wünsche für 2005

Wünsche für 2005 Gesundheit und was dazugehört!

Herr Webmaster: Diskussion beendet, Forum geöffnet(?)

a ja!

 

  • Webmaster

    Na klar, es gibt noch viel zu diskutieren, ich würde mich nur sehr viel mehr freuen, wenn wir einmal zur Sache des Humboldtforums nach vorne gerichtet diskutieren könnten, der Palast ist wirklich vorbei. Selbst wenn er wieder genutzt würde, wäre er ein optisch völlig anderes Gebäude im Inneren, ohne Erinnerung an den alten PdR Erich Honeckers. Warum dann noch so Kraft an dieses Gebäude verschwenden? Besser wäre es doch, an der inhaltlich besten Lösung für Schloss und Museumsinsel weiter zu arbeiten, nachdem der Rahmen hierfür auch durch den Bundestag festgelegt wurde!

  • obstbaum

    Ja klar, es gibt noch viel zu diskutieren, der Palast ist nicht wirklich vorbei. Ja, es wäre ein optisch völlig anderes Gebäude im Inneren, mit Erinnerung an den alten PdR der Bürger des östlichen Anteils dieses Landes. Deshalb ist Kraft an dieses Gebäude zu verwenden. Es ist daran zu denken wie der von Ihnen genannte Rahmen durch den Bundestag festgelegt wurde. Da wurden Kompetenzen überschritten und demokratische Prozesse intern geschickt, aber nicht geschickt genug, umgangen. Das wird ein einträgliches Thema für manche Zeitung. Diese wurden darüber informiert. Auch der Joker wartet in gewissen Ärmeln. Der Palast ist noch lange nicht vorbei, noch lange nicht. Stahl und Beton sind gut, sehr gut.

  • S.Hartmann

    O.K. dann wnden wir uns dem "Neuen" zu. Doch leider kann ich keine konstruktive Kritik hierzu üben, weil ja noch kein Konzept existiert(nur vage Vorstellungen)- oder nennen sie mir Dokumente in denen ich lesen kann was kommen soll. Vielleicht arbeiten sie ja an der Auslobung des Architekturwettbewerbs mit und können ein paar Details verraten.

    Wahrscheinlich ist dies auch ihr Problem das Schloss besser zu verkaufen: Es fehlt die klare Idee.
    In der Presse liest man vom Schlossaufbau- aber was das bedeutet und welchen Nutzen genau, das fehlt und auch ihre Beschreibungen sind nur ein Grundgedanke. Hauptsache die Fassade ist da.

    Und noch mal die Frage: wieviel haben sie denn schon gesammelt?

  • S.Hartmann

    hab ihre Antwort übersehen. Danke.

  • Webmaster

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie etwas konkreter würden: wo hat der Deutsche Bundestag, immerhin unser höchster Souverän, seine Kompetenzen überschritten? Kann er das überhaupt? Wer hat denn noch weiterreichende Kompetenzen? Wenn ich das Grundgesetz richtig interpretiere, haben dies weder die Regierung noch sonst irgendjemand! Das Bundesverfassungsgericht als Wächter über die Einhaltung des Grundgesetzes wurde bislang in Sachen Palast auch noch nicht angerufen. Dafür gibt es ja auch keinen Grund!

  • Webmaster

    Bitte lesen Sie dann doch erstmal den umfangreichen Text zum Nutzungskonzept, oder besser, drucken Sie sich diesen an, dann liest es sich leichter. Ist doch alles in ziemlicher Breite hier enthalten! Natürlich fehlen Detailangaben wie Quadratmeter und Raumaufteilungen, da diese erst über den Wettbwerb ermittelt werden sollen.

    Ebenso finden Sie hier auf der Site alles über das Finanzierzungskonzept auf dem aktuellen Stand.

    Einfach anklicken: "Humboldt-Forum-das Neue Schloss", dann weiter im Untermenü "Nutzungskonzept" oder "Finanzierung". Danach sollten wir weiter diskutieren und gern beantworte ich dann auch noch offene Fragen!

  • obstbaum

    wir werden sehen

  • Webmaster

    Wer mit solchen theatralischen Kalibern schießt, muss schon mehr liefern als "wir werden sehen". Schon mancher ist als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet! Kriegen wir noch eine klare Antwort auf unsere klaren Fragen?

  • O.Heisterkamp

    Ich finde es immer wieder erstaunlich,
    wie realitätsfern die Palastfreunde
    doch sind. In 190 Tagen kommen
    die Bagger und das Sprengkommando.
    Das ist so sicher, wie das Amen in der
    Kirche.
    Das es da immer noch ein Glaube an den
    Palast gibt, ist schon irgendwie
    eigenartig. Aber es liegt wohl in der
    Natur des Menschen, an die verrücktesten
    Dinge ganz fest zu glauben.
    Bald können sich alle wieder mit etwas
    sinnvollerem beschäftigen. Dann, wenn
    der Kasten endlich weg ist.

  • S.Hartmann

    Woher wissen sie das er in 190 Tagen abgerissen wird. Gibt es denn schon ein Abrissunternehmen und eine Idee wie das technisch gelöst wird? sprengung sicherlich nicht

    Bitte um Antwort.

  • Webmaster

    Z.Z. wird erneut das Ingenieurbüro ermittelt, das die Planung für den Abriss übernimmt. Im ersten Anlauf der Ausschreibung gab es ja die bekannten Probleme, (s. Pressespiegel) Dieses Büro ermittelt dann bis zum Sommer das Abbruchunternehmen, das am günstigsten, schnellsten und solidesten den Palast zerlegt. Beginn ca. September 2005. Sprengung ist nicht, da Stahlskelettkonstruktion. Bei großen Trägern, die verschraubt wurden, werden die Bolzen weggeflext, so dass man die Träger einfach ausbauen kann. Evtl. nimmt man aber auch gleich den Schweissbrenner, da alle Stahlteile für den Hochofen in ca 1,80 m lange Stücke portioniert werden müssen. Die Betondecken bestehen aus Fertigplatten, die mit einem Kran abgehoben werden können. Die Mauern, soweit überhaupt noch vorhanden, werden konventionell abgebrochen, die Betonkerne für die Fahrstühle nach dem Abbruch des Übrigen ggf. gesprengt oder mit der Hydrozange zerbissen. So wird es gehen, haben mir Abbruchfachleute gesagt.

    Damit die Wanne fest im Boden bleibt, wird sie beim Abbruch nach und nach mit Sand über Spülrohre ballastiert. Schließlich liegen statt ca. 40.000 Tonnen Palast 40.000 Tonnen Sand auf der Kellersohle, bei deren riesiger Fläche ist die Sandschicht gerade mal 1,70 dick. Nach dem Rohbau des Schlosses wird der Sand wieder aus der Wanne herausgespült. Das wär’s!

  • C. Höfer

    Ihr Hass auf jene, die lieber den Palast sehen statt dem Schloss ist erschreckend. Woher kommt Ihr Hass? Wenn ich von Ihnen lese, dass sich die Menschen bald mit etwas Sinnvollerem beschäftigen können, möchte Ihnen das am ersten empfehlen.

  • Schlossfan

    Da der Palast scheinbar im Baukastenprinzip abgetragen werden kann, schlage ich vor ihn zu zerlegen und als Bausatz nach Kuba oder Nordkorea zu spenden, damit die Palastanhänger ihn dann dort in gewohnter (politischer) Umgebung besuchen und nutzen können.
    Man könnte von dort eine Art „Sozialistischer Big Brother“ life übertragen und ab und zu Promis mit Pionierhalstuch auftreten lassen, die dann fröhliche Arbeiterlieder singen und sich an die „so lustige DDR“ erinnern.
    Jetzt im Ernst, ich bin es leid zu lesen, dass der grösste Teil der Bürger des östlichen Deutschlands sich gern an den Palast erinnert und ihn erhalten möchte, entsprechend lautende Umfragen in einigen (ostdeutschen) Tageszeitungen, wo viele Redakteure noch aus DDR-Zeiten arbeiten, (was das bedeutet brauche ich wohl nicht näher erläutern) wage ich persönlich in Frage zu stellen. Dem ist, zumindest in meinem grossen Bekanntenkreis, nicht so. Der Bau des Pdr bedeutete für grosse Teile des Volkes einen Versorgungengpass. Materialknappheit und gravierende Versorgungslücken waren die Folge. Dass sich ein Grossteil der Bevölkerung der ehem. DDR nicht gern daran erinnert ist verständlich, auch haben diverse politische Pflichtveranstaltungen nicht gerade zum Ansehen des Pdr beigetragen.
    Die Behauptung, dass demokratische Kompetenzen überschritten wurden, halte ich für eine schwere und nicht haltbare Anschuldigung. Wenn etwas demokratisch entschieden wurde, sollte es auch akzeptiert werden, aber das war, meiner Meinung nach, leider noch nie die Stärke der sozialistischen Demagogen, siehe Honnecker, der bis zu seinem Tod das Scheitern der DDR auf die Unreife & Dummheit des Volkes schob.

  • S.Hartmann

    Ich bin kein Anhänger der DDR(wie auch, hab sie kaum erlebt), doch habe ich etwas dagegen Geschichte einfach so vom Tisch zu wischen(ist schliesslich schon beim Schloss passiert). Wir haben ja auch nicht alle NS-Bauten zerstört. Ein politisch und ideologisch aufgeladener Ort darf nicht einfach so verschwinden.

    Macht nicht den gleichen Fehler wie Ulbricht!!

  • GrauerWolf

    Lieber S. Hartmann,
    der PDR verschwindet nicht, weil jemand "Geschichte" ausradieren will, sondern weil Ulbricht ihn leider auf den Schloßplatz gestellt hat.

  • Ben

    Genau! Stünde er unter seines gleichen in Marzahn o.ä. würde er keinen stören – außer vielleicht die Anwohner…

  • S.Hartmann

    Nun steht er aber da und man muss sich mit ihm ausseinandersetzen. Und bei ihnen habe ich nur das Gefühl er wäre ein Hinderniss und keine Chance.

    Da die Fassade ja kommen wird, hoffe ich auf mutige Architekten die einen selbstbewussten Entwurf abgeben, der sich nicht hinter der Fassade verstecken will und mit einem Tollen Innenkonzept aufwartet. Würde der Palast mit in die Auslobung genommen könnten wir Schloss und Palast dann sogar friedlich vereinen(Ihre Fassaden kriegen sie trotzdem).

    Leider befinden wir uns in Zeiten wo die Sehnsucht nach "dem guten Alten" wächst. Doch sehe ich im vergleich zu anderen Epochen(z.B.:Klassizissmus) nicht die zukunftsorientierte Seite des Alten.

    Warum bauen wir nicht auch die Gedächtnisskirche wieder auf.oder das alte Hansaviertel?

  • Ben

    "Warum bauen wir nicht auch die Gedächtnisskirche wieder auf.oder das alte Hansaviertel?"

    Gute Frage…Ich würde sonst was dafür geben, wenn die Eiermann-Bauten bzw. die Sozialbauten im Wald verschwinen würden udn dafür das alte wiederkäme bzw. beim Hansaviertel einfach etw. mit einer urbaneren Ausstrahlung gebaut werde…

  • Andreas

    Gute Idee…

    Und das Marienviertel nicht vergessen!

    http://www.aphforum.de/forum/viewtopic.php?t=176

  • S.Hartmann

    Genau auf diese Antwort habe ich gewartet. Zu so viel Konservativismus fällt mir leider nichts mehr ein.

    Ausser: Kennen sie die Orte wie sie vorher waren? Oder waren sie schon mal in der Gedächtniskirche?(für mich als Nicht-Gläubigen ist dies eine der wenigen Kirchen die eine "göttliche Stimmung" erzeugen)

    Stadt heißt stetige Veränderung(nicht Konsevierung und Restauration)

  • Andreas

    "Stadt heißt stetige Veränderung(nicht Konsevierung und Restauration)"

    Sie sollten aber bedenken, dass die deutschen Städte extrem unter Krieg und der Nachkriegsstadtplanung gelitten haben! Dies gilt zumindest teilweise rückgängig zu machen.

    Dabei muss man natürlich nicht alles rekonstruieren…, aber dennoch bin ich mir sicher, dass die Vorkriegsstädte wesentlich wohnlicher und urbaner waren als heute…
    Das hat mit "Konservatismus" aber nichts zu tun!

  • S.Hartmann

    Das Berlin vorher urbaner war: stimmt, aber wohnlicher? Repräsentativere Fassaden und Grünanlagen. ich habe eine Zeit im Berliner Hinterhof gewohnt und das war nicht gerade wohnlich(kein Licht, kalte Räume). Und zu vorkriegszeiten waren die Situationen viel schlimmer(nur das Vorderhaus war prachtvoll), es gab schließlich Gründe warum man auf die Idee der Stadtlandschaft gekommen ist.(das man dies heut wieder rückgängig machen will – Planwerk Innenstadt- ist unter heutigen Voraussetzungen auch nachvollziehbar. aber mit neuer Architektur)

    Wir haben heut veränderte soziale, wirtschaftliche Bedingungen die diese Art von Architektur gar nicht zulässt.

  • GrauerWolf

    Lieber Herr Hartmann,
    Städte wie Florenz, Siena, Goslar, Dinkelsbühl, aber auch Prag, Marienbad und viele andere haben sich seit Hundert Jahren und mehr kaum noch verändert und sowohl die Einwohner, als auch die Millionen von Besuchern sind sehr glücklich darüber.
    Behutsame Veränderung gerne, aber nur um ihrer selbst willen, ohne Gefühl für Form, Harmonie und Liebe zum Genius Loci wird leider Teufelswerk daraus.
    Ich meine es ganz sachlich, der PDR ist leider das beste Beispiel; er wurde seinerzeit nur noch von der Mauer unselig übertroffen und die ist auch fort…

  • Ben

    Was hat das mit Konservativismus zu tun? Ich sehe nun Mal die Bilder von damals und die von heute, und komme eigentlich immer zur Erkenntnis, dass die Plätze und Straßen damals einfach urbaner wirkten, als sie es i.d.R. heute tun, was nun Mal auch an der Bebauung liegt. Und eine Kirche mit mehreren Türmchen, Spitzbögen, Portalen u.ä. wirkt nun Mal auf mich einfach ansprechender, als diese kubistisch-einheitl. Gebilde, wie sie jetzt da stehen. Ich kenne die GK zwar nicht im Originalzustand, aber ich habe auch schon andere Kirchen gesehen, also….

    Und wenn ich von der Wiederherstellung von Stadtvierteln rede, heißt das ja nicht, dass ich mir damit kalte kleine Mietskasernen u.ä. arunter vorstelle, oder!? Und selbst diese sind heute teilw. umgebaut, mit neuen Fenstern, zusammengelegten Wohneinheiten o.ä., sodass die Wohnungen im Hinterhaus ebenso geräumig sein können, wie jene im Vorderhaus.

  • aqs

    "Stadt heißt stetige Veränderung(nicht Konsevierung und Restauration)"

    man sollte eigentlich annehmen, dass jeder die willkührlichkeit solcher argumentation auffällt.

    mit anderen worten: jawoll, wir verändern die stadt, denn wir bauen den palast ab, das schloss wieder auf und versetzen den neptunbrunnen wieder zurück.

    stellen sie sich vor, brunnen und palast blieben – was für eine erbärmliche stagnation, eine tote stadt.

    seien sie also nicht so konservativ, beharren sie nicht auf dem alten palast, denken sie fortschrittlich, helfen sie mit, das schloss wiederaufzubauen.

  • GrauerWolf

    Genau, es fehlt an Urbanität.
    Fahren Sie mal nach Wien und denken Sie sich die Hofburg weg, an ihrer Stelle ein modernes Kongreßzentrum wie am Funkturm.
    Verstehen Sie was ich meine, der Ort wäre tot.
    Oder auf dem Platz, wo sich so kongenial das Kunst- und das Naturhistorische Museum gegenüberliegen, stellen Sie sich stattdessen zur Linken einen Glaskasten (Finanzamt?) und zur rechten einen ebensolchen (KFZ-Ummeldestelle).
    Reizend, nicht wahr?

  • S.Hartmann

    Das es an Urbanität fehlt ist ja richtig, finde ich auch schade. Die Sache mit der Urbanität und dem Hang der Stadtbevölkrerung in den Suburbanen Raum zu ziehen haben wir in den USA ja noch stärker und in dem Zusammenhang ist es auch verständlich Berlins Mitte attraktiv zu gestalten. Beispiele in Berlin sind der Potsdamer Platz(man mag ihn hassen)und die Neugestaltung des Alex, doch legitimiert dies nicht eine Schlossrekonstruktion(da ein Neubau auch urban sein kann).

    Wahrscheinlich kommen viele Besucher zum Neuen "alten" Schloss, doch würden sie auch zu einem Modernen Bau kommen.
    Bauwerke wie das Guggenheim in NY oder in Bilbao beweisen das heutige Architektur in der Lage ist großartiges zu leisten. Mit dem Schloss geht man nur auf Nummer sicher. Man traut sich nichts Neues.
    Aber vieleicht ist Berlin als Disneyland für Touries am erfolgreichsten.

    Ich bin sehr auf den Wettbewerb gespannt, damit wir endlich mal ein Neues thema zum reden haben.

  • obstbaum

    der tiger ist jedoch eher die schlosslobby. sie hat geld und damit kraft. sie wirbt offensiv, sie ist der tiger

    der spruch von meiner person "wir werden sehen" soll nicht mehr bedeuten als das was er aussagt. schließlich steht da nicht "wir werden schon noch sehen" oder sowas wie "ihr werdet schon sehnen"

    ein webforum ist nicht ganz leicht. aus annahmen sollten keine formulierungen gewagt sein.

  • GrauerWolf

    Hartmann, nun bleiben Sie doch mal sachlich, die anderen tun es doch auch.
    Diesen Disneyland – Zinnober kann niemand mehr hören und es ist eine Verunglimpfung:
    die Welt besteht aus vielen wiederaufgebauten Städten und Gebäuden, davon können Sie sich allein schon auf dieser Webseite überzeugen.
    Wenn Sie sich an einem Gehry – Gebäude erfreuen wollen, brauchen Sie doch nur die zwei Km zum Pariser Platz zu wandern. Ihre "Argumente" sind wirklich ganz schön fadenscheinig, der Pariser Platz ist durch Gehry und Co. schon verhunzt, jetzt wollen Sie nicht einmal mehr, daß ‚Berlin sein architektonisches Herz wiederbekommt?

  • Webmaster

    Lieber Herr Obstbaum, das hat doch nichts mit "web und so" zu tun:

    Ich habe Sie ganz konkret gefragt, wo für Sie der Mißbrauch des Bundetages bei der Schlossentscheidung liegt. Wenn man solche schweren Vorwürfe formuliert, weiß man doch auch die Fakten. Und um die habe ich Sie gebeten.

    Also bitte: Raus aus dem Nebel, spielen Sie den angekündigten Joker und legen Sie Fakten auf den Tisch! Vielleicht kommen wir dann ja miteinander weiter!

  • obstbaum

    ok. wenn sie wischi-waschi meinen so möchte ich Ihnen Ihre meinung natürlich lassen.

    meine person spielt nicht diesen joker, das werden andere tun. und ich kann, natürlich nicht dafür sorgen die karten für sie sichtbar zu machen. nehmen sie die info einfach hin. warten sie es doch ab.
    der palast wird bleiben und die bürger werden darin über das land und seine möglichkeiten reden, ideen sammeln und publik machen. diese einmalige chance wird sich das land nicht entgehen lassen. das land ist zwar angeschlagen, aber nicht blöde

  • S.Hartmann

    Tut mir leid, aber ich meinte das gar nicht mal negativ.

    Disneyland zeichnet aus: Fassade und dahinter verbirgt sich etwas ganz anderes. Beim Schloss wäre es doch auch so, im inneren ist dann kein Schloss mehr.

    Dieses Konzept funktioniert doch gut.
    Vielleicht sind sie auch kein Freund der Fassade sondern Beführworter des Totalaufbaus(gegen den hab ich ja nichts).

  • Webmaster

    Nun fangen Sie auch noch mit Disneyland an! Nein, Disneyland ist vor allem die interpretierende Veränderung des Äußeren, etwa auf der Schiene: Burg Rheinfels >> Schloss Neuschwanstein >> Burg im Disneyland. Nach dieser Interpretation hat Berlin schon lange ein historisches, viel bewundertes "Disneyland", was aber keiner so sieht:

    Das Brandenburger Tor. Es sollte eine Interpretation der Propyläen von Athen auf der Akropolis sein, ein Tor zur Burg, in Berlin also zum Schloss. Im Zeitalter des Klassizismus beauftragte Friedrich Wilhelm II. Langhans mit einer Nachbildung dieses antiken Gebäudes als Brandenburger Tor. Es entspricht deswegen in den Proportionen den Propyläen, ist aber viel größer, statt des originalen Satteldachs der Propyläen hat es nur zwei dachförmig verlaufende Schrägtraversen unter der Quadriga, die das fehlende Dach andeuten. Um die Quadriga sinnvoll aufzustellen, hat man auf die historische Dachform verzichtet. Da die Propyläen aus weißem Marmor sind, Preußen aber zu arm für dieses Material, wählte man damals den Sandstein- und malte ihn weiß an. So sah das Tor über 80 Jahre aus!

    Im Inneren werden Gebäude immer wieder verändert, besonders die Schlösser. Im Berliner Schloss baute sich jeder König seine Wohnung nach seinem Geschmack ein, so wie er es schön fand – unter Vernichtung von wertvollen Räumen seiner Vorgänger. Dennoch kam niemand auf die Idee, dieses schlimm zu finden. Früher war man da eben unkomplizierter – und baute sich das,was gerade als schön empfunden wurde.

    Auch das Berliner Schloss ist eine Interpretation, der des römischen Barock eines Michelangelo und eines Palladio. Der Palazzo Madama, heute Sitz des Senats des italienischen Parlaments, entspricht in seinen Fensterachsen weitestgehend denen des Berliner Schlosses, für das dieses Palais Vorbild war. In dieser Tradition rekonstruieren wir das Berliner Schloss, in einer archäologisch exakten, dem Vorbild genau entsprechenden Weise. Gerade solch eine Rekonstruktion ist eben kein Disneyland, da sie nicht interpretiert, sondern rekonstruiert. Wir halten uns streng an das Vorbild.

    Merke: "Disneyland" im Zusammenhang mit dem Berliner Schloss ist deswegen nicht mehr als ein jede Diskussion abwürgendes Totschlagsargument derjenigen Architekten und Zeitungsredakteure, denen nicht besseres mehr einfällt, um die emotional begründete Sehnsucht nach der Schönheit historischer Bauten abzuwürgen.

    Es ist eigentlich doch seltsam, dass dennoch bei der Frage der Rekonstruktion oder Neuinterpretation wichtiger, zerstörter Bauten überall in der Welt die Rekonstruktionsidee gewinnt: Bei der Oper in Venedig ebenso wie bei der Frauenkirche in Dresden und unzähligen anderen Bauwerken, von denen wir eine Auswahl hier auf der Homepage zeigen. Sie alle eint Eines: Es sind Gebäude von ausnahmslos epochal herausragend guter Architektur. Sie stifteten Identität für die Stadt oder gar das Land und lebten trotz der Zerstörung so verankert im Gedächtnis der Menschen weiter, dass diese deutliche Mehrheiten für den Wiederaufbau fanden. Wie wir für das Berliner Schloss!

  • S.Hartmann

    Moderne Architektur ist genauso in der Lage Identitätsstiftend zu sein und binnen kürzester Zeit die Menschen emotional zu binden. Ein Beispiel in Berlin ist zum Beispiel der Fernsehturm, der auch ausserhalb Deutschlands mit Berlin verbunden wird(er ist FAST gleichwertig dem Brandenburger Tor, wenn es um den Wiedererkennungswert geht, oder die Ruine der Gedächtniskirche).

    Damit will ich sagen, das es zwar ein höheres Risiko gibt das der Ort akzeptiert wird, aber dafür "verewigen" wir unsere Zeit in einem bedeutenden Bauwerk. Das ist doch schließlich die Chance ein extrem hochwertiges Gebäude mit aktueller Architektur zu bauen(mit Ausnahmekünstlern unserer Zeit) wir würden uns ja trotzdem auf die Geschichte des Ortes berufen, so wie sich Alte Baumeister auf andere Orte berufen haben. Schinkel hat auch nicht kopiert, sondern analysiert und interpretiert und auf die aktuellen Ansprüche angepasst.

  • Webmaster

    Nana, machen Sie ihn nicht moderner und konsequenter als er war:

    Hier einige seiner berühmtesten Bauten:

    Pomonatempel auf dem Pfingstberg in Potsdam: griechische Antike.

    Neue Wache, Berlin, einem griechischen Tempel nachempfunden.

    Altes Museum: der Agora von Athen nachempfunden.

    Friedrichwerdersche Kirche: im gotischen Backsteinstil gebaut.

    Bauakademie: Nach englischen Studien einer englischen Fabrikarchitektur abgeschaut.

    Und trotzdem war er einfach genial!

    Aber wie gesagt, früher war man da lässiger und weniger verklemmt, die Architekturstudenten wurden damals auch noch nicht so indoktriniert wie die heutigen – und waren so wie ihre Baumeister einfach toleranter! So setzte der Schinkelschüler Stüler in Abwandlungen die verschiedenen Baustile seines Lehrers fort.

  • S.Hartmann

    Keine 1:1 Kopie sondern an die bedürfnisse der Zeit angepasst. Das Alte Museum und die Neue Wache sind ja keine Tempel, etc.

    Ich kann leider nicht nachvollziehen welches Architekturstudium sie meinen. Meine Kollegen an der TU lernen auch die alten Meister und setzen sich kritisch mit der Moderne auseinander.

    Da ich Landschaftsarchitektur studiere, orientiere ich mich auch stark an den alten Werken, denn dies sind ja über Jahrhunderte erprobte Entwürfe, doch versuche ich herauszufinden was das Werk so gut macht und diese Erkenntnisse in eine neue Formensprache zu bringen und mit heutigen Ansprüchen zu verknüpfen.

  • GrauerWolf

    Lieber Herr Hartmann,
    viel Erfolg bei Ihrem Studium.
    Zum Glück haben sich da ja über Jahrhunderte die Materialien nicht geändert (Pflanzen, Sand, Erde), so daß wir vor modernistischen Überraschungen einigermaßen sicher sein dürften @O)

  • S.Hartmann

    Landschaftsarchitektur ist genauso wie Architektur, die Materialien ändern sich, es kommen neue Planzen hinzu und neue Materialien(Beton, Glas, Kunststoff) und auch die Formensprache ändert sich stetig. Schauen sie sich doch mal in der Stadt um: Lustgarten, Spreebogen, Platz der Republik, Breitscheidplatz, Mauerpark etc.

    Es geht ja aber normalerweise nicht um Materialien, sondern um Räume, neue Materialien geben nur mehr Freiheiten.

  • GrauerWolf

    Da muß ich ihnen leider massiv widersprechen:
    neue Materialien verleiten nur zum Mißbrauch und zur Häßlichkeit.
    Der Mensch hat eine natürliche Freude an natürlichen Materialien, an Holz, Stein, Schiefer, Ton und Sand.
    Alles darüber hinaus ent- und befremdet ihn.
    Öffentlicher Raum ist keine Spielwiese, sondern ein Platz der Verantwortung vor Gott und seinen Mitmenschen.

  • S.Hartmann

    Können Sie ihre Behauptungen anhand irgendwelcher Untersuchungen beweisen?

    Und was hat ihr Gott hier zu suchen?
    Ich bin den Menschen und mir selbst gegenüber verantwortlich.