„Reaktionen zur Wippe: `Dieses Bauwerk braucht kein Mensch`“

02.06.2017 – Berliner Morgenpost

UMSTRITTENES DENKMAL

Der Bundestag hat mit klarer Mehrheit für den Bau des Einheitsdenkmals gestimmt. Das sagen die Berliner.

Die Wippe kommt, und die Mehrheit der Berliner fühlt sich verschaukelt. Eine Umfrage von Infratest dimap ergab, dass nur 29 Prozent der Befragten in der Hauptstadt das Denkmal „Bürger in Bewegung“ sehr gut oder gut finden. Fast die Hälfte mag den Entwurf nicht oder gar nicht. Anders sieht es im Bund aus. Dort bilden Befürworter und Gegner des geplanten Denkmals mit jeweils 33 Prozent gleichgroße Lager.

„Braucht Berlin ein Einheitsdenkmal?“, fragte die Berliner Morgenpost in einer Umfrage. Pro und Contra halten sich hier weitgehend die Waage. Eine knappe Mehrheit (52 Prozent) votierte gegen die Wippe, immerhin 43 Prozent sahen das geplante Denkmal positiv. Fünf Prozent der Teilnehmer zeigten sich neutral.

Mehr als deutlich sind hingegegen die Reaktionen auf der Facebook-Seite der Berliner Morgenpost. Mit Kritik an der fast 15 Millionen teuren Wippe vor dem Berliner Schloss wird nicht gespart. „Dieses Bauwerk braucht kein Mensch“, fasst es Udo B. zusammen und stößt damit auf breite Zustimmung. „Schwachsinn“, „Mist“, „am Volk vorbei“ sind nur einige der drastisch formulierten Urteile. „Falls das (das Denkmal, Anmerkung der Redaktion) an dieser Stelle gebaut wird, sollten alle die Eröffnung boykottieren. Besser wäre nur noch eine Petition“, schreibt Marco P.

Kritische Worte kommen auch von Vera B. Allerdings stört sie sich weniger an der Ästhetik des Entwurfs. „Als wenn das Denkmal die Einheit zur Realität macht! Solange es keine Einheit in den Köpfen so einiger Mitbürger gibt, ist diese Wippe ein Hohn“, schreibt sie.

Beliebtestes Argument gegen das Einheitsdenkmal sind aber die Kosten. „Die 15 Millionen könnten sinnvoller und für wichtige Dinge verwendet werden“, glaubt Udo B. Die Vorschläge der User reichen von mehr Geld für Kitas über die Erneuerung des Fuhrparks von Polizei und Feuerwehr bis hin zum Bau erschwinglicher Wohnungen. „Schön wieder Steuergelder verschwenden“, echauffiert sich Sebastian S. Michael L. unterstellt den Politikern nach dem Beschluss des Bundestags gar „Realitätsverlust“. Udo B. behilft sich mit Sarkasmus. „Wenn schon ein Denkmal, dann würde ich vorschlagen, für Berlin ein Denkmal der Currywurst zu errichten.“

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 02.06.2017

 

 

  • Paul Horst Tribbels

    Wie im Artikel schon gesagt,hätte man das Geld für vernünftige Dinge ausgeben können.Vor die Barockfassade des Stadtschlosses/Humboldtforum,so ein häßliches Ding zu setzen,schlägt dem Faß den Boden aus!!!!