„Werbung für UN-Projekt: Bundestagskandidaten diskutieren über „Haus für die Vereinten Nationen““

20.07.2017  Berliner Woche

Von Dirk Jericho

Die bürgerschaftliche Initiative „Haus für die Vereinten Nationen“, die im Palais am Festungsgraben „weltweit erstmalig ein bürgeroffenes Haus für die Vereinten Nationen“ (VN) errichten will, lädt für 3. August von 18 bis 20.30 Uhr zu einer Diskussionsrunde mit Mittes Bundestagsspitzenkandidaten ins Rathaus Tiergarten am Mathilde-Jacob-Platz 1 ein.

Wie berichtet, möchte der gleichnamige Verein im Palais am Festungsgraben einen Ort der politischen Debatten etablieren und das mondäne Palais hinter Schinkels Neuer Wache zum Begegnungszentrum und Dialogforum für die Bürgerschaft machen. Im Bundestagswahlkampf rühren die Initiatoren um den Vereinsvorsitzende Rolf Kreibich, von 1969 bis 1976 Präsident der Freien Universität, noch einmal die Werbetrommel. „In unmittelbarer Nähe des Humboldt-Forums am Boulevard Unter den Linden soll hier praktisch, symbolträchtig und bürgernah über und mit den zahlreichen VN-Organisationen und weltweit agierenden Nichtregierungsorganisationen über so zentrale VN-Ziele wie Friedenserhaltung, Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Partizipation informiert, diskutiert und ein vielfältiger kultureller Austausch zur Mitgestaltung gefördert werden“, heißt es im Konzept, das die Initiatoren dem Senat schon vor mehr als einem Jahr vorgestellt haben.

Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die im Auftrag des Landes 4800 landeseigene Immobilien bewirtschaftet, will das ziemlich heruntergewirtschaftete Palais am Festungsgraben für rund 15 Millionen Euro denkmalgerecht sanieren. Die historischen Säle sollen wieder für größere Versammlungen genutzt werden können. Die Sanierung soll frühestens 2021 abgeschlossen sein.

Die BIM sucht derzeit per Ausschreibung einen Betreiber, der nach der Sanierung etwa 4500 Quadratmeter der insgesamt rund 7000 Quadratmeter Nutzfläche im Palais mieten kann. Noch bis zum 6. Oktober können sich Interessenten mit ihren Nutzungsideen bewerben. Danach sollen die Konzepte bewertet und das beste ausgewählt werden. Als Zwischennutzer dürfen die Humboldt-Universität und das Maxim-Gorki-Theater in die Räume im Palais ziehen, weil sie Ersatz wegen Sanierungsarbeiten in ihren eigenen Gebäuden brauchen.

Rolf Kreibich, Chef des Vereins „Haus für die Vereinten Nationen“, hatte der BIM „Fehlmanagement“ und eine „schäbige Behandlung des Hauses“ vorgeworfen. Statt das Palais als Zwischenlager zu missbrauchen, will der Verein in der Zeit bis zur Sanierung die meistens leerstehenden Säle und die Foyers nutzen.

Bei der öffentlichen Diskussionsrunde stellt Kreibich das Konzept „für das Haus für die Vereinten Nationen in der neuen Mitte Berlins im Kontext der Umfeldgestaltung des Humboldt-Forums“ vor, wie es in der Einladung heißt. Die Podiumsdiskussion wird von Manfred Rettig, dem ehemaligen Vorstand und jetzigem Kuratoriumsmitglied der Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum moderiert. Den Fragen der Besucher stellen sich die Bundestagskandidaten Frank Henkel (CDU), Eva Högl (SPD), Özcan Mutlu (Bündnis 90/Grüne), Steve Rauhut (Die Linke) und Katharina Ziolkowski (FDP). Besucher werden gebeten, sich per E-Mail an martin.lenk@world-heritage-watch.org für die Veranstaltung anzumelden. DJ

 

Quelle: Berliner Woche, 20.07.2017