bisschen an ein Schloss errinert ist es nur eine leere nichtsbedeutende Fassade. In Braunschweig zum Beispiel ist das Wohl schlimmste passiert. Eine Schloss Fassade und dahinter als Mega Einkaufszentrum ein potthäßlicher Klotz. Wenn ein Schloss abgerissen wurde wird es auch nie wieder ein richtiges Schloss werden. Warum erst sprengen und dann wieder aufbauen? Meiner Meinung nach pure Geldverschwendung .
Lieber für kranke Kinder oder für den Erhalt des Regenwaldes spenden.