Protokolle der Mitgliederversammlungen

Protokoll der Jahresmitgliederversammlung des Fördervereins Berliner Schloss e.V.

am 24. Juni 2011 um 19.30 Uhr im Großen Festsaal des Roten Rathauses, Berlin 

Der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Richard Schröder, eröffnet die Jahreshauptversammlung um 19:30 Uhr, begrüßt die Mitglieder und Spender und dankt für ihr Kommen. Die Versammlung wird mit einem Musikstück von Johann Gottlieb Graun, gespielt von Jakob Lehmann (Violine) und Aleke Alpermann (Violoncello), eröffnet.

Die Mitglieder haben am Eingang den Jahresabschluss 2010, die Jahresplanung 2011 und den Jahresbericht 2010/11 erhalten. 

Der Vorsitzende stellt fest, dass die Einladungen zur Versammlung form- und fristgerecht am 10. Juni 2011 versandt wurden. Die Satzung gibt vor, dass hierfür eine Frist von zwei Wochen einzuhalten ist. Auf seine Frage, ob es hierzu einen Widerspruch gebe, meldet sich kein Mitglied.  

Da eine ordnungs- und fristgemäß eingeladene Mitgliederversammlung gemäß unserer Satzung beschlussfähig ist, stellt der Vorsitzende nun fest, dass die Mitgliederversammlung beschlussfähig ist. 

Hatte der Verein im letzten Jahr 1464 Mitglieder, sind es in diesem Jahr 1448 Mitglieder. Davon sind insgesamt 115 Mitglieder anwesend. Der Vorsitzende stellt fest, dass sich alle Mitglieder am Eingang registriert, ihre Stimmkarte abgeholt und auch die Unterlagen mitgenommen haben. Er weist darauf hin, dass gegen eine Schutzgebühr von € 10,- nach der Versammlung auch der testierte Abschluss 2010 in gebundener Form am Podium gekauft werden könne. Darüber hinaus steht er bereits in ungekürzter Form im Internet und kann dort kostenlos ausgedruckt werden.

 

Der Vorsitzende bittet die Anwesenden sich zu erheben, um der Toten zu gedenken. Er liest die Namen und die Wohnorte der Verstorbenen vor. Unter ihnen ist auch Herr Prof. Dr. Peter Georg Ahrens, Vorstandsmitglied, der im Frühjahr 2011 verstorben ist. Prof. Schröder spricht seine besondere Wertschätzung, seinen Dank für seine langjährige Unterstützung und Mitwirkung im Förderverein post mortem aus.

 

Prof. Schröder eröffnet nunmehr die Tagesordnung.

 

TOP 1: Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 28. Juni 2010

 

Dieses Protokoll steht seit langer Zeit im Internet und wurde auch allen Mitgliedern mit dem Mitgliederrundschreiben zugeschickt. Auf Nachfrage von Prof. Schröder gibt es keine Anmerkungen zum Protokoll.

 

Prof. Schröder lässt nun über die Genehmigung des Protokolls abstimmen. Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen wird das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung genehmigt.

 

Prof. Schröder stellt fest, dass nach dem Versand der Einladungen kein weiterer Antrag zur Tagesordnung eingegangen ist. Auf seine Frage nach weiteren Anträgen zur Tagesordnung, jetzt aus der Versammlung heraus, gibt es keine Meldungen. 

 

TOP 2: Bericht des Vorstandes und der Geschäftsführung über die Arbeit des Fördervereins in den Jahren 2010 / 2011, insbesondere über den aktuellen Stand des Schlossprojektes.

 

Der Vorsitzende Prof. Schröder gibt das Wort an den Geschäftsführer des Förderverein Berliner Schloss e.V. ab. 

Herr v. Boddien berichtet ausführlich über die Aktivitäten des Vereins im Jahr 2010 sowie über das erste Halbjahr 2011. Der Bericht liegt dem Protokoll in schriftlicher Form bei. 

Der Vorsitzende dankt dem Geschäftsführer für den Bericht, eine Aussprache hierzu ist nach dem Bericht des Schatzmeisters unter TOP 4 vorgesehen. 

Der Vorsitzende dankt allen Unterstützern des Fördervereins sowie den Teilnehmern der regionalen Freundeskreise sehr herzlich für ihre Arbeit und ihr wunderbares Engagement für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses. 

 

TOP 3: Bericht des Schatzmeisters / Geschäftsführers über den geprüften Jahresabschluss 2010 sowie den Haushaltsplan 2011 

Der Vorsitzende erteilt dem Schatzmeister, Herrn Dr. von Grawert-May, das Wort und bittet den Geschäftsführer, Details der Jahresabschlüsse zu erläutern. 

Der Schatzmeister berichtet, dass die Finanzen des Vereins geordnet seien, er über ausreichende Liquidität verfüge und bis dato zwei Millionen Euro an die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum übergeben habe. Der Jahresabschluss 2010 habe den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grieger Mallison CTG AG, Berlin erhalten. Der Schatzmeister berichtet, dass im Jahr 2011 insgesamt 500.000,- € Spendengelder eingegangen sind (Stand Juni 2011) und sich die Personalkosten etwas erhöht haben, da seit dem 1.3.2011 Frau Ann Kristin Brede im Förderverein in Hamburg eingestellt wurde. Auch war es notwendig, zwei Stellen auf Stundenlohnbasis in der Humboldt-Box mit hauptamtlichen Mitarbeitern zu besetzen. Die Öffnungszeit beträgt dort wöchentlich 59 Stunden. Wegen des hohen Publikumsandrangs und möglichen Schwierigkeiten bei besonderen Ereignissen oder Störungen, um diese mit ehrenamtlichen Kräften zu organisieren, schien es ratsam, dass jeweils ein hauptamtlicher, verantwortlicher Mitarbeiter ständig anwesend ist. Eingestellt wurden Frau Dr. Elisabeth Kotsch und Herr Marc Schnurbus, die auch für die Führungen durch die Ausstellung in der Humboldt-Box zuständig sind. Sie verfügen über ausreichende Erfahrungen, so organisierte und leitete Herr Schnurbus sehr erfolgreich die ECE-Schlossausstellungen im ganzen Bundesgebiet. Ein weiterer Teil der Kosten beinhaltet auch die Ausgaben für die Bildhauer, die noch durch den Förderverein beschäftigt sind und Restzahlungen an Herrn Stuhlemmer. 

Das Recht, das DZI-Spenden-Siegel zu führen, das Zeichen der Vertrauenswürdigkeit des Fördervereins, ist bis Ende 2011 erneut verlängert worden. 

(Starker Applaus aus der Versammlung) 

Der Schatzmeister erläutert das Zahlenwerk und den Jahresabschluss 2010 in den wichtigsten Positionen. 

Anschließend erläutert der Geschäftsführer den Jahreshaushalt 2011. 

Dieser ist ausgeglichen, obwohl er nur gerade kostendeckend eingehende Spenden vorsieht. Niemand könne z.Z. nach den Sparbeschlüssen der Bundesregierung vom Juni 2010 und der Verschiebung des Schlossbaus ernsthaft eine solide Spendeneingangsvorschau erstellen, diese sei z. Zt. eher spekulativ zu sehen. Der Haushalt 2011 sei aber durch die Vermögensrücklage schon jetzt finanziert. Für den Förderverein gelte im Übrigen auch weiterhin das vom Vorstand festgestellte Verbot, Schulden zu machen. 

Um die Spendensammlung zu stimulieren, habe man nach den Sparbeschlüssen ein Sperrkonto, das unter Aufsicht eines Notars steht,  mit Rückzahlungsverpflichtung an die Spender als Ventil dafür eingerichtet, doch noch weiter zu spenden. Nur bei einem weiterhin ausreichenden und am Ziel orientierten Spendenfluss sei der Verein erfolgreich. Die Rückzahlungsverpflichtung gelte nur für den Fall, dass das Projekt Wiederaufbau der Schlossfassaden endgültig scheitern würde. Dazu werde es nach den eindeutigen Erklärungen der Bundesregierung jedoch nicht kommen.  

Auch gibt es verbindliche Zusagen von zahlreichen Bürgern, die schriftlich zugesichert haben, nach Baubeginn zu spenden. 

Daher müsse dringend der Termin eines irreversiblen Baubeginns von der Regierung bekannt gegeben  werden, vorher werde es nicht zu einem deutlichen Anstieg der Spenden kommen. 

 

TOP 4: Aussprache zu TOP 2 und 3

Prof. Dr. Schröder eröffnet die Aussprache zu TOP 2 und TOP 3 und bittet um Wortmeldungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr.

 

Ein Mitglied fragt, ob von dem Spendenziel des Fördervereins von insgesamt 80 Millionen Euro die Gelder und verauslagten Kosten für den Modellbau und die Baupläne, die im vergangenen Jahr der Stiftung übergeben worden sind, abzuziehen seien. Herr von Boddien bejaht dies. Die nun noch vom Verein zu sammelnde Summe sei entsprechend niedriger. 

Weiter wird gefragt, ob bei dem Spendenziel von 80 Millionen Euro auch die Spenden mitgezählt werden, die bei der Stiftung eingehen. Auch dies wird bejaht. Da aber durch den Bau der Kuppel und der drei Innenportale des Eosanderhofs das Rekonstruktionsvolumen um 28 Millionen Euro ansteige, freue man sich, die Stiftung auch auf diesem Gebiet an unserer Seite zu haben. 

Der Förderverein und die Stiftung haben sich auf eine Arbeitsteilung bei der Akquisition von Spenden geeinigt. Der Förderverein konzentriert sich auf das „Massengeschäft“, die Stiftung auf die Grosspender. 

Herr von Boddien betont, dass es das Wichtigste sei, dass das Schloss überhaupt gebaut werde, unabhängig davon, wer die Spendengelder letztendlich eingeworben hat. Er betont die ausgezeichnete Arbeit von Herrn Rettig, dem Sprecher des Vorstandes der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, der es geschafft hat, den Haushaltsausschuss dazu zu bewegen, die Baukosten für das Schloss auf der Basis von März 2007 zu indexieren. Damit sind inflationsbedingte Kostensteigerungen, um die es bei der kommenden endgültigen Entscheidung des Ausschusses Anfang Juli 2011 gehe, von vorneherein mitbewilligt. 

Herr Böhme, Vorsitzender des Freundeskreises Köln-Bonn, bemerkt, dass es sicher hilfreich wäre, wenn Bundespräsident Wulff, wie schon sein Vorgänger die Schirmherrschaft über das Projekt übernehmen würde. Herr von Boddien stimmt dem zu, die Entscheidung würde man gern beeinflussen, aber hier sei der Bundespräsident völlig autonom.   

Darüber hinaus gab es weitere anregende oder kommentierende Wortmeldungen allgemeinen Inhalts. 

 

TOP 5: Genehmigung des Jahresabschlusses 2010 und des Haushaltsplans 2011 

Der Vorsitzende bittet die Mitgliederversammlung, den Jahresabschluss 2010 und den Haushaltsplan 2011 zu genehmigen. Die Abstimmung erfolgt en bloc, offen, mit Handzeichen, durch das Zeigen der Stimmzettel. 

Der Jahresabschluss 2010 und der Haushaltsplan 2011 werden einstimmig genehmigt.

 

TOP 6: Entlastung des Vorstandes  

Auf Antrag eines Mitglieds wird der Vorstand einstimmig entlastet.

 

TOP 7: Satzungsänderung

Der Vorsitzende weist darauf hin, dass die Mitglieder mit der Einladung zur Jahreshaupt-versammlung den Antrag auf Satzungsänderung erhalten haben. 

Der Antrag beinhaltet die in der Einladung zur Mitgliederversammlung vorgetragene Änderung des § 14:  Auflösung des Vereins (siehe Anlage) 

Das Mitglied Friedhelm Feldhaus empfiehlt, im ersten Absatz den Text klarer zu formulieren. Er lautet im bisherigen Antrag: 

„Der Verein wird aufgelöst, nachdem er seinen satzungsmäßigen Zweck erfüllt hat oder wenn dies die Mitgliederversammlung mit einer dreiviertel Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen beschlossen hat.“ 

Er soll nun lauten: 

„Der Verein wird aufgelöst, nachdem er seinen satzungsmäßigen Zweck erfüllt hat. Die Feststellung trifft auf Antrag die Mitgliederversammlung mit einer dreiviertel Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen.“ 

Diese Änderung würde bedeuten, dass der Verein nur aufgelöst werden kann, wenn er seine Aufgaben erfüllt hat – und nicht aus einem anderen wichtigen Grunde. Der Vorstand bleibt deswegen bei seinem Antrag. 

Frau Petra Lampe meint, dass die Begünstigung Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum nicht gut sei. Diese setze sich nicht für die originalgetreue Rekonstruktion der Schloss-fassaden ein. Der Vorsitzende versichert, dass dies nicht zutreffe und vermutet, dass Frau Lampe diese Information gegnerischen Medien entnommen hat. Er betont allerdings auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Fassadenrekonstruktion und der Höhe des Spendenaufkommens gäbe. Gerade deswegen sollte der Förderverein Berliner Schloss e.V. ein Interesse daran haben, alle gesammelten Gelder der Stiftung zur Verfügung zu stellen, zumal diese ja auch der Bauherr sei und die Spenden ausschließlich für die Rekonstruktion der Schlossfassaden gegeben worden seien. Der Vorsitzende bleibt deswegen bei seinem Antrag.   

Nach Abschluss der Aussprache  stellt der Vorsitzende seinen Antrag zur Abstimmung. Die Mitgliederversammlung beschließt die offene Abstimmung. Der Antrag wird einstimmig angenommen. 

 

TOP 8: Neuwahlen des Vorstands 

Der Vorsitzende weist darauf hin, dass der Vorstand turnusmäßig neu für  drei Jahre gewählt werden muss. Der bisherige Vorstand stellt sich zur Wiederwahl. 

Prof. Dr. Richard Schröder,  1. Vorsitzender,

Frau Ingrid Rexrodt, 1. stellvertretende Vorsitzende,

Hubertus von Dallwitz,  2. stellvertretender Vorsitzender,

Dr. Gernot von Grawert-May,  Schatzmeister,

Ulf Doepner, Schriftführer. 

Rechtsanwalt Ulf Doepner, Vorsitzender des Freundeskreises Düsseldorf, kandidiert für die Position des verstorbenen Vorstandsmitglieds, Prof. Dr. Peter Georg Ahrens.  Der Vorsitzende betont, dass es positiv für den Förderverein sei, einen Rechtsanwalt im Vorstand zu haben, damit könnten mögliche Rechtsfragen schon bei Vorstandssitzungen kompetent erörtert werden. 

Nach der Vorstellung von Herr Doepner bittet der Vorsitzende um weitere Kandidaturen. Dies ist nicht der Fall. 

Prof. Schröder weist darauf hin, dass es bisher einen erweiterten Vorstand über die Zuwahl der Leiter der einzelnen Freundeskreise gab. Dieser wird nun wieder auf die von der Satzung vorgesehene Kerngröße zurückgeführt. Er begründet dies damit, dass sich die Freundeskreise stark vermehrt hätten und damit der Vorstand einfach zu groß würde, um handlungsfähig zu sein. Die Leiter der Freundeskreise werden sich jedoch zweimal im Jahr in Berlin mit dem Vorstand und der Geschäftsführung zu einem Meinungsaustausch treffen. 

Danach wird die Wahl durchgeführt, nach Beschluss der Mitgliederversammlung in offener Abstimmung und  en bloc, da es für das jeweilige Amt nur einen Bewerber gibt. 

Die Neuwahl des Vorstands erfolgt einstimmig. 

Der gewählte Vorstand nimmt die Wahl an. 

(Starker Applaus aus der Versammlung) 

 

Top 9: Bericht über die Aktivitäten des Fördervereins für das Jahr 2011 / 2012

 

Der Vorsitzende bittet nun den Geschäftsführer um eine Vorschau über die Aktivitäten des Fördervereins im Jahr 2011/2012. 

Herr von Boddien berichtet, dass nach der Schließung des Infocenters am Hausvogteiplatz, ab dem 29. Juni dessen Ausstellung nun in der Humboldt-Box öffentlich zu sehen sei. Man verspreche sich einen enormen Publikumsandrang von ca. 300.000 Besuchern p.a. Der Umzug sei reibungslos und pünktlich vollzogen worden. Er dankt in diesem Zusammenhang besonders herzlich dem Vorsitzenden des Freundeskreises Berlin, Herrn Gunther Kämmerer, und seinen vielen Helfern für ihren großartigen Einsatz. Ohne deren herausragende Arbeit hätte der Verein den Umzug nicht oder nur mit Fremdfirmen zu deutlich höheren Kosten geschafft. 

(Starker Applaus aus der Versammlung) 

Zur Medienkritik an der Architektur der Humboldt-Box sagt er, dass diese schließlich nur ein temporäres Gebäude sei und über ihre Architektur ein Ausrufezeichen setzen wolle, um damit die Besucher anzuziehen. Die Kritik wertet er aber amüsiert als beste Reklame dafür, dass hier schließlich nur das Berliner Schloss hinpasse. 

(Starker Applaus aus der Versammlung)

 

Zur weiteren Arbeit des Vereins sagt Boddien, dass dieser in Zukunft sich ausschließlich auf die Spendensammlung konzentrieren werde, nachdem er die Baupläne und 1:1 Prototypen der Fassaden der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum übereignet habe. 

Diese werde noch in diesem Sommer in der Schlossbauhütte in Spandau die Arbeit aufnehmen und im großen Stil die Rekonstruktionsarbeiten der Schlossfassaden dort fortsetzen. Er selber bleibe dieser Arbeit im Spenderinteresse jedoch verbunden, indem er an allen wichtigen Sitzungen des Sachverständigenausschusses der Stiftung teilnehme, bei denen es um die Qualität der Arbeiten gehe. Es sei gelungen, die bisherige Bildhauer-mannschaft um Herrn Körner in das künftige Team der Bauhütte zu integrieren, nachdem diese sich an öffentlichen Ausschreibungen für den weiteren Modellbau beteiligt hatten.

Die Schlossbauhütte könne öffentlich besichtigt werden, der Verein werde hierzu einen Kleinbus-Shuttle von der Humboldt-Box nach Spandau organisieren. 

Die Besucher sollen dort vor Ort von ehrenamtlichen Betreuern empfangen und geführt werden, während die Künstler sich weiter auf ihre Arbeit konzentrieren können. 

Er hebt die absolut harmonische und auf großem Vertrauen basierende Zusammenarbeit mit der Stiftung, ihrem Vorstand und auch mit dem Stiftungsratsvorsitzenden, Staatssekretär Rainer Bomba, Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung, hervor. 

(Starker Applaus aus der Versammlung) 

 

Top 10: Verschiedenes 

Es gibt keine erwähnenswerten Wortmeldungen zu diesem Tagesordnungspunkt.

 

Der Vorsitzende dankt schließlich den anwesenden Mitgliedern und Spendern für ihre rege Beteiligung an der Versammlung. Er schließt diese um 21:45 Uhr. 

Berlin, den 6.Juli 2011 

Prof. Dr. Dr. h.c. Richard Schröder (1. Vorsitzender und Sitzungsleiter) 

 

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Protokoll der Jahresmitgliederversammlung

des Fördervereins Berliner Schloss e.V.

am 28. Juni 2010 um 19.30 Uhr

im Großen Festsaal des Roten Rathauses, Berlin 

 

Der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Richard Schröder, eröffnet um 19:35 Uhr die Mitgliederversammlung, begrüßt die Mitglieder und Spender und dankt für ihr Kommen. Außerdem begrüßt er die Gäste Manfred Rettig als Vertreter des Bauherrn (Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum) und den „ Schlossarchitekten“ York Stuhlemmer, der nun seit Mai Mitglied im Team des Chefarchitekten Franco Stella ist. Beide werden über den derzeitigen Sachstand referieren und später bei der Aussprache zur Verfügung stehen. Die Mitglieder haben am Eingang den Jahresabschluss 2009, die Jahresplanung 2010 und den Jahresbericht 2009/10 erhalten. 

Der Vorsitzende stellt fest, dass die Einladungen zur Versammlung form- und fristgerecht am 11. Juni 2010 versandt wurden. Die Satzung gibt vor, dass hierfür eine Frist von zwei Wochen einzuhalten ist, dies wäre der 14. Juni gewesen. Auf seine Frage, ob es hierzu einen Widerspruch gebe, meldet sich kein Mitglied. 

Da eine ordnungs- und fristgemäß eingeladene Mitgliederversammlung gemäß unserer Satzung beschlussfähig ist, stellt der Vorsitzende nun fest, dass die Mitgliederversammlung beschlussfähig ist.  

Der Mitgliederstand ist relativ konstant. Hatte der Verein im letzten Jahr 1464 Mitglieder, sind es nun 1440. Davon sind 158 Mitglieder anwesend. 

Der Vorsitzende stellt fest, dass sich alle Mitglieder am Eingang registriert, ihre Stimmkarte abgeholt und auch die Unterlagen mitgenommen haben. Er weist darauf hin, dass gegen eine Schutzgebühr von € 10,- nach der Versammlung auch der testierte Abschluss 2009 in gebundener Form am Podium gekauft werden könne. Darüber hinaus steht er bereits in ungekürzter Form im Internet und kann dort kostenlos ausgedruckt werden. 

Prof. Schröder eröffnet nunmehr die Tagesordnung.  

TOP 1: Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 29. Juni 2009 

Dieses Protokoll steht seit langer Zeit im Internet und wurde auch allen Mitgliedern mit dem Mitgliederrundschreiben zugeschickt. Auf Nachfrage von Prof. Schröder gibt es keine Anmerkungen zum Protokoll. 

Prof. Schröder lässt nun über die Genehmigung des Protokolls abstimmen. Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen wird das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung genehmigt.  

Prof. Schröder stellt fest, dass nach dem Versand der Einladungen kein weiterer Antrag zur Tagesordnung eingegangen ist. Auf seine Frage nach weiteren Anträgen zur Tagesordnung, jetzt aus der Versammlung heraus, gibt es keine Meldungen. 

TOP 2: Bericht des Vorstandes und der Geschäftsführung über die Arbeit des Fördervereins in den Jahren 2009 / 2010, insbesondere über den aktuellen Stand des Schlossprojektes. 

Der Vorsitzende Prof. Schröder schlägt vor, dass aufgrund der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Verschiebung des Baus des Humboldtforums – Wiederaufbau des Berliner Schlosses auf 2014, unsere Pflichtberichte und Beiträge zum abgelaufenen Jahr so kurz wie möglich gehalten werden sollen. Außerdem merkt er an, dass diese auch im Internet nachzulesen sind bzw. in schriftlicher Form vorliegen. Prof. Dr. Schröder fragt, ob jemand gegen diese Vorgehensweise ist. Es finden daraufhin keine Wortmeldungen statt.

 

Herr v. Boddien berichtet über die Aktivitäten des Vereins im Jahr 2009 sowie über das erste Halbjahr 2010. Der Bericht liegt dem Protokoll in schriftlicher Form bei. 

Der Vorsitzende dankt dem Geschäftsführer für den Bericht, eine Aussprache hierzu ist nach dem Bericht des Schatzmeisters unter TOP 4 vorgesehen. Prof. Schröder betont, dass aufgrund der Konzentration auf die aktuelle Lage auf die Berichte der regionalen Freundeskreise verzichtet wird.

Der Vorsitzende dankt allen Teilnehmern der regionalen Förderkreise sehr herzlich für ihre Arbeit und ihr wunderbares Engagement für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses. 

TOP 3: Bericht des Schatzmeisters / Geschäftsführers über den geprüften Jahresabschluss 2009 sowie den Haushaltsplan 2010

 

Der Vorsitzende erteilt dem Schatzmeister, Herrn Dr. von Grawert-May, das Wort und bittet den Geschäftsführer, Details der Jahresabschlüsse zu erläutern. 

Der Schatzmeister berichtet, dass die Finanzen des Vereins geordnetet seien, er über ausreichende Liquidität verfüge und neben den Bauplänen auch schon eine erste Million Euro an die Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum überwiesen habe. Der Jahresabschluss 2009 habe den uneingeschränkten Prüfungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grieger Mallison CTG AG, Berlin erhalten.  Das Recht, das DZI-Spenden-Siegel, das Zeichen der Vertrauenswürdigkeit, zu führen sei bis Ende 2010 erneut verlängert worden. Es habe keine ungewöhnlichen Vorfälle in Sachen Buchhaltung und Geldverkehr gegeben. 

(Starker Applaus aus der Versammlung) 

Der Schatzmeister erläutert das Zahlenwerk und den Jahresabschluss 2009 in den wichtigsten Positionen.  

Der Vorsitzende dankt dem Schatzmeister und übergibt das Wort an den Geschäftsführer.  

Dieser erläutert den ausgeglichenen Haushaltsplan 2010, den er wegen des Spendeneinbruchs nach den Sparbeschlüssen im Juni als Mindesthaushalt bezeichnet. Niemand könne ernsthaft eine solide Spendeneingangsrechnung erstellen, dies sei z. Zt. eher spekulativ zu sehen. Der Haushalt 2010 sei aber durch die Vermögensrücklagen schon jetzt finanziert. Für den Förderverein gelte im Übrigen auch weiterhin das vom Vorstand festgestellte Verbot, Schulden zu machen. 

Um die Spendensammlung zu stimulieren, habe man ein Sperrkonto mit Rückzahlungsverpflichtung an die Spender als Ventil dafür eingerichtet, doch noch weiter zu spenden. Nur bei einem weiterhin ausreichenden und am Ziel orientierten Spendenfluss sei der Verein erfolgreich. Die Rückzahlungsverpflichtung gelte nur für den Fall, dass das Projekt Wiederaufbau der Schlossfassaden endgültig scheitern würde, wie dies manche Medien jetzt behaupteten. Dazu werde es nach den eindeutigen Erklärungen der Bundesregierung nicht kommen. Auf dem Sperrkonto seien seit Mitte Juni schon über 80.000 Euro eingegangen. Boddien wertet dies als Zeichen der ungebrochenen Bereitschaft, für den Wiederaufbau zu spenden.

Außerdem hätten zahlreiche Bürger schriftlich zugesichert, nach Baubeginn zu spenden.  

Daher müsse dringend öffentlich Klarheit über den Termin eines irreversiblen Baubeginns von der Regierung hergestellt werden. Anders sei das nach dem Kartellamtsspruch erneut erschütterte Vertrauen der Spender in das Zustandekommen des Projekts nicht wiederherzustellen. 

TOP 4: Aussprache zu TOP 2 und 3

Prof. Dr. Schröder eröffnet die Aussprache zu TOP 2 und TOP 3 und bittet um Wortmeldungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. 

Ein Mitglied betont seinen Respekt vor den Aktivitäten des Fördervereins und seiner Mitstreiter. Dennoch wirft er die Frage auf, ob es wirklich nötig sei, in New York Spendengelder zu sammeln und ob wir das Projekt nicht selbst schaffen könnten, ohne Hilfe aus dem Ausland. 

Herr von Boddien merkt an, dass es die Amerikaner waren, die auf den Förderverein zugekommen seien. Es wäre unklug, diese Spenden nicht anzunehmen. Außerdem unterstütze diese Hilfe aus dem Ausland den Gedanken des Humboldtforums mit seiner Internationalität und Kulturenvielfalt. 

TOP 5: Genehmigung des Jahresabschlusses 2009 und des Haushaltsplans 2010

 

Der Vorsitzende bittet die Mitgliederversammlung, den Jahresabschluss 2009 und den Haushaltsplan 2010 zu genehmigen. Die Abstimmung erfolgt en bloc, offen, mit Handzeichen, durch Zeigen der Stimmkarte.

Der Jahresabschluss 2009 und der Haushaltsplan 2010 werden ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen genehmigt. 

TOP 6: Entlastung des Vorstandes  

Auf Antrag eines Mitglieds wird der Vorstand ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen entlastet. 

TOP 7: Bericht über die Aktivitäten des Fördervereins für das Jahr 2010 

Der Vorsitzende kündigt nun Herrn Manfred Rettig, den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, als Redner an. 

Dieser berichtet, dass der ursprüngliche Finanzplan z.Zt. von Minister Tiefensee aus dem Jahr 2008 auf eine Bauzeit von 2011 bis 2014 ausgerichtet gewesen sei. Diese kurze Bauzeit sei jedoch unrealistisch gewesen. Im Koalitionsvertrag der jetzigen Bundesregierung sei der Bau vor den Sparbeschlüssen schon bis 2017 gestreckt worden, was auch zu einem niedrigeren Mitteleinsatz pro Jahr führen würde. Nach den Sparbeschlüssen der Bundesregierung vom Juni 2010, die zu einer Verschiebung des Baubeginns auf 2014 geführt hätten, habe man diesen nun wieder auf 2012/13 vorverlegt, allerdings noch nicht verbindlich. Man hat gemerkt, dass sonst erhebliche Mehrkosten entstehen würden, so in Dahlem, wo seit 1996 in die Museen wegen der Planung ihres Umzug in die Stadtmitte kaum noch investiert worden wäre, aber auch beim Bau des Humboldtforums selbst.  

Wegen des geplanten Baus der U5 ab 2013 unter dem Humboldtforum müssen schon 2012 vorgezogene Baumaßnahmen zur Bodenertüchtigung durchgeführt werden, da sonst die Kosten für die Fundamente des Humboldtforums um gut 30 Millionen Euro steigen würden. Die Schildvortriebsmaschine für den Tunnelbau würde ohne darüber liegende Fundamentplatte des Humboldtforums den Boden dort so auflockern, dass kostspielige Zusatzfundamente, z.B. ein Brückenbauwerk über dem U-Bahn-Tunnel nötig würden. Bundesminister Ramsauer gehe nun davon aus, spätestens 2013, also noch in dieser Legislaturperiode mit dem Schlossbau verbindlich und irreversibel offiziell zu beginnen. Die bisher bewilligten Mittel des Bundes und des Landes Berlin würden ausreichen, um die Planungen abzuschließen, das Baugenehmigungsverfahren und die Ausschreibungen durchzuführen und die erwähnten vorgezogenen Baumaßnahmen 2012 und 2013 zu finanzieren. Er würde also nur zu einer kaum merklichen Verzögerung kommen.  

Ein solcher vorgezogener Baubeginn könne zugleich auch die aus dem Tritt geratene Spendensammlung wieder verstetigen, da die Verunsicherung der Spender durch die radikalen Interpretationen des Moratoriums in den Medien als endgültiges Aus für den Schlosswiederaufbau nur so beseitigt werden könne. Die Spendensammlung zur Finanzierung der historischen Schlossfassaden sei ein zu wichtiges  Standbein für die Finanzierung des Gesamtkomplexes, als dass man sich dort eine lange Verunsicherung leisten könne.  

Manfred Rettig berichtet weiter, dass die Stiftung als Bauherrin die Einrichtung einer Schlossbauhütte schon in diesem Herbst plane. Dafür solle eine Halle der ehemaligen britischen Alexanderkaserne in Spandau als Steinmetz- und Steinbildhauerwerkstatt angemietet werden. Die historischen Originale, aber auch die bislang vom Förderverein hergestellten Prototypen und 1:1 Modelle der Fassaden, sollen dort konzentriert eingelagert werden, um das gesamte Anschauungsmaterial für die Schlossfassaden für deren Herstellung dort zu präsentieren. Diese Bauhütte sei auch für den Publikumsverkehr geöffnet, auch als zusätzliches Instrument für den Erfolg der Spendensammlung. In diesem Zusammenhang anerkannte  Manfred Rettig ausdrücklich die Vorleistungen des Fördervereins auf diesem Gebiet. Man werde nach den Bauplänen nun auch den Fassaden-Modellbau des Fördervereins noch in diesem Jahr übernehmen.   

Ende 2010/Anfang 2011 wird die Stiftung mit Ihren Büros in das Kronprinzenpalais, also in die unmittelbare Nähe des Bauvorhabens, ziehen. 

Am 30.06. findet in Berlin die konstituierende Sitzung des Kuratoriums der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum statt. Diesem Kuratorium gehören namhafte Vertreter des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft und Kultur an. 

Vor ca. 5 Wochen habe eine erste Forumsveranstaltung der Stiftung mit einem Podiumsgespräch stattgefunden, an der kompetente Vertreter aller 6 Parteien des Bundestags teilgenommen hätten. Alle bekannten sich bei dieser Veranstaltung einmütig und klar zum Bau des Humboldtforums, auch die Vertreter der Linken. Er habe deswegen nicht den leisesten Zweifel am Zustandekommen des Projekts. 

Die Zeit bis zur Eröffnung der Humboldtbox soll neben der Ausstellung des Fördervereins im Infocenter Berliner Schloss zusätzlich ab Mitte Juli mit einer kleinen Informationsschau der Stiftung im Kronprinzenpalais überbrückt werden.  

Auf einer Tagung im Frühjahr in der Villa Vigoni am Comer See bekannten sich führende Denkmalpfleger mit einem Thesenpapier zur Konzeption der möglichst originalgetreuen Rekonstruktion der Schlossfassaden. Soweit möglich, sollten auch historische, bei der Vernichtung des Schlosses geborgene Bauteile wieder in diese integriert werden. Dieses Papier soll nach dem Sommer publiziert werden. 

Herr Rettig betont, dass er mit dem Aufschub des Baubeginns auch die Chance sehe, im Detail über viele Dinge noch einmal gründlich nachzudenken, um sie zu optimieren. So könne man die Bauplanung gründlich auf alle Eventualitäten hin durchspielen und so optimieren, dass spätere Baupreissteigerungen durch nachträgliche Änderungen am Plan weitestgehend ausgeschlossen werden könnten.

Darüber hinaus sollte man schon jetzt gemeinsame Aktivitäten der Stiftung und des Vereins planen. Diese würde dem großen Projekt sehr nützen.  

Abschließend fordert Herr Rettig die Anwesenden auf, mit ihrem Engagement gerade jetzt nicht nachzulassen und viele neue Freunde und Spender zu gewinnen. 

(Lang anhaltender Applaus). 

Prof. Schröder dankt Herrn Rettig und betont, dass für den Förderverein die Zusammenarbeit mit der Stiftung äußerst hilfreich und wichtig sei. Man habe in ihr einen wirklichen, freundschaftlich verbundenen Partner gefunden. 

Anschließend berichtet der bisher vom Förderverein beauftragte Architekt Stuhlemmer über den Stand der Bauplanung. Er wurde im Mai in das Stella-Team als der für die Rekonstruktion der Schlossfassaden verantwortliche Architekt aufgenommen.

60 Architekten, Ingenieure, Statiker und Planer seien im Planerhaus an der Fischerinsel tätig und würden gemeinsam die spannende Aufgabe der Planungsarbeiten meistern. Er betont, dass Stellas Entwurf eine schlossgerechte und in sich geschlossene Konzeption darstelle.  

Prof. Schröder dankt Herrn Stuhlemmer für seine Ausführungen und eröffnet die Aussprache. Er bittet die Anwesenden um Wortmeldungen, Fragen und Beiträge. In diesem Zusammenhang kündigt er an, dass Herr von Boddien sein Diktiergerät einschalten werde um eine spätere Auswertung der Beiträge zu ermöglichen. Der Vorsitzende fordert die Diskussionsteilnehmer auf, vor dem Wortbeitrag anzukündigen, wenn eine solche Aufzeichnung des eigenen Beitrags nicht erwünscht sei. In diesem Falle würde das Diktiergerät selbstverständlich ausgeschaltet werden. 

Herr Böhme (Freundeskreis Köln-Bonn) dankt Herrn Rettig für seine Erläuterungen und betont, dass dieser dem Förderverein den Rücken gestärkt habe. Herr Böhme betont, dass „jetzt erst recht“ gehandelt werden müsse. Er möchte Herrn von Boddien dazu motivieren noch mehr Mitglieder zu gewinnen.  

Daraufhin betont Herr von Boddien, dass die Akquisition von Spendern wichtiger sei als die Zahl der Mitglieder zu steigern. Bisher hat der Förderverein über 12.000 Spender, also fast das zehnfache des Mitgliederbestands, die mehr als fünfzehnfach mit Ihren Spenden gegenüber den Mitgliedsbeiträgen zum Bau beitragen würden. Sie würden nach dem Baubeginn über ihre Freundes- und Bekanntenkreise die besten „Verkäufer“ des Wiederaufbaus des Schlosses sein, weil sie selbst sich über ihre Spende mit diesem identifiziert hätten. Über sie könne der Schneeballeffekt rasch verstärkt werden. Zuvor aber müsse kurzfristig deren Motivation durch eine baldige Bekanntgabe eines verbindlichen Baubeginns wieder hergestellt werden, zu groß sei die Enttäuschung nach den Sparbeschlüssen zu spüren.  

Ein anderer Redner dankt zunächst Herrn Rettig, dem Vorstand und der Geschäftsführung für deren weiterhin positive Grundeinstellung und  Optimismus. Er meint auch, dass die Sparbeschlüsse der Bundesregierung von falschen Fakten ausgingen, tatsächlich würde bei einem späteren Baubeginn nicht nur nichts gespart, sondern vieles teurer werden als jetzt geplant. Diese Erkenntnis müsse dringend öffentlich gemacht werden. Außerdem sehe er die vom Förderverein im Juni in Berlin durchgeführte repräsentative Meinungsumfrage eher kritisch, trotz ihres positiven Ergebnisses. Sie hätte nicht nur in Berlin sondern in ganz Deutschland stattfinden müssen. Schließlich bittet er, den Bundestag mit einer Resolution aufzufordern, die Grundsteinlegung schon für 2012 festzulegen. 

Herr Rettig stellt fest, dass die geplanten Baumaßnahmen bislang nach dem Baukostenindex von 2007 aufgestellt worden seien. Natürlich müssen inflationsbedingte Kostensteigerungen bei einer Fertigstellung erst 2018 in Kauf genommen werden. Z.Zt. liege man jedoch auch bei den Kosten noch voll im Plan, ohne Abstriche an der Qualität des Bauwerks machen zu müssen. Man dürfe vor allem jetzt keine Vergangenheitsbewältigung betreiben, sondern müsse nach vorn sehen. Er sei insgesamt sehr optimistisch und betont noch einmal, dass aufgrund des U5-Baus unbedingt vorgezogene Maßnahmen schon 2012 erfolgen müssen, selbst wenn diese aus psychologischen Gründen nicht gleich als Baubeginn bezeichnet würden. 

Herr von Boddien sagt zur Meinungsumfrage, dass, wie schon zweimal zuvor, bewusst nur die Berliner befragt worden seien, um so die Entwicklung der Meinungen vergleichbar zu machen. Vor allem sei aber auch die Vergleichbarkeit der Umfrage mit der der Berliner Zeitung von Ende Mai wichtig gewesen, nach der angeblich 80 % der Berliner den Schlossbau abgelehnt hätten. Diese hätte auch nur in Berlin stattgefunden. 

Auch im Bundesgebiet gebe es viel Zustimmung, nur sei das Projekt dort noch nicht so breit verankert, es gebe noch sehr viele Menschen, die nichts davon wüssten, auch weil es sie noch nicht interessiere. Dieses würde sich aber mit dem Baubeginn rasch ändern, weil damit die Aufmerksamkeit positiv gesteigert werden könne, so dass man dann auch ganz Deutschland einbeziehen könne, wenn dies später überhaupt noch nötig sei. Schließlich zeige der Erfolg des Baus der Frauenkirche in Dresden, wie deren Zauber auch ohne Meinungsumfragen alle Kritiker still und nachdenklich gemacht habe. Dasselbe werde mit Sicherheit auch in Berlin geschehen, wenn die Figur des Schlosses die Schönheit der alten Mitte wiederherstellen würde. Einen ersten Abglanz davon habe schon 1993/94 die Schloss-Simulation gegeben, ohne die ein Baubeschluss des Bundestags wohl nie hätte herbeigeführt werden können.  

Eine Dame äußert ihre Verwunderung über den Kommentar „Verständnis für die Kanzlerin“ von Herrn von Boddien, der am 12. Juni 2010 in der WELT veröffentlicht wurde. Sie habe dafür gar kein Verständnis, man hätte die Kanzlerin für die Verschiebung des Baus hart angreifen müssen. Für sie habe das Humboldtforum nichts mit der Befriedigung eines Luxus-Bedürfnisses zu tun, sondern es gehe um das wichtigste Kulturprojekt Deutschlands in diesem Jahrhundert, das vor allem der Bildung breiter Bevölkerungskreise über die Kulturen der Welt gewidmet sei. Sie betont, dass sie Herrn von Boddiens Ausführungen als zu beschwichtigend empfinde.

Herr von Boddien antwortet, dass er es noch nie erlebt habe, mit jemandem konstruktive Gespräche führen zu können, dem er vorher mit einem Tritt vor das Schienbein empfindlich weh getan habe. Um mit den Vertretern der Politik insgesamt gesprächsfähig zu bleiben, habe er Frau Merkel bewusst nicht angegriffen und bittet dafür um Verständnis. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den ebenfalls im Mitgliederrundschreiben und Berliner Extrablatt veröffentlichten Welt-Kommentar von Wolfgang Thierse, der sich sehr kritisch mit dem Sparbeschluss auseinandersetze. So sei die Ausgewogenheit der Meinungen doch hergestellt. Es gelte aber eben auch, mit allen Regeln guter Diplomatie und nicht marktschreierisch die Sache weiter zu verfolgen. Dass dies richtig sei, zeige der Erfolg der bisherigen Vereinsarbeit, die durch Geduld, Langmut und Beharrlichkeit in der Sache geprägt gewesen sei. 

Ein weiterer Redner äußert seinen Wunsch, dass in der Bauplanung des Schlosses auch die Errichtung von historischen Räumen berücksichtigt werden müsse und fragt Herrn Rettig, ob dies möglich sei. Außerdem schlägt er vor, dass Herr Rettig mit Fachleuten der Denkmalpflege, z.B. aus Warschau, zusammenarbeiten möge. 

Herr Rettig bestätigt, dass eine spätere Rekonstruktion wichtiger historischer Innenräume bei der jetzigen Planung bereits berücksichtigt werde. Auch werde die Planung von wichtigen Fachleuten der Denkmalpflege und der Kunstgeschichte begleitet. Der Deutsche Bundestag habe bisher jedoch nur den Schlüterhof und die drei Fassaden abgesegnet. Das Spendenaufkommen sei bislang auch noch nicht so hoch, dass schon jetzt die weiteren, möglichen Rekonstruktionen verabschiedet werden könnten. So sei die Herstellung historischer Raumsuiten eher eine Aufgabe nachfolgender Generationen.

Er betont aber, dass dieses Thema sehr ernst genommen würde bei der Stiftung, auch die noch vorhandenen historischen Keller sollten weitestgehend in das Gebäude integriert werden. Zusätzlich sei im Humboldtforum eine Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes, also zur Burg, zum Schloss und dem Palast der Republik vorgesehen.  

Ein Redner regt an, dass die bereits gesammelten 20 Millionen Euro Spendengelder in einen sofortigen Baubeginn investiert werden sollten. Dieser Baubeginn würde ein Signal setzen und die Spendenbereitschaft erhöhen. 

Herr von Boddien antwortet, dass der Förderverein seine verfügbaren Mittel weitestgehend ausgegeben habe für die Entwicklung der Baupläne des Schlosses und die 1:1 Modelle der verschiedenen Fassadenprototypen und -kunstwerke. Es seien keine Mittel für die Errichtung des Kernbauwerks über die Spendensammlung vorgesehen, dies sei wirklich nicht Aufgabe des Vereins. Ohne den Kernbau, also als reine Fassadenwände sei aber jeder Baubeginn unseriös, weil nicht nachhaltig. Angesichts der ersten Sitzung des Kuratoriums der Stiftung, dem auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann und andere Wirtschaftsführer angehören, hoffe er zudem auf neue Impulse für die Spendensammlung. 

Ein Teilnehmer sagt, dass er sich dafür schämen würde, wenn es der deutschen Bevölkerung nicht gelingen würde, die nötigen Spendengelder aufzubringen.

 

Manfred Rettig geht davon aus, in Zukunft vor allem auch Großspender zusätzlich gewinnen zu können. Er betont aber auch, dass ein großes, flächendeckendes, bürgerliches Engagement für die Spendensammlung von größter Bedeutung sei. 

Herr Paulenz wünscht eine Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, wie könne man die Zusammenarbeit mit Presse und TV verbessern? 

Dazu meint Herr Rettig, es sei wichtig, sich von den Negativberichten nicht zu sehr beeindrucken zu lassen, man dürfe nicht den roten Faden verlieren. Man dürfe Meinungen von einzelnen, möglicherweise grundsätzlich gegen das Projekt eingestellten Journalisten nicht zu hoch bewerten. Herr von Boddien ergänzt, dass man die Medien nicht beeinflussen könne, wir müssen weiter beharrlich an unserem Ziel arbeiten. Je mehr Menschen wir schließlich gewonnen haben, umso besser. Schließlich könnten auch die Medien nicht mehr schreiben, was sie wollten, wenn z.B. durch die erwarteten hohen Besucherzahlen der Humboldt-Box sich das öffentliche Bewusstsein zum Schloss und Humboldtforum geschärft habe. 

(starker Applaus) 

Bernd Busse fordert die anwesenden Mitglieder auf, gerade jetzt weiter zu spenden. Nur wenn der Spendenfluss weiter ansteige, könne der Druck auf die Politik erhöht werden. 

Herr Rettig sagt, dass sich viele Bundestagsabgeordnete leider nicht für das Schlossprojekt interessieren würden, da sie mit anderen Themen/Problemen zu tun hätten und diese abarbeiten müssten. Er erläutert, dass die Stiftung und Herr von Boddien schon sehr nahe an der Bundesregierung dran seien. Wir sollten Ruhe bewahren und Respekt vor der Entscheidung der Sparmaßnahmen haben, da der Bau des Humboldtforums und Schlosses schließlich der Unterstützung einer breiten Mehrheit bedürfe. 

Er  merkt an, dass am 1. September eine weitere Stiftungsratssitzung stattfinden würde. Er betont noch einmal das gute Vertrauensverhältnis zwischen Förderverein und Stiftung und dankt dafür. Er würde sich über Ideen und Anregungen aus dem Mitglieder- und Spenderkreis, die uns weiter brächten, immer freuen! 

Herr von Boddien erwähnt die hohe Fachkompetenz von Herrn Rettig, die uns bei unserer Arbeit nur nützen könne. Außerdem bemerkt er in diesem Zusammenhang, dass die Rekonstruktion der Dresdner Frauenkirche zunächst auch mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, auch sie wurde als „Disneyland“ verunglimpft, was nun zu gern vergessen werde, da sie nach ihrer Fertigstellung allgemein geachtet und akzeptiert sei.

Er fordert auf, nicht die Nerven zu verlieren, sondern hart am Ball zu bleiben: „Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter!“ 

(Applaus)  

TOP 8: Verschiedenes 

Herr Both aus Lübeck bittet darum, die Mitgliederversammlung in Zukunft auf einen Freitag zu legen.

Hierfür hat Herr von Boddien vollstes Verständnis, leider sei trotz einer ersten Anfrage schon im Herbst des vergangenen Jahres der Saal im Roten Rathaus im Juni nicht mehr verfügbar gewesen. Andererseits könne man die Mitgliederversammlung nicht vorverlegen, weil erst im Juni der Prüfungsbericht für den vorjährigen Jahresabschluss vorläge. Man werde sich aber schon jetzt um einen Freitagstermin im Juni 2011 bemühen. 

Der Vorsitzende dankt schließlich den anwesenden Mitgliedern und Spendern für ihre rege Beteiligung an der Versammlung. Er schließt diese um 22.15 Uhr. 

Berlin, den 28. Juni 2010 

gez. Prof. Dr. Dr. h.c. Richard Schröder (1. Vorsitzender und Sitzungsleiter) 

gez. Luise von Oldenburg (Protokollführerin), nach Beendigung Ihrer Tätigkeit am 30.6.2010 redigiert von Wilhelm von Boddien

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Protokoll der Jahresmitgliederversammlung

des Fördervereins Berliner Schloss e.V.

am 29. Juni 2009 um 19.30 Uhr

im Großen Festsaal des Roten Rathauses, Berlin 

Der Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Richard Schröder, eröffnet um 19:30 Uhr die Mitgliederversammlung, begrüßt die Mitglieder und Spender und dankt für ihr Kommen. Die Mitglieder haben am Eingang den schriftlichen Jahresbericht 2008, die Kurzfassung des Jahresabschlusses 2008 sowie den Finanzplan 2009 erhalten.  

Der Vorsitzende stellt fest, dass die Einladungen zur Versammlung form- und fristgerecht am 12. Juni 2009 versandt wurden. Die Satzung gibt vor, dass hierfür eine Frist von zwei Wochen einzuhalten ist, dies wäre der 15. Juni gewesen. Auf seine Frage, ob es hierzu einen Widerspruch gebe, meldet sich kein Mitglied. 

Der Vorsitzende stellt nun fest, dass die Mitgliederversammlung beschlussfähig ist. Nach der Satzungsänderung im letzten Jahr sei eine ordnungs- und fristgemäß geladene Mitgliederversammlung grundsätzlich beschlussfähig. 

Der Mitgliederstand ist relativ konstant. Hatte der Verein im letzten Jahr 1452 Mitglieder, sind es nun 1464. Davon sind 161 Mitglieder anwesend. 

Der Vorsitzende stellt fest, dass sich alle Mitglieder am Eingang registriert, ihre Stimmkarte abgeholt und auch die Unterlagen mitgenommen haben. Er weist darauf hin, dass gegen eine Schutzgebühr von € 10,- nach der Versammlung am Ausgang auch der testierte Abschluss 2008 in gebundener Form gekauft werden könne. Darüber hinaus steht er bereits in ungekürzter Form im Internet und kann dort kostenlos ausgedruckt werden.

 

Prof. Schröder eröffnet nunmehr die Tagesordnung und weist zunächst auf den neuen Tagesordnungspunkt der Genehmigung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung am 20. Juni 2008 hin. Dieses Protokoll steht seit langer Zeit im Internet und wurde allen Mitgliedern auch mit der Einladung zu dieser Versammlung zugeschickt. Auf Nachfrage von Prof. Schröder gibt es keine Anmerkungen zum Protokoll. 
Prof. Schröder lässt nun über die Genehmigung des Protokolls abstimmen. Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen wird das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung genehmigt.  

Prof. Schröder stellt fest, dass nach dem Versand der Einladungen nur ein weiterer Antrag zur Tagesordnung eingegangen ist. Herr Hirsch, ein Spender, schlägt vor, die Geschäftsstelle von Hamburg nach Berlin zu verlegen, dort könne sie für eine erfolgreiche Spendensammlung doch viel besser arbeiten.  

Grundsätzlich können Spender keine Anträge zur Tagesordnung stellen, da diese Frage aber auch häufiger von Mitgliedern geäußert wird, schlägt der Vorsitzende vor, den Antrag unter „Verschiedenes“ zu erörtern. 

Der Vorsitzende schlägt auch vor, dass die unter TOP 2 vorgesehene Genehmigung des geprüften Jahresabschlusses und des Haushalts erst nach der Aussprache erfolgen sollte, damit die Wortmeldungen bei der Abstimmung einbezogen werden können. Die Abstimmung soll also unter TOP 4 erfolgen. Dazu gibt es keinen Einspruch. 

Auf seine Frage hin werden keine weiteren Anträge zur Tagesordnung gestellt. 

Prof. Schröder ruft nun TOP 1 auf und erteilt dem Geschäftsführer Wilhelm von Boddien das Wort.

 

 

TOP 1: Bericht der Geschäftsleitung über die Arbeit des Jahres 2008

 

Herr v. Boddien berichtet über die Aktivitäten des Vereins im Jahr 2008 sowie über das erste Halbjahr 2009. Der Bericht liegt dem Protokoll in schriftlicher Form bei. (Bericht steht am Ende dieses Protokolls )

Der Vorsitzende dankt dem Geschäftsführer für den Bericht, eine Aussprache hierzu ist unter TOP 3 vorgesehen. 

Der Vorsitzende bittet nun den Architekten York Stuhlemmer über den Stand der Planungsarbeiten zum Schloss zu berichten. 

Herr Stuhlemmer zeigt sich zunächst zufrieden mit dem Entwurf des inzwischen als Chefarchitekt des Schlosses bestätigten Franco Stella. Die Verbindung von historischem Bau und Moderne sei in seinen Augen gelungen. In dem Stella-Entwurf gebe es mehrere Optionen, die so nicht im Bundestagsbeschluss vorgesehen seien und über diesen hinausgehen: 

v      Den Bau der historischen Kuppel;

v      Die Rekonstruktion der Fassaden im Eosanderhof;

v      Die Rekonstruktion der Portale II und IV innenseitig;

v      Die Rekonstruktion der Durchfahrten im Erdgeschoss;

v      Die Rekonstruktion des Gigantentreppenhauses im Schlüterhof. 

Derzeit werde geprüft, was in dem vorgegebenen Kostenrahmen möglich sei. Wichtig sei aber vor allem, dass bestimmte Bereiche nicht verbaut werden, damit ein späterer historischer Ausbau weiterhin möglich bleibe. Mit den überarbeiteten Stella-Entwürfen dürfte man in diesem Herbst rechnen. 

Der Geschäftsführer ergänzt: 

Mit Herrn Stella arbeitet Herr Stuhlemmer inzwischen konstruktiv zusammen. Dem Chefarchitekten des Projekts ist die Qualität und die Bedeutung der Arbeiten Stuhlemmers für die Realisierung des Schlossprojekts sehr bewusst. Man wird auch in Zukunft auf seine immensen Kenntnisse zurückgreifen und mit seiner Zuarbeit rechnen, darüber liefen z.Zt. erfolgversprechende Verhandlungen. Schließlich ist Herr Stuhlemmer mit seinem Team seit vier Jahren dabei, die verlorenen Baupläne zu rekonstruieren. Das bei ihm inzwischen vorhandene, ausgezeichnete Know-how wird in die Arbeit von Architekt Stella mit einbezogen werden.  

Anhand einer Bild-Präsentation verdeutlicht Herr Stuhlemmer den Stand der Arbeiten seines Büros. Zu 95% seien die Pläne der Fassaden des Außenbereichs fertig gestellt, im Schlüterhof ist man noch nicht ganz so weit. Verschiedene Farben in dem vorgestellten Schlossplan machen deutlich, wie viele Fassadenteile bereits in Sandstein fertig gestellt sind (überwiegend Gesellenstücke), wie viele Schmuckelemente in Sandstein oder als 1:1 Gipsmodell vorliegen und wie viele Originalteile es noch gebe. Von fast allen Schmuckelementen der Schlossfassaden gibt es inzwischen solche Modelle. 

Der Vorsitzende dankt Herrn Stuhlemmer für den Kurzbericht und leitet zu den Berichten der einzelnen, regionalen Förderkreise über. Er erteilt Frau Herms, Projektleiterin des Vereins, die unter anderem die regionalen Freundeskreise betreut, das Wort. 

Frau Herms berichtet, dass es neben dem Kreis der Berliner Bürger, der mit großem Engagement ehrenamtlich das Infocenter am Hausvogteiplatz betreut und der zusätzlich auf vielen verschiedenen Veranstaltungen in Berlin präsent ist, derzeit acht regionale Freundeskreise deutschlandweit gebe. Dies sind: Baden-Baden, Düsseldorf, Hamburg, Hameln, Hannover, Lüneburg, Köln-Bonn und München. 

Im Jahr 2008 wurde der Kreis Baden-Baden neu gegründet, in 2009 bisher Hamburg und Hameln. Weitere Kreise sollen gegründet werden. In Gründungsgesprächen ist man mit Bremen, Frankfurt, Münster und Osnabrück. 

Der Vorsitzende erklärt, dass in Anbetracht der groß gewordenen Anzahl der Kreise dieses Mal stellvertretend nur die drei Kreise berichten würden, die im vergangenen Jahr beispielhafte Aktionen und Projekte durchgeführt haben.  

München 

Frau von Spaun, Leiterin des Kreises, berichtet von einem erfolgreichen Jahr in München. Neben den Infoständen in der Fußgängerzone und anlässlich des Tags des offenen Denkmals, war der Kreis auf zwei Antiquitätenmessen präsent und hatte so Zugang zu einem „vorsortierten“ kunst- und kulturnahen Publikum. Die ECE-Wanderausstellung wurde in zwei Centern in München von den Münchner Ehrenamtlichen betreut und auch der Glühweinstand hat wieder einige Spenden für das Schloss eingebracht. Geplant sind für das laufende Jahr noch eine Ausstellung im Terminal 2 des Münchner Flughafens sowie eine Benefizveranstaltung in der Villa Stuck in München. 

Düsseldorf 

Herr Herter, Mitglied des Düsseldorfer Freundeskreises, berichtet von dem Benefiz-Chanson-Abend in dem bekannten Rheingoldsaal in den Rheinterrassen im April mit 220 Gästen, der das Ziel, auch jüngeres Publikum anzusprechen, absolut erfüllt hat. Der Abend war zum großen Teil von der Firma Stockheim gesponsert, die auch für das klassische Herbstkonzert wieder ihre Mitwirkung angesagt hat. Auch auf der Büchermeile waren die Düsseldorfer Ehrenamtlichen wieder aktiv, nun schon im dritten Jahr in Folge. Darüber hinaus gab es einen Besuch bei einem Düsseldorfer Steinbildhauer, der vor Ort in Düsseldorf ein Bukranion für das Berliner Schloss nach Fotos entwickelt hat. 

Köln-Bonn 

Für den Kreis Köln-Bonn berichtet Herr Böhme, Leiter des Kreises. Dem Kreis ist es gelungen, die Baronin Jeane von Oppenheim als Schirmherrin für den Köln-Bonner Kreis zu gewinnen. Gemeinsam mit der Schirmherrin wurde auch schon ein sehr erfolgreiches Benefiz-Essen durchgeführt, bei dem 20.000 Euro eingenommen wurden. Zu dem Essen kamen Franco Stella und Franz Friedrich Prinz von Preußen. Die ECE-Ausstellung wurde in Köln-Weiden von dem Kreis betreut sowie die Wanderausstellung auch im Rathaus gezeigt. Diese Ausstellung wurde vom Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma eröffnet, es kamen 250 Personen. Alle Veranstaltungen wurden u.a. von Früh Kölsch gesponsert. Des Weiteren gab es Vorträge aus dem Kreis zugunsten des Schlosses. 

Der Vorsitzende bittet Frau Herms, einen kurzen Überblick über die Aktivitäten in den anderen Kreisen zu geben. Frau Herms berichtet, dass der Baden-Badener Kreis die ECE-Ausstellung in Karlsruhe betreut hat und eine vom Hotel gesponserte Vortragsveranstaltung im Brenners Park Hotel organisiert hat. Die Hannoveraner waren im Sommer 2008 anlässlich der Hannover-Messe mit einem Infostand in der Innenstadt präsent, hatten eine Vortragsveranstaltung im Heimatmuseum in Nienburg und insbesondere ein Mitglied hat sich stark bei der Gründung des Hamelner Kreises eingebracht. Der Kreis Lüneburg hat gerade finanzielle Unterstützung von einer großen Versicherung erhalten, damit auf einem Handwerksfest im September ein Sandstein für das Berliner Schloss bearbeitet werden kann. In Hamburg und Hameln treffen sich die Kreise bisher regelmäßig und erarbeiten ihre Konzepte und Unterstützungsmaßnahmen. Frau Herms dankt allen Beteiligten ganz herzlich für ihr Engagement und weist darauf hin, dass auch weiterhin in allen Kreisen aktive Mitstreiter gern willkommen sind.  

Der Vorsitzende bittet nun Frau von Alvensleben über ihre Aktivitäten in den USA zu berichten. Frau von Alvensleben berichtet, dass der Verein seit Januar 2007 die Gemeinnützigkeit für steuerbegünstigte Spenden auch in Amerika hat und dass die amerikanischen Spenden durch die Friends of Dresden abgewickelt werden. Im Januar 2007 habe in der Residenz des deutschen Konsuls in New York ein kleines Abendessen für ausgewählte Personen stattgefunden, im September 2008 gab es einen großen Event auf Long Island in dem Privathaus von Richard Baron Cohen, gesponsert von demselben, dem Auktionshaus Christie´s und Maybach. Im Januar 2008 lud der deutsche Botschafter in seine Residenz in Washington DC zu einem Abendessen. Ehrengast und Redner war Henry Kissinger. Eine ähnliche Veranstaltung ist auch für diesen Herbst in New York geplant sowie ein Vortrag vor dem Deutschen Verein in New York. Frau von Alvensleben arbeitet zudem an der Gründung eines Freundeskreises in New York. 

Der Vorsitzende dankt allen Teilnehmern der regionalen Förderkreise und Frau von Alvensleben sehr herzlich für ihre Arbeit und ihr Engagement für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses. 

TOP 2: Bericht des Schatzmeisters über den Jahresabschluss 2008; Feststellung des Haushalts 2009

 

Der Vorsitzende erteilt dem Schatzmeister, Herrn Dr. von Grawert-May, das Wort und bittet den Geschäftsführer, Details der Jahresabschlüsse zu erläutern. 

Der Schatzmeister berichtet, dass der Verein über geordnete Finanzen verfüge und dass der Jahresabschluss 2008 den uneingeschränkten Prüfungsvermerk der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grieger Mallison CTG AG, Berlin erhalten habe.  

Ebenso seien in diesem Jahr nach erneuter Prüfung die Nutzungsrechte für das DZI Spenden-Siegel, des Vertrauenssiegels für gemeinnützige Vereine und Institutionen, verlängert worden. 

Im Jahr 2008 sind etwa 2 Mio. Euro an Spenden eingegangen, 163.000 Euro an Beiträgen, 75.000 Euro an testamentarischen Verfügungen und 13.000 Euro an Bußgeldern. Die Ausgaben lagen bei rund 1,3 Mio. Euro.  

Herr v. Boddien erläutert dann den Haushaltsplan 2009. Der Haushalt 2009 sei schwer kalkulierbar, insbesondere weil die Finanzkrise und ihre Auswirkungen schwer einzuschätzen seien. Dennoch sieht Herr v. Boddien die Entwicklungen weiterhin positiv. Der Haushalt sei reell geplant und auch finanzierbar. Dabei informiert Herr v. Boddien über die nächste größere Aktion: Der Schmuckelementekatalog soll neu aufgelegt werden und im Herbst an alle Mitglieder, Spender und sonstige Adressen versendet werden. An insgesamt 30.000 Adressen werde die Sendung gehen. Dies sei natürlich auch ein Kostenpunkt, der aber absolut notwendig sei.  

Der Vorsitzende dankt für den Bericht und ruft den Tagesordnungspunkt 3 auf. 

TOP 3: Aussprache

 

Prof. Schröder eröffnet die Aussprache zu TOP 1 und TOP 2 und bittet um Wortmeldungen. 

Es werden eine Reihe von Fragen zur Arbeit des Vereins, zu seinen Verwaltungskosten und Kosten der Mitgliederbetreuung, den vertraglich zugesicherten Spenden, dem Verhältnis des Vereins zu der neuen Schloss-Stiftung und zur Politik sowie Details der Finanzen gestellt und beantwortet. Der Geschäftsführer teilt außerdem auf die Frage nach der Zusammensetzung des Kuratoriums der Stiftung mit, dass er die Bundesregierung gebeten habe, als Zeichen der Verbundenheit zwischen der Schloss-Stiftung und dem Förderverein dessen hochangesehenen Vorsitzenden, Prof. Dr. Richard Schröder, in das Kuratorium der Stiftung aufzunehmen. Darüber wie auch über die Besetzung insgesamt sei aber noch nicht entschieden worden. 

Ein Mitglied dankt dem Geschäftsführer und dem Vorsitzenden für ihre hervorragende Arbeit in dem turbulenten Jahr 2008. Dies wird durch lang anhaltenden Applaus von der Versammlung bestätigt. 

Auf Befragen, warum der Jahresabschluss erst jetzt vorliege, wird erklärt, dass dies mit der gründlichen Prüfung des Wirtschaftsprüfers zusammenhänge und dessen Arbeitshäufung auch durch andere Klienten im ersten Halbjahr. Der eigentliche Jahresabschluss des Buchhaltungsbetriebes sei schon Ende Februar fertig gewesen. Wegen der Prüfungsdauer sei eine frühere Veröffentlichung kaum möglich. Andererseits schreibe das DZI vor, das die Mitgliederversammlung spätestens am Ende des ersten Halbjahres stattfinden müsse. Der Abschluss sei seit etwa einer Woche im Internet abrufbar gewesen – und so soll es auch zukünftig sein – so dass interessierte Mitglieder schon Zeit gehabt hätten, diesen sich in allen Details anzusehen.

Das Mitglied Friedhelm Schmitt, Köln, bittet ausdrücklich um Aufnahme seiner Fragen ins Protokoll, was hiermit geschieht.  

Herr Schmitt fragt, in welcher Höhe genau verbindliche Spendenzusagen vorliegen und unter welche Bedingungen die Auszahlungen dieser Spenden fallen. Sind schon Teilzahlungen geleistet worden?
Der Geschäftsführer erklärt, dass rund 8 Mio. Euro Spenden verbindlich zugesagt seien. Da diese Zusagen kein Bilanzposten darstellten, seien sie auch nicht in der Bilanz aufgeführt. Sie bestünden z.B. aus vereinbarten Ratenzahlungen für eine höhere Spende, sind an den tatsächlichen Baubeginn oder auch an bestimmte Baufortschritte gekoppelt. Nähere Auskünfte zu einzelnen möglichen Spendern würden aus datenschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. Die Spender erwarteten absolute Diskretion. Diese müsse eingehalten werden, wolle man die Spendensammlung insgesamt nicht gefährden.
Selbstverständlich könnten diese Zusagen nicht eingeklagt werden, wenn ein Spender aus persönlichen Gründen seine Zusage zurückziehe. Der Wirtschaftsprüfer habe die Liste dieser Zusagen jedoch geprüft und halte den größten Teil für realistisch, auch angesichts der bereit geleisteten Teilzahlungen.

Auf Nachfragen von Herrn Schmitt, ob diese Zusagen schriftlicher oder mündlicher Natur seien, gibt Herr v. Boddien die Auskunft, dass diese Zusagen in der Regel schriftlich gegeben worden seien und häufig auch anwaltlich oder notariell bestätigt. Mündlich gegebene Zusagen, z.B. von nicht persönlich gut bekannten künftigen Spendern, würden nicht registriert. Es folgt ein starker Applaus aus der Versammlung.

 

Herr Schmitt will wissen, in welcher Höhe Vereinsmitglieder Honorare enthalten.  

Herrn v. Boddien ist kein Mitglied des Fördervereins bekannt, das ein Honorar für irgendwelche Leistungen erhält. Allerdings prüfe man auch nicht, ob ein Anbieter Mitglied oder Spender sei. Entscheidend sei der Preisvergleich mit in der Regel mehreren Anbietern. Von keinem Anbieter sei ihm auch ein Antrag auf Aufnahme in den Förderverein bekannt. Herr Stuhlemmer sen. habe viele Monate vor dem Abschluss des Architektenvertrages sein Vorstandsamt niedergelegt, damit er oder der Verein nicht in eine Konfliktsituation geraten. Grundsätzlich arbeiten alle Vorstandsmitglieder strikt ehrenamtlich.
Lediglich geringfügige Aufwandsentschädigungen können erstattet werden, wenn sie zuvor beantragt und begründet wurden. Die Vorstandsmitglieder aus München, Köln, Düsseldorf und Hannover reisen auf eigene Kosten zu sämtlichen Sitzungen nach Berlin und erhalten auch keinerlei Verpflegungskosten. Die Versammlung applaudiert. 

Prof. Schröder ruft nun TOP 4 auf. 

TOP 4: Abstimmung

 

Der Vorsitzende bittet die Mitgliederversammlung, den Jahresabschluss 2008 und den Haushaltsplan 2009 zu genehmigen. Die Abstimmung erfolgt en bloc, offen, mit Handzeichen, durch Zeigen der Stimmkarte.

Der Jahresabschluss 2008 und der Haushaltsplan 2009 werden ohne Gegenstimmen, bei zwei Enthaltungen genehmigt. 

TOP 5: Entlastung des Vorstandes  

Auf Antrag eines Mitglieds, das dem Vorstand und der Geschäftsführung für die geleistete Arbeit dankt, wird anschließend der Vorstand ohne Gegenstimmen, bei einer Enthaltung entlastet. 

TOP 6: Satzungsänderungen 

Der Vorsitzende stellt fest, dass der Antrag des Mitglieds Friedhelm Schmitt, Köln, für eine Satzungsänderung den Mitgliedern mit der Einladung schriftlich zugegangen ist. Der Vorstand habe sich mit dem Antrag auseinander gesetzt, dazu werde nun der Geschäftsführer berichten.  

Herr v. Boddien erläutert, dass der Antrag von Herrn Schmitt unnötig sei und die Handlungsfähigkeit des Vereins, insbesondere bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der Schloss-Stiftung einschränke. Bislang sehe die Satzung vor, dass auch Sachleistungen wie Baupläne und Prot