„Schinkels Bauakademie wird wieder errichtet“

11.11.2016  Berliner Morgenpost

Der Bundestag gibt 62 Millionen Euro für den Wiederaufbau des historischen Gebäudes am Schloss in Berlins historischer Mitte frei.

Von Joachim Fahrun

Eine jahrelange Diskussion über einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der historischen Mitte Berlins ist beendet: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in der Nacht zum Freitag den Weg zum Wiederaufbau der Bauakademie frei gemacht. 62 Millionen Euro stellt der Bund für die Rekonstruktion des zu seiner Zeit bautechnisch revolutionären Ziegelbaus mit Stahlskelett zur Verfügung.

Das von Karl Friedrich Schinkel 1836 errichtete Gebäude am Schinkelplatz war im Krieg nach Bombentreffern ausgebrannt. Die DDR plante zunächst den Wiederaufbau. 1962 wurde die Bauakademie jedoch abgebrochen, um Platz für das DDR-Außenministerium zu schaffen. Seit Jahren simuliert eine Fassade aus Planen den historischen Baukörper.

Bibliothek für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Nach vielen Versuchen, auch private Investoren für den Wiederaufbau zu gewinnen, übernimmt nun der Bund. Das Auswärtige Amt hat Interesse an Seminarräumen angemeldet. Als Nutzer ist aber die Stiftung Preußischer Kulturbesitz vorgesehen, die dort ihre Bibliothek unterbringen könnte.

Weitere 18,5 Millionen Euro gibt der Bund frei, um die Kolonnaden an der Schlossfreiheit gegenüber des Hauptportals des Schloss-Neubaus wieder zu erstellen. Sanierung und Umbau der Hedwigs-Kathedrale und das Bernhardt-Lichtenberg-Hauses fördert der Bund mit 12 Millionen Euro.

Der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz sprach von einem „starken Bekenntnis des Bundes zur historischen Mitte Berlins“. „Das ist auch ein großer Erfolg von Michael Müller und Kulturstaatssekretär Tim Renner, ohne den das vielleicht nie geklappt hätte“, so Schulz weiter.

Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Dieter Gröhler sprach von einem „sehr wichtigen Schritt“ für die Mitte Berlins. „Gegenüber dem Berliner Schloss wird damit ein ästhetisch hochwertiger alter neuer Anziehungspunkt geschaffen“, so Gröhler weiter.

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 11.11.2016

 

 

 

 

 

  • Spender aus der Provinz

    Soll man das glauben können? Heute ist der 11. 11. , Faschingsanfang! Man muss diese Nachricht mehrmals lesen und bleibt dennoch skeptisch. Den Wiederaufbau der Kolonnaden des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Denkmals will der Bund finanzieren, und Regierender Bürgermeister Müller (SPD) soll positiv beteiligt sein??? Man reibt sich die Augen. Träumt man???? Eine Nachricht, die sich viele schon seit langem erhofft hatten — sogar bescheidener formuliert, wenn man an den Schlossbrunnen denkt!?!?

  • Spender aus der Provinz

    Scheinbar gibt es Bundespolitiker von CDU und SPD, die sich über das Schlossumfeld Gedanken machen. Vielleicht haben diese verfolgt, dass bei ihren lokalen Kollegen (Frau Lüscher u.a.) ein Vorwärtskommen bzw. Umdenken nicht möglich ist (Thema Neptunbrunnen), und sie gehen das Thema deshalb von der Seite westlich außen an — beginnend mit der Schinkelakademie. Welcher Berliner Politiker lehnt geschenkte 62 Millionen Euro vom Bund ab, um deren Wiederaufbau zu verhindern??? Hat man diese Summe im Sack, lässt sich schwerlich für eine futuristische Wippe zwischen Schinkelakademie und Schloss werben.  Also legt der Bund noch 18.5 Millionen Euro für die Kolonnaden drauf. Nun sind die Brunnen-Verweigerer  gefordert Stellung zu nehmen. Auch für dessen Reparatur hatte der Bund bekanntlich Millionen Euro bereitgestellt. Alles nicht genug für die Lokalpolitiker in Berlin??????