300 Jahre alte Sandsteinfiguren wieder an der Lustgartenfassade im Portal 5

 

Die Rekonstruktion der historischen Fassaden für das Humboldt Forum sieht den Einbau von originalen Fragmenten aus dem untergegangenen Berliner Schloss vor.

Gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt Berlin, einer Expertenkommission und Restauratoren wurden von den noch wenigen erhaltenen Fragmenten geeignete Stücke zum Wiedereinbau ausgewählt.

Dazu gehören unter anderem die großen Hermen, also menschliche Oberkörper auf Säulenschäften, die am (Garten-)Portal 5 „Frühling“ und „Sommer“ darstellen.

 

Original und Rekonstruktion am Berliner Schloss – das (Garten-)Portal 5 mit den beiden Hermen „Frühling“ und „Sommer“

 

An Portal 4 daneben wird die Reihe mit „Herbst“ und „Winter“ fortgesetzt. Die originalen Hermen-Figuren dieses Portals finden sich bekanntlich an der Fassade des ehemaligen Staatsratsgebäudes. Sie wurden für die Rekonstruktion am Schloss in 3D gescannt, als Modelle ausgedruckt und dann im traditionellen Punktierverfahren in Sandstein gehauen.

 

Zu den Hermen an Portal 5 kommen weitere 14 originale Fragmente hinzu.

>> Auch nach ihrem Einbau sollen die Spuren der Zeitgeschichte an diesen Skulpturen ablesbar bleiben. Es wurden daher im Gegensatz zum „Staatsrats“-Portal 4 keine Ergänzungen von abgebrochenen Teilen oder verwitterten Oberflächen vorgenommen.

 

Technisch aufwändig sind die Holzfenster-Konstruktionen aus europäischer Weißeiche, die fast die gesamte Fassadenfläche der Portale einnehmen.

Allein die mittleren Fenster im 2. Obergeschoss sind über 20 Quadratmeter groß (6,65 x 3,41 m). Es sind Kastenfenster wie im traditionellen Berliner Altbau mit einem etwa 40 cm breiten hinterlüfteten Zwischenraum. Dort sind zwei unterschiedliche Behänge zum Sonnenschutz bzw. zur Verdunkelung möglich.

 

Einmalige Gelegenheit, den Hermen ganz nah zu kommen: Presserundgang mit Interviews hoch im Gerüst auf der Baustelle vom Berliner Schloss

 

Die aufwändige Fensterkonstruktion muss außen den historisch-gestalterischen Ansprüchen genügen, innen aber für moderne Ausstellungs- und Veranstaltungsräume geeignet sein.

Außerdem müssen die Fenster den modernen Wärmeschutzvorgaben entsprechen. Insgesamt gibt es 513 historisch rekonstruierte und 445 moderne Fenster.

 

Stolz und glücklich: Bertold Just von der Schlossbauhütte Berlin-Spandau (links) mit Wilhelm von Boddien vom Förderverein Berliner Schloss e.V. – Von den zugesagten 105 Millionen Euro für die historischen Fassaden sind bereits 71 Millionen Euro gespendet worden, 34 Millionen Euro werden noch benötigt.

 

 

Erneut großes Medien-Interesse beim Presserundgang auf der Schloss-Baustelle

 

 

Text: Pressemitteilung Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Fotos und BU: Gritt Ockert, Förderverein Berliner Schloss e.V.

 

 

  • Martin Treder

    Ein Zeichen der Hoffnung. Der Kommunismus ist nicht nur brutal destruktiv und intolerant, sondern glücklicherweise auch so wenig dauerhaft, dass die von ihm angerichteten Schäden doch oft noch wieder behoben werden können. Deshalb finde ich die wenigen verbleibenden Fragmente so wichtig: Das Schloss war nie komplett weg.