Stoiber stellt Finanzierung infrage

Zwar geht es um die Fluthilfe für Südasien.

"Aber es ist immer eine Frage, wie wir diesen Betrag von 500 Millionen Euro an Hilfen schultern können", fügte er hinzu. Bei einem Haushalt mit 43 Milliarden Euro Schulden "ist das sicher eine berechtigte Frage, wenn der Kanzler nicht sagt, woher er das Geld nehmen will", sagte Stoiber. "Ich möchte gerne wissen, wie wir das finanzieren."

Wenn Stoiber schon Bedenken bei allein 500 Millionen Euro hat, frage ich mich, wie erst die 700 Millionen + X für das Schloss finanziert werden sollen. Dagegen sind die 80 Millionen Euro für die Fassaden ja Peanuts.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Ich möchte auch gerne das Schloss anstelle des Palastes. Nur in Anbetracht der derzeitigen Wirtschaftslage, der weiteren Verarmung grösserer Teile der Bevölkerung (Hartz IV), der nicht abnehmen wollenden Arbeitslosen, frage ich micht, ob das Schloss derzeit wirklich sinnvoll ist.

Mit freundlichen Grüssen.

  • O.Heisterkamp

    Wenn Sie schon Herrn Stoiber zitieren,
    dann bitte richtig !
    Zitat aus F.A.Z. (5.7.02):
    Der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber, sagte zu der Bundestagsentscheidung: „Ich freue mich. Berlin braucht den Bezug zur Tradition. Die Stadt ist so modern, und ihre historische Tradition kommt so wenig zum Tragen, weil so viel zerstört wurde.”
    http://www.faz.net/s/RubCA12B6317DEB4C529D30003651B91EA2/Doc~E801E4B8626A14CA491415DAE1EE5A653~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Und zur Finanzierung des Schlosses
    empfehle ich Ihnen als Abendlektüre
    das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler !
    Zitat daraus:

    "30 Milliarden Euro an Steuergeldern werden schätzungsweise Jahr für Jahr verschwendet…"

    http://schwarzbuch.steuerzahler.de/

  • S.Hartmann

    Dann müssen sie aber höllisch aufpassen das sie nicht auch in dieses Schwarzbuch geraten, denn oft sind es ja Prestigebauten wie das Tempodrom( und dann auch das Schloss) die dort genannt werden.

  • C. Höfer

    Lieber Herr/Frau Heisterkamp,

    unterstellen Sie mir nicht, dass ich Stoiber falsch zitiert hätte. Hier geht es weder um Stoibers private Meinung zum Schloss (die sowieso irrelevant ist) noch um das Schwarzbuch des Steuerzahlers. Oder meinen Sie etwa, nur weil angeblich 30 Milliarden Euro veruntreut werden, machen die paar Hundertmillionen für das Schloss auch nichts mehr aus? Das kann es doch wohl nicht sein.

    Es geht lediglich darum, ob dieses Land 500 Millionen Euro + X lediglich für ein Bau bezahlen kann, der

    1.) nicht exakt originalgetreu aufgebaut werden wird (weder innen noch außen) und damit gar nicht historisch sein kann (womit auch die bunten Bilder im Extrablatt sinnlos werden – so schön sie auch sein mögen),

    2.) von dem keiner weiß, woher das Geld kommen soll

    3.) dem eher einer fragwürdige Nutzung zukommen soll.

    Schloss ja, aber nicht um jeden Preis.

  • O.Heisterkamp

    Lesen Sie doch die Veröffentlichung !
    Hier ein Beispiel, daß dem Palast-Bsp.
    erschreckend ähnelt:

    Berlin (Fall 22)
    Im Jahr 1993 musste die Altglienicker
    Brücke über den Teltowkanal
    in Köpenick wegen Baufälligkeit
    für schwere Fahrzeuge gesperrt werden.
    1995 errichtete man eine Behelfsbrücke
    gleich neben der ursprünglichen
    Brücke. Im gleichen Jahr wurde
    noch über einen Ersatzneubau nachgedacht,
    doch diese Maßnahme wurde
    nicht durchgeführt. Offizielle Begründung:
    fehlendes Planungsrecht.
    Acht Jahre wurde nichts unternommen
    und die beiden Brücken blieben
    nebeneinander stehen. Im Jahr 2003
    wurde auch die provisorische Brücke
    gesperrt. Sie hatte nicht die erforderliche
    Mindesthöhe, sie musste
    um ca. 80 cm angehoben werden. Die
    Kosten für den Umbau lagen bei ca.
    750.000 Euro. Zum wiederholten Mal
    wurden Steuergelder in ein Provisorium
    investiert. So kam es zu dem
    skurril anmutenden Zustand, dass
    zwar zwei Brücken über den Kanal
    führten, aber beide gesperrt waren.
    Lokalpolitiker wiesen darauf hin,
    dass die provisorischen Maßnahmen
    am Ende genauso teuer seien wie ein
    kompletter Neubau der Altglienicker
    Brücke – was jedoch von zuständiger
    Stelle bestritten wurde. Die Altbrücke
    wird wohl noch einige Zeit vor sich
    hinrotten und weiterhin Geld kosten,
    denn durch regelmäßige Prüfungen
    muss sichergestellt werden, dass sie
    nicht einstürzt. Und Bauprüfungen
    sind bekanntlich nicht kostenlos.
    Auch bei einer anderen Brücke
    wurde Steuergeld aufs Spiel gesetzt.
    Bei der 1963 erbauten Spandauer-
    Damm-Brücke wurden seit 1990
    schon Millionen verbaut. Ein kurzer
    historischer Abriss: 1990 Teilinstandsetzung;
    1997 Test eines neuen Belages;
    1997/ 1998 Grundsanierung der
    Brücke; 1999/2000 Abrissarbeiten an
    der Brücke; 2000 Notinstandsetzung,
    da Fahrbahnen abgesackt waren. Im
    Jahr 2003 sollte die Brücke dann zum
    wiederholten Mal saniert werden.
    Experten votierten aus technischen
    Gründen für einen kurzfristigen
    Neubau im Jahr 2006, ebenso sprach
    sich der mitfinanzierende Bund (aus
    Erfahrung mit anderen Bauwerken)
    für einen Neubau aus. Doch das
    Stadtentwicklungsressort entschied
    sich für die Sanierung. Während der
    Arbeiten wurde festgestellt, dass die
    Brücke so starke Schäden aufwies,
    dass sich eine Sanierung nicht mehr
    lohnte. Im Jahr 2004 mussten die Sanierungsarbeiten
    eingestellt werden
    und es wurde ein Neubau der Spandauer-
    Damm-Brücke beschlossen.
    Die Sanierungsarbeiten werden für
    ca. 500.000 Euro notdürftig abgeschlossen
    und ab Herbst 2004 wird
    dann die Brücke abgerissen werden.

  • S.Hartmann

    Ich weiss zwar nicht was sie mir damit sagen wollen(wahrscheinlich das die Masse kleinere Objekte sind)und die Altglienicker Brücke liegt nur 1km von meinem Wohort entfernt also kenne ich diese Schweinerei genau.

    Trotzdem müssen sie aufpassen und lieber etwas mehr Geld einplanen als zu wenig.

  • O.Heisterkamp

    Ich wollte Ihnen damit nur deutlich
    machen, daß viel Geld in "Provisorien"
    verloren geht.
    Der Palast ist auch ein Provisorium
    und wurde mit viel Aufwand (Geld)
    für diverse Spielereien im Inneren
    hergerichtet. Das hat mit Sicherheit
    einige Millionen gekostet.
    Reinste Verschwendung von Steuergeldern!

  • Chr. Weinke

    Hochverehrtester Genosse Höfer,

    darf ich Sie in die Vergangenheit dieses Forums entführen? In den Januar 2005? Ach bitte gönnen Sie mir diese Freude, einen Teil Ihres damaligen Beitrages vom 07.01.05 zitieren zu dürfen: "Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Ich möchte auch gerne das Schloss anstelles des Palastes….."

    Okay, daß waren Sie vermutlich wieder nicht (Ha, ha) -oder doch? Damals hatten Sie wenigstens noch Niveau.