So weit sind wir jetzt: Das Berliner Schloss – Humboldt Forum ist im Bau.

Der Staat finanziert das Humboldt Forum, die Schlossfassaden werden privat finanziert – und kosten so den Steuerzahler kein Geld.

Berlin, im Juni 2013

Lieber Besucher dieser Website,

in den letzter Zeit mehren sich bei uns die Anfragen, ob es nicht bahnbrechende neue Entwicklungen gäbe, die Website müsste doch wohl dringend aktualisiert werden. Da stehen wir vor einem kleinen, aber eigentlich wunderbaren Problem: Es gibt nichts bahnbrechend Neues mehr. Die politische Debatte mit Ihrem ganzen Auf und Ab und Hin und Her, die jahrelang unsere Seiten füllte, ist abgeschlossen.

Das eigentlich Wichtige, ganz Neue – und nur das – wie z.B. die Übernahme der Schirmherrschaft über das Projekt durch Bundespräsident Joachim Gauck oder die Einleitung wichtiger Bauphasen – melden wir unter “Neuigkeiten”. Den Baufortschritt können Sie täglich beobachten mit der auf der Startseite anklickbaren Webcam.

Über Wichtiges der letzten zwölf Monate berichten wir im wie ein E-Book anklickbaren “Berliner Extrablatt”, dass sie bequem durchblätttern und lesen können. 

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Berlin 2018. Schloss von den Linden aus

Damit sind Sie auf dem aktuellen Stand. Auch den Fassadenkatalog können Sie sich so ansehen – und mit Ihrer Spende sich ein ganz auf Sie zugeschnittenes, individuelles Fassadenelement sichern.

Natürlich können Sie uns auch direkt Ihre speziellen Fragen stellen, die wir gerne individuell beantworten.

Nutzen Sie zuvor aber die Schloss-Suchmaschine (auf der Startseite oben rechts), die wir hier anbieten. Damit kommen Sie direkt und ohne Umwege zu dem Suchbegriff und erhalten dadurch die von Ihnen gewünschte Antwort möglicherweise auch ohne zusätzliche Anfrage bei uns! Eigentlich haben wir nämlich zu allen wichtigen Fragen  in den einzelnen Kapiteln dieser Website bereits Stellung genommen!

Für eine erste, schnelle Information fassen wir hier für Sie zusammen:

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum wurde am 21. Juni 2012 begonnen. Mit den Fassaden des Berliner Schlosses wird die historische Mitte Berlins in alter Schönheit endlich wieder hergestellt. Um die Brüche der Geschichte sichtbar zu machen, wird das Schloss zwar nicht bis in jedes Detail so nachgebildet, wie es war, sondern mit der modernen Architektur seiner neuen Ostfassade auch zu unserer Zeit passend. Seine willkürliche Vernichtung 1950 soll so sichtbar bleiben. Dieses hat der Deutsche Bundestag so gewollt, mehrfach beschlossen und wird nun von der Bundesregierung umgesetzt. Durch die Planung des Architektenteams sind weitere, über den Bundestagsbeschluss hinausgehende, historische Architekturdetails möglich geworden, so drei Portale des Eosanderhofs, die historischen Treppenhäuser im Schlüterhof und schließlich auch die Kuppel. Man wird dann sehen, inwieweit die zusätzlich jetzt möglichen Rekonstruktionen innerhalb dieser Summe realisiert werden können.

In einem internationalen Architekturwettbewerb wurde Ende 2008 der Italiener Prof. Franco Stella zum 1. Preisträger gekürt. Sein Entwurf setzt die Vorgaben des Deutschen Bundestags behutsam um. Sein Vertrag wurde am 2. Dezember 2009 vom Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigt, nachdem wegen eines Protests gegen die Auftragsvergabe das Bundeskartellamt den Auftrag an Stella für nichtig erklärt hatte. Am 30. Dezember 2009 erhielt Stella einen neuen, nun unumstrittenen, rechtskräftigen Architektenvertrag. Die Bauplanung lief während des schwebenden Verfahrens weiter, so dass dadurch keine Planungsverzögerung eintrat.

2009 wurde von der Bundesregierung die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum gegründet und nahm unter dem Vorstandsvorsitzenden Manfred Rettig im November ihre Arbeit auf.

Sie ist wie wir gemeinnützig und  hat von uns die Baupläne der Schlossfassaden und die unter unserer Regie hergestellten Fassadenmodelle,  ca. 40 % der gesamten benötigten Menge, von uns übernommen. Diese stellen den Gegenwert eines zweistelligen Millionenbetrags dar. Darüber hinaus wurden von uns auch schon hohe Millionenbeträge an die Stiftung in Geld überwiesen.

Stiftungsvorstand und -sprecher Manfred Rettig war zuvor Geschäftsführer der Bundesbaugesellschaft und maßgeblich am Umzug von Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin beteiligt. Sein Markenzeichen: Der Umzug wurde fast ein Jahr früher fertig – und die Kosten waren niedriger als geplant. So wird es auch beim Bau des Schlosses sein. Die Stiftung arbeitet professionell und hat als zusätzliches, hochkompetentes “Rückgrat” für die Ausschreibungen und Baucontrolling das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) an ihrer Seite, das seit ehedem für praktisch alle Bundesbauten verantwortlich zeichnet.

Das neue Schloss – Humboldt Forum für Berlin nach Franco Stellas Entwurf (Bild: StiftunSchloss Humboldtforum, © Golden Section Graphics)

Äußerlich wird das Schloss mit seinen barocken Stadtfassaden und dem Schlüterhof wieder so schön aussehen wie früher. Die historische Kuppel kehrt zurück, nachdem es uns gelungen ist, von einem hochherzigen Mäzen die dafür erforderlichen Gelder zu beschaffen. Damit wird das Schloss wieder das zentrale Bauwerk der Stadt. Dennoch wird es eine moderne Ostfassade zur Spree hin erhalten und eine schlichte, moderne Westfassade im Schlüterhof, anstelle der dort früher mit Schlüters Architektur wenig harmonierenden Fassade des Quergebäudes im Stil aufdringlicher Neorenaissance aus dem Jahr 1873.

Im Inneren wird es ein moderner Bau werden, der in seinen Abmessungen es dennoch kommenden Generationen ermöglichen wird, bedeutende Raumfluchten des alten Schlosses zu rekonstruieren. Ebenso ist die Rekonstruktion von drei Portalen des Eosanderhofs und den Erhalt wichtiger historischer Schlosskeller Bestandteil der Planung.

Am 4. Juli 2011 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags mit den Stimmen der Regierungsparteien, CDU/CSU und FDP sowie der beiden Oppositionsparteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen einstimmig, gegen die Stimmen von Die Linke, die Baumittel in Höhe von nunmehr 595 Millionen Euro freigegeben. Die Baukosten wurden auf der Basis vom März 2007 indexiert und damit ist ein permanenter Inflationausgleich gegenüber diesem Index mitbewilligt worden. Steigen also die Baukosten inflationsbedingt, braucht der sich dadurch ergebende Mehrpreis nicht mit einem Nachtragshaushalt nachbewilligt zu werden. Mit planungsbedingten Mehrkosten durch eine nachträgliche Änderung der Baupläne rechnen wir nicht. Es wird jetzt gebaut, was zuvor in dreijähriger Planungszeit erarbeitet und schließlich von den drei Nutzern, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Humboldt-Unversität, Berlin und der Landes- und Zentralbibliothek Berlin bestellt wurde. Damit ist die nötige, breite parlamentarische Mehrheit für das Projekt hergestellt worden. Der Bau des Berliner Schlosses als Humboldt Forum ist irreversibel.

Der Chefarchitekt des Schlosses, Prof. Franco Stella, äußerte sich über sein Selbstverständnis zu dem historischen Schloss so:

Er verstehe sich als einen “späten Mitarbeiter” der beiden Schlossbaumeister Andreas Schlüter und Eosander von Göthe. Es sei seine Aufgabe, im Auftrag des Bundestags die gewünschte moderne Architektur so zu gestalten, dass das Werk dieser großen Künstler nicht beschädigt oder gar übertrumpft werde. Vielmehr versuche er die klassische Schlossarchitektur dort, wo es gewünscht werde, in eine moderne Formensprache zu transformieren. Die historische Architektur behalte die Dominanz am Schloss.

Der Grundstein wurde von Bundespräsident Joachim Gauck am 12. Juni 2013 gelegt. Ende 2015 ist das Haus unter Dach, 2017 wird es bezugsfähig sein. Nach dem Einzug der Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Humboldt-Universität sowie der Landes- und Zentralbibliothek Berlin soll es dann voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019  eröffnet werden. Gut 30 Jahre nach dem Mauerfall wird dann die letzte, große teilungsbedingte Lücke im Stadtbild Berlins geschlossen sein.

Das Schloss wird dann das vertraute Bild Berlins wiederherstellen, die historische Mitte vervollständigen, das Stadtbild heilen. Sein Wiederaufbau macht Berlin wieder zum geliebten Spree-Athen.

Das neue Schloss – Humboldtforum für Berlin nach Franco Stellas Entwurf (Bild:Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, © Golden Section Graphics)

So entsteht ein Kontrapunkt zu den massenhaft entstandenen, modernen Quartieren der Mitte der Stadt. Berlin wird dadurch nun auch architektonisch wieder eine aufregende Stadt. Die Moderne muss sich der Stadtgeschichte stellen, sich an der historischen Architektur messen lassen, mit ihr streiten, wenn sie nicht langweilig werden will. Das Schloss wird die Bürger mit dem Wiederaufbau der Stadt versöhnen, findet doch jeder nun seine bauliche Heimat im alt-neuen Berlin. Seine Nutzung wird zukunftweisend sein und definiert von der Aufgabe her die Mitte Berlins neu.

Als “Humboldt Forum” steht es im Dienst der Künste und der Wissenschaft, wird mit den Museen der Museumsinsel, der Humboldt-Universität, dem Deutschen Historischen Museum und der Staatsbibliothek zu einem einzigartigen Ort der Weltkultur und der Wissenschaften. Berlin stellt sein Zentrum dem Dialog der Völker der Welt zu Verfügung, im Zeitalter der Globalisierung eine große Geste, mit der Deutschland sich als Teil der Völkergemeinschaft und derer Kulturen versteht und einbringt.Das allen Bürgern dienende Haus, mit seiner Vielzahl von Veranstaltungen, wird zum Erlebnisort bester Tradition, ein Haus, in dem die Lichter nicht ausgehen, anspruchsvoll und heiter.

Es wird dem politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Dialog dienen und Ort großer Ereignisse sein. Offen für jedermann, wird es so zum Treffpunkt aller Berliner und der Gäste der Stadt. Dieses großartige Projekt wollen wir Ihnen auf unserer Website nun in allen Einzelheiten vorstellen.Wenn es Sie begeistert, hoffen wir auf Ihre Unterstützung bei unserer Spendensammlung.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen, nutzen Sie bitte hierfür das Gästebuch, den Blog und auch den direkten Kontakt mit uns per E-Mail!

Ihr Wilhelm von Boddien

Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss e.V.