„So strahlt die Stadt beim Festival „Berlin leuchtet““

26.09.2017  Berliner Morgenpost

 

Künstler aus aller Welt präsentieren Kompositionen aus Licht und Laserstrahlen. „Berlin leuchtet“ eröffnet erstmals ein Lichtcafé.

Von Helena Dolderer

Die Vorfreude wächst: Bald werden in Berlin wieder zahlreiche bekannte und weniger bekannte Bauwerke zu Kunstwerken. Nationale und internationale Künstler verwandeln mit ihren Kreationen die Stadt in eine große Bühne. Nach dem „Festival of Lights“ stellte am Montag auch der Verein Berlin leuchtet sein Programm für das diesjährige Lichtspektakel vor.

Demnach werden in diesem Jahr 80 Objekte an 17 Tagen Schauplatz beeindruckender Lichtinstallationen, dreidimensionaler Shows und fantasievoller Farbkompostionen. Dafür sind bereits 13.500 Lampen und 35.000 Meter Kabel von Lichtfestinitiator Andreas Boehlke und vielen anderen Lichtkünstlern verlegt worden. „Berlin leuchtet“ findet zum nunmehr fünften Mal vom 29. September bis zum 15. Oktober statt. Das „Festival of Lights“, das vom 6. bis zum 15. Oktober zum 13. Mal veranstaltet wird, lässt Berlin mit mehr als 40 Illuminationsinszenierungen erstrahlen.

„Das diesjährige Festival steht unter dem Motto ‚Licht bewegt'“, sagt Uwe Timm, Vorstandsvorsitzender des Vereins Berlin leuchtet. „Berlin bewegt sich und bewegt uns. Und damit meinen wir vor allem die Politik, die Menschen und die Unternehmen, die sich hier rasant entwickeln.“ Der Berlin leuchtet e. V. will mit seinen Lichtinstallationen zeigen, wie sich Berlin als wachsende Stadt und internationale Metropole mit zunehmender Geschwindigkeit verändert.

Lichtermarkt auf dem Breitscheidplatz und eine Licht-Lifestyle-Messe im Kranzler Eck

Der junge Verein, der aus dem „Festival of Lights“ hervorgegangen ist, veranstaltet das Lichterfest seit 2013 jährlich und wird durch rund 6000 Berliner und überregionale Unternehmen, Institutionen und weitere Partner, Künstler und Sponsoren finanziert.

Zu den fantasievoll beleuchteten Gebäuden zählt wie jedes Jahr das Brandenburger Tor, an das nicht nur Lichtinstallationen, sondern erstmalig auch persönliche Grußnachrichten projiziert werden können. Auch die Siegessäule wird wieder Ort spektakulärer Lasershows. Mit dabei sind auch die Oberbaumbrücke, der Französische und der Deutsche Dom, der Funkturm, das Konzerthaus am Gendarmenmarkt, das Europa-Center, das im Bau befindliche Humboldt Forum sowie das Kranzler Eck am Kurfürstendamm.

Höhepunkte des Festivals sind ein Lichtermarkt auf dem Breitscheidplatz und eine Licht-Lifestyle-Messe im Kranzler Eck, auf der es 3-D-Liveperformances zum Thema „Licht bewegt“ geben wird. Erstmalig ist ein Lichtcafé im Hotel NH Collection an der Friedrichstraße geplant, in dem man mitwirkende Künstler an „Berlin leuchtet“ treffen kann. Bei der Installation „Monoliths“ am Potsdamer Platz werden in diesem Jahr vier originale Stücke der Berliner Mauer mit acht Lichtstrahlern in ultraviolettem Licht und atmosphärischem Blaulicht in Szene gesetzt. Neu mit dabei sind die chinesische Botschaft und die Kuppeln der Abhörstation auf dem Teufelsberg. Täglich von 19 bis 24 Uhr können die kunstvoll beleuchteten Gebäude bestaunt werden.

Neben Touren zu Fuß oder mit dem Bus durch die City gibt es auch Touren mit Schiffen

Eine Besonderheit sind auch die 1000 Wohnungen, die in diesem Jahr mit 1000 LED-Leuchtwürfeln mitleuchten. Die extra für den Event und in Zusammenarbeit mit dem Stromversorger lekker Energie entwickelten Boxen wurden in den vergangenen Wochen gegen eine Spende verkauft. Die Einnahmen gehen an das Programm „Aktion Augen-Licht“, das auch in diesem Jahr wieder den Austausch zwischen blinden, sehbehinderten und sehfähigen Menschen fördern soll. Dazu gibt es am 5. Oktober eine Autorenlesung mit Horst Pillau in der Nicolaischen Buchhandlung in Friedenau und am 7. Oktober eine musikalische Dampferfahrt mit Bordkonzert „Icke in Berlin“ und Geschichten über das historische Berlin.

Wer die Lichtsimulationen nicht allein von Land erleben will, kann dies auch vom Wasser aus tun. Neben Touren zu Fuß, mit dem Bus oder Velotaxi durch die City gibt es auch exklusive Touren mit Schiffen über die Spree, von denen aus die beleuchteten Bauten noch besser bestaunt werden können. Durch Livemoderationen und Projektionen direkt von Bord aus wird das Lichterlebnis einzigartig. Die Touren dauern zwischen zwei und vier Stunden. Unentschlossene Besucher können sich auch für eine der Kombitouren mit Bus und Schiff anmelden. Für Fotoliebhaber gibt es außerdem eine Fotosafari-Bustour mit mehreren Fotostopps an den Leucht-Highlights der Stadt.

Am Freitag um 19.30 Uhr startet das Lichtspektakel mit einer offiziellen Eröffnung durch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller und künstlerische Installationen im Gasometer. Alle Berliner sind dazu herzlich eingeladen.

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 26.09.2017

 

 

  • Paul Horst Tribbels

    Das Geld (für dieses Lichtgedöns) besser für die Rekonstruktion der Fassade gespendet werden.Schluss mit dem „Event verseuchten“Großstadt Getue.
    Außerdem:Berlin hat bestimmt andere Sorgen als sowas !!!!!