Wann kommt die Humboldt-Box?
| Humboldt-Box von den Linden aus | Blick vom Berliner Dom auf die Box | Schnitt durch die Humboldt-Box |
Die Humboldt-Box wird z.Zt. gebaut. Im Juli 2010 ist Richtfest. Sie soll im Juni 2011 eröffnet werden.
Sie soll das Humboldtforum in den Schlossfassaden einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Betreiber werden die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Zentral und Landesbobliothek, Berlin, und die Humboldt-Universität, Berlin, sein. Der Förderverein Berliner Schloss wird auf etwa 200 m² Ausstellungsfläche die Architektur vorstellen und seine Spendensammlung durchführen.
Finanziert wird die Humboldt-Box ohne Staatszuschüsse auf Risiko der Firma Megaposter, Neuss, die sich über Werbemaßnahmen am Bauzaun und dem Gerüst der Schlossbaustelle refinanzieren soll.
Da nun durch die Sparbeschlüsse der Bundesregierung der Baubeginn des Humboldtforums verschoben würde, könnte dies auch Auswirkungen auf die Fertigstellung der Humboldt-Box haben, da so die zeitnahe Refinanzierung über Werbung nicht möglich ist.
Wir werden Sie weiterhin hierüber auf dem Laufenden halten.
Warum wird die Humboldt-Box gebaut?
Das anspruchsvolle Nutzungskonzept von Schloss und Museumsinsel unter dem Begriff “Humboldt-Forum” ist in Berlin, vor allem aber auch in den Medien, noch nicht ausreichend und offensiv kommuniziert worden. Dies ist auch nicht einfach mit einer Pressemitteilung zu erledigen, zumal die inhaltliche Entwicklung dieses Humboldt-Forums erst im groben Rahmen definiert wurde, die eigentliche Detailarbeit weitgehend noch geleistet werden muss.
Um dies zu tun, sind jedoch umfangreiche Vorarbeiten nötig, die neuen Funktionen des Humboldt-Forums dialogorientiert abzusichern. Am Ende des Prozesses entsteht in der Mitte Berlins eine völlig neue Museumslandschaft ohne Vorbilder, ein einmaliger Ort der Weltkultur.
In diesen wird die deutsche Wissenschaft mit ihrer Geschichte, aber auch mit ihren lebendigen Beiträgen zur Zukunft integriert. So entsteht die schon im 19. Jahrhundert geplante, aber damals nicht verwirklichte „Freistätte von Kunst und Wissenschaft“ im Zentrum Berlins. Die Landeszentralbibliothek wird dieses Konzept mit einer themenorientierten Fachbibliothek abrunden.
Das große Veranstaltungszentrum, die sog. Agora, überlagert diesen Komplex. Sie orientiert sich am Dialog der Kulturen der Welt im Sinne Alexander v. Humboldts, bietet also kulturellen und gesellschaftlichen Ereignissen eleganten Raum – und stellt ihre räumliche Vielfalt auch in den Dienst von Kunst und Wissenschaft.
Was unterscheidet die Schlossdebatte von der zur Frauenkirche in Dresden?
Die Verwirklichung des Humboldt-Forums auf der Museumsinsel und im Schloss ist eine Riesenaufgabe, schon vom Inhalt ungleich schwerer zu gestalten und von der Planung her wesentlich umfangreicher als der Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden als Kirche.
Auch in Dresden gab es anfänglich kaum Sehnsucht, die Frauenkirche wieder aufzubauen. Im Gegenteil, es gab nörgelnden, heftigen Streit darüber, ob man ein so einzigartiges Kriegsmahnmal zerstören dürfe um ein “Fake” der Kirche an seine Stelle zu setzen. Aber in Dresden passierte sofort etwas, denn der Bauplatz stand frei zur Verfügung, man konnte anfangen: Die Ruine wurde enttrümmert, die Steine sortiert und in Schauregalen eingelagert. Eine Faszination des Faktischen entstand. Der Bundeskanzler engagierte sich anlässlich seines 60. Geburtstags und bat um Spenden für die Frauenkirche statt um Geschenke. Der Bundespräsident übernahm die Schirmherrschaft über die Spendensammlung. Bund, Land und Stadt verpflichteten sich, mindestens ca. 1/3 der Baukosten zu übernehmen. Die Menschen kamen, sahen etwas, ließen sich begeistern, spendeten, die Stimmung kippte. Dresden wurde zum Mekka des Bautourismus. Dazu kam die große, fast euphorische Aufbruchstimmung nach der Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre, die begeisternde Verpflichtung für viele, sich gerade hier zu engagieren.
In Berlin hingegen besetzte der Palast der Republik bis 2009 den Bauplatz des Schlosses. Während der letzten 15 Jahre musste zunächst die Debatte Schloss/Palast in ihrer ganzen Heftigkeit bestanden werden. Mit der Erstellung der Schloss-Simulation 1993/94 gewannen wir eine Mehrheit der Berliner Bevölkerung, später, durch das unglaubliche Engagement vieler Bürger und Politiker, erreichten wir dann die Parlamentsentscheidung. Der im Sommer 2002 mit großer Mehrheit verabschiedete Grundsatzbeschluss des Bundestages pro Schloss wurde herbeigeführt, als ein überzeugendes Nutzungskonzept durch die einjährige Arbeit der staatlichen Kommission „Historische Mitte Berlin“ gefunden war, das damals einhellig in den Medien begrüßt wurde.
Die Rekonstruktionsbauplanung für das Schloss hat längst begonnen, das Spendenaufkommen entwickelt sich erfreulich, so dass erste Herstellungsmaßnahmen entwickelt werden konnten.
Viele 1:1 Modelle des Schlüterschen Fassadenschmucks sind fertig. Die Baupläne werden mit größter Akribie entwickelt, für die Rekonstruktion der Fassaden sind allein über 4000 Gesamt- und Detailzeichnungen nötig. Da viele Fassadenteile eine tragende Funktion hatten oder aus statischen Gründen für das Schloss nötig sind, müssen wir einen Vorlauf für die Spendensammlung und die Fassadenanfertigung von mindestens 3 Jahren einkalkulieren, bevor der Bau überhaupt beginnen kann, es sei denn, der Staat geht wie bei der Frauenkirche in Vorleistung.
Die Sandsteinbrüche für das Schloss haben eine Jahreskapazität von maximal 10.000 Tonnen jährlicher Bruchleistung. Benötigt werden 15.000 Tonnen Rohmaterial. Auch dies bremst den zügigen Wiederaufbau ebenso wie die auch nicht unbegrenzten Kapazitäten erstklassiger Steinmetzbetriebe und Bildhauereien. Auch diese begrenzten Kapazitäten haben einen großen Einfluss auf die Bauzeit und müssen bei der Bauplanung berücksichtigt werden
Das Programm der Humboldt-Box
Im Jahr 2010 wollen Bundesregierung und Senat nun gemeinsam mit den Nutzern des Humboldt-Forums und uns, das grundsätzlich richtige, einhellig begrüßte Nutzungskonzept des Schlosses und der Museumsinsel in den Vordergrund ihrer Öffentlichkeitsarbeit stellen. Die Partner des Humboldt-Forums stellen sich nun mit ihren ausgearbeiteten Konzepten der öffentlichen Diskussion.
Die Humboldt-Box als Nukleus für die Problemstellung des Humboldt-Forums und den Wiederaufbau des Schlosses wird die Debatte zur Nutzung kanalisieren, Anregungen aufnehmen und damit die Möglichkeit geben, die Stellschrauben zur Optimierung zu justieren. Sie ist jedermann zugänglich. Die Veranstalter in ihr suchen den Dialog, an dessen Ende mit Sicherheit auch Begeisterung entsteht. Die kommt nämlich nur dann zustande, wenn etwas sichtbar passiert.
Die Verwirklichung eines so bahnbrechenden, neuen Konzeptes stellt schon vom Volumen seiner geistigen und finanziellen Herausforderungen her ein Vielfaches des Anspruchs dar, unter dem der so wichtige und segensreiche, vorbildliche Wiederaufbau der Frauenkirche erfolgte. Wir arbeiten eben „nicht nur“ an einer Rekonstruktion eines Gebäudes unter Wiederaufnahme seiner alten Funktionen an einem Seitenplatz des Stadtzentrums.
In Berlin wird vielmehr der Begriff Stadtzentrum inhaltlich neu definiert, zusätzlich zur Reparatur des Stadtbildes der alten Mitte mit dem Wiederaufbau des Schlossäußeren:
Was hat es zukünftig zu leisten, wenn es der begeisternde Mittelpunkt der Hauptstadt einer großen Nation sein will?
Die Lösung hierfür gleicht einer Jahrhundertaufgabe. Die jetzt hierfür zu findenden Definitionen entscheiden schließlich darüber, ob wir eine großartige Mitte in Berlin erhalten – oder ob der Ort sichtbares Zeichen einer großen Blamage wird.
Die Humboldt-Box wird einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über das Humboldt-Forum und den Wiederaufbau des Berliner Schlosses leisten. Sie kann die Debatten darüber kanalisieren und versachlichen.
Freuen Sie sich also auf die Humboldt-Box!
Ausführliche Informationen siehe auch unter “Aktuell / Humboldt-Box”



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